Rauch­ver­bot in Bran­den­bur­gi­schen Spiel­hal­len

Die lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen im Bran­den­bur­gi­schen Nicht­rau­chen­den­schutz­ge­setz, in dem für Spiel­hal­len kei­ne Aus­nah­me­re­ge­lun­gen vom Rauch­ver­bot für Neben­räu­me von Spiel­hal­len ent­hal­ten sind, sind nach Ansicht des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts nicht ver­fas­sungs­wid­rig.

Rauch­ver­bot in Bran­den­bur­gi­schen Spiel­hal­len

Mit die­ser Begrün­dung hat das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt in zwei Buß­geld­ver­fah­ren die Ver­hän­gung von Buß­gel­dern bestä­tigt. Das Amts­ge­richt Eisen­hüt­ten­stadt hat­te zwei gegen einen Spiel­hal­len­be­trei­ber wegen vor­sätz­li­chen Ver­sto­ßes gegen das Bran­den­bur­gi­sche Nicht­rau­chen­den­schutz­ge­setz ver­häng­te Geld­bu­ßen in Höhe von jeweils 300 € bestä­tigt, weil er in der von ihm betrie­be­nen Spiel­hal­le einer Per­son in einem abge­trenn­ten Raum das Rau­chen gestat­tet hat­te. Der Spiel­hal­len­be­trei­ber leg­te dage­gen Rechts­be­schwer­de zum Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richt ein. Dabei mach­te er gel­tend, die für Spiel­hal­len­be­trei­ber aus­nahms­los gel­ten­den lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen über das Rauch­ver­bot sei­en ver­fas­sungs­wid­rig.

Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt wies die Rechts­mit­tel zurück. Zur Begrün­dung hat er aus­ge­führt, dass das Bran­den­bur­gi­sche Nicht­rau­chen­den­schutz­ge­setz für Spiel­hal­len kei­ne Aus­nah­me­re­ge­lun­gen vom Rauch­ver­bot für Neben­räu­me von Spiel­hal­len ent­hal­te. Anders sei dies zwar in Hotels, Gast­stät­ten und Dis­ko­the­ken. Dass der Spiel­hal­len­be­trei­ber Geträn­ke und Snacks anbie­te, füh­re nicht dazu, dass er wie ein Gast­stät­ten­be­trei­ber in Neben­räu­men das Rau­chen gestat­ten dür­fe. Der Haupt­zweck sei­nes Betrie­bes sei der­je­ni­ge einer Spiel­hal­le, nicht der­je­ni­ge einer Gast­stät­te.

Die lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen sei­en nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber habe Grün­de für eine Dif­fe­ren­zie­rung her­an­ge­zo­gen, die die unter­schied­li­che Behand­lung recht­fer­tig­ten. Durch die Aus­nah­me­re­ge­lung für Gast­stät­ten sol­le es Rau­chern ermög­licht wer­den, am gesel­li­gen Bei­sam­men­sein teil­zu­neh­men. Das Auf­su­chen von Spiel­hal­len erfül­le jedoch kei­ne gesel­li­gen Zwe­cke. Das Spiel an Auto­ma­ten sei mit erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen und gesund­heit­li­chen Risi­ken ver­bun­den und kön­ne zur Spiel­sucht füh­ren. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber habe bei der Behand­lung der Spiel­hal­len berück­sich­tigt, dass die Besu­cher von Spiel­hal­len über­wie­gend bereits tabak­a­b­hän­gig sei­en und bei Spiel­süch­ti­gen häu­fig wei­te­re Abhän­gig­kei­ten hin­zu­trä­ten. Die­se Ein­schät­zung sei nicht zu bean­stan­den.

Bran­den­bur­gi­sches Ober­lan­des­ge­richt, Beschlüs­se vom 17. Novem­ber 2011 – (2B) 53 Ss-OWi 404/​10 (204/​10) und (2B) 53 SS-OWi
257/​11 (137/​11)