Rauch­ver­bot in Spei­se­gast­stät­ten

Auch in Spei­se­gast­stät­ten ist lan­des­recht­li­che Rauch­ver­bot ein­zu­hal­ten, auch soweit die­ses – wie in Rhein­land-Pfalz – bei nur ein­fach zube­rei­te­ten Spei­sen in einer Ein­raum-Gast­stät­te nicht greift, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in zwei Ver­fah­ren zu Gast­stät­ten in Bad Kreuz­nach: Rind­fleisch mit Meer­ret­tich und Kar­tof­feln sowie Hack­steak mit Brat­kar­tof­feln und Gemü­se sind kei­ne ein­fach zube­rei­te­ten Spei­sen im Sin­ne des Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz.

Rauch­ver­bot in Spei­se­gast­stät­ten

Dar­über hin­aus ver­stößt es für das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz gegen das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz, eine Gast­stät­te über die Mit­tags­zeit als Nicht­rau­cher-Spei­se­gast­stät­te und anschlie­ßend als Rau­cher­gast­stät­te zu füh­ren.

Spei­sen in der Ein­raum-Gast­stät­te

In dem ers­ten jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Fall bie­tet der Betrei­ber in sei­ner soge­nann­ten Ein­raum-Gast­stät­te die beschrie­be­nen und wei­te­re, ver­gleich­ba­re Mahl­zei­ten an. Die Stadt Bad Kreuz­nach for­der­te ihn auf, das Rauch­ver­bot ein­zu­hal­ten, weil eine Aus­nah­me hier­von in einer Ein­raum-Gast­stät­te nur zuläs­sig sei, wenn dort ein­fach zube­rei­te­te Spei­sen ange­bo­ten wür­den. Im sich hier­an anschlie­ßen­den Kla­ge­ver­fah­ren ver­trat das Ver­wal­tungs­ge­richt die Auf­fas­sung, es han­de­le sich bei dem ange­bo­te­nen Essen nicht um sol­che ein­fach zube­rei­te­ten Spei­sen.

Die­ser Ein­schät­zung schloss sich jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz an: Die Stadt Bad Kreuz­nach habe den Gast­stät­ten­be­trei­ber zu Recht auf­ge­for­dert, in sei­ner Gast­stät­te das Rauch­ver­bot ein­zu­hal­ten. Bei den von ihm ange­bo­te­nen Gerich­ten han­de­le es sich nicht um ein­fach zube­rei­te­te Spei­sen im Sin­ne des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes. Hier­un­ter sei­en nur klei­ne­re Gerich­te zu ver­ste­hen. Das Spei­se­an­ge­bot des Gast­stät­ten­be­trei­bers gehe mit voll­stän­di­gen Mahl­zei­ten weit dar­über hin­aus. Des­halb müs­se das Rauch­ver­bot ein­ge­hal­ten wer­den.

Mit­tags Nicht­rau­cher, abends Rau­cher

Die Klä­ge­rin des zwei­ten Ver­fah­rens ist Inha­be­rin eines Bis­tros. Sie betreibt die Gast­stät­te werk­tags in der Mit­tags­zeit als Nicht­rau­cher-Spei­se­gast­stät­te und im Anschluss dar­an als Rau­cher­gast­stät­te. Die Stadt for­der­te sie auf, das Rauch­ver­bot umfas­send ein­zu­hal­ten.

Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Ver­wal­tungs­ge­richt ab. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung: Es sei nicht zuläs­sig, beschie­den die Koblen­zer Rich­ter, die­sel­be Gast­stät­te zeit­lich "zu split­ten" und das Rauch­ver­bot täg­lich nur stun­den­wei­se ein­zu­hal­ten. Das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz die­ne dem Schutz vor den Gefah­ren des Pas­siv­rau­chens. Da sich Rauch an allen Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den abla­ge­re, kön­ne sich die­se Gesund­heits­ge­fahr auch dann ver­wirk­li­chen, wenn nach dem Kon­zept der Klä­ge­rin mit­tags in ihrer Gast­stät­te nicht geraucht wer­de.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urtei­le vom 26. Mai 2011 – 7 A 10010/​11.OVG und 7 A 10011/​11.OVG