Rauch­ver­bot als Man­gel einer Gast­stät­te

Erlei­det der Päch­ter einer Gast­stät­te nach dem Inkraft­tre­ten des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes (hier: des Lan­des Rhein­land-Pfalz) wegen des dar­in für öffent­li­che Gast­stät­ten ein­ge­führ­ten Rauch­ver­bots einen Umsatz­rück­gang, so führt dies nicht zu einem Scha­dens­er­satz­an­spruch gegen den Ver­päch­ter.

Rauch­ver­bot als Man­gel einer Gast­stät­te

In dem vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Rechts­streit pach­te­te die Klä­ge­rin im Sep­tem­ber 2005 von der beklag­ten Ver­päch­te­rin eine Gast­stät­te, die aus zwei nicht von­ein­an­der getrenn­ten Räu­men bestand. Nach­dem am 15. Febru­ar 2008 in Rhein­land-Pfalz ein Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz in Kraft getre­ten war, durf­te in der ver­pach­te­ten Gast­stät­te nicht mehr geraucht wer­den. Von der Päch­te­rin gefor­der­te Umbau­maß­nah­men zur Schaf­fung eines den Anfor­de­run­gen des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes ent­spre­chen­den Rau­cher­be­reichs lehn­te die Ver­päch­te­rin ab. Die Päch­te­rin ver­lang­te dar­auf­hin von der Ver­päch­te­rin Scha­dens­er­satz wegen der Umsatz­ein­bu­ßen, die sie als Fol­ge des durch das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz Rhein­land-Pfalz ein­ge­führ­ten Rauch­ver­bots in öffent­li­chen Gast­stät­ten erlit­ten haben will.

Das erst­in­stanz­lich mit dem Scha­dens­er­satz­be­geh­ren befass­te Land­ge­richt Koblenz hat die Kla­ge abge­wie­sen 1, das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz die Beru­fung der Päch­te­rin zurück gewie­sen 2. Und auch die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Päch­te­rin hat­te jetzt vor dem Bun­des­ge­richts­hof kei­nen Erfolg.

Das durch das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz Rhein­land-Pfalz ein­ge­führ­te Rauch­ver­bot in öffent­li­chen Gast­stät­ten führt nicht zu einem Man­gel des Pacht­ge­gen­stan­des, urteil­te der Bun­des­ge­richts­hof. Die mit dem gesetz­li­chen Rauch­ver­bot zusam­men­hän­gen­de Gebrauchs­be­schrän­kung beru­he nicht auf der kon­kre­ten Beschaf­fen­heit der Pacht­sa­che, son­dern bezie­he sich auf die Art und Wei­se der Betriebs­füh­rung des Mie­ters oder Päch­ters. Die Fol­gen eines gesetz­li­chen Rauch­ver­bots in Gast­stät­ten fie­len daher allein in das wirt­schaft­li­che Risi­ko des Päch­ters.

Auch ist, so der Bun­des­ge­richts­hof wei­ter, der Ver­päch­ter einer Gast­stät­te nicht ver­pflich­tet, auf Ver­lan­gen des Päch­ters durch bau­li­che Maß­nah­men die Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, dass die­ser einen gesetz­lich zuläs­si­gen Rau­cher­be­reich ein­rich­ten kann. Denn auch eine sol­che Ver­pflich­tung wür­de einen Man­gel der Pacht­sa­che vor­aus­set­zen, der hier nicht gege­ben ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Juli 2011 – XII ZR 189/​09

  1. LG Koblenz, Urteil vom 07.04.2009 – 10 O 296/​08[]
  2. OLG Koblenz, Urteil vom 18.11.2009 – 1 U 579/​09[]