Re-Import von Gas-Heiz­kes­seln

Gas-Heiz­kes­seln, die aus einem ande­ren Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on nach Deutsch­land (re)importiert wer­den, fehlt nicht schon des­halb die erfor­der­li­che Zulas­sung, weil sie nicht vom Her­stel­ler mit deutsch­spra­chi­gen Typen­schil­dern und deutsch­spra­chi­gen Bedie­nungs- und Auf­stell­an­lei­tun­gen ver­se­hen wor­den sind.

Re-Import von Gas-Heiz­kes­seln

Nach § 2 7. GPSGV dür­fen Gerä­te und Aus­rüs­tun­gen nur in den Ver­kehr gebracht wer­den, wenn sie den grund­le­gen­den Anfor­de­run­gen nach Anhang I der Richt­li­nie 90/​396/​EWG ent­spre­chen und bei vor­schrifts­ge­mä­ßer Ver­wen­dung die Sicher­heit von Per­so­nen, Haus­tie­ren und Gütern nicht gefähr­den. Die Vor­schrift stellt damit aus­schließ­lich gerä­te­spe­zi­fi­sche Anfor­de­run­gen auf. Dage­gen ver­langt sie nicht, dass auf der Gas­ver­brauchs­ein­rich­tung über­haupt ein Typen­schild ange­bracht wer­den muss, und erst recht nicht, dass die­ses in deut­scher Spra­che ver­fasst sein und gera­de vom Her­stel­ler ange­bracht wer­den muss. Gemäß § 1 Abs. 5 Nr. 1 7. GPSGV sind nur nach den Anwei­sun­gen des Her­stel­lers vor­schrifts­mä­ßig ein­ge­bau­te und regel­mä­ßig gewar­te­te Gerä­te vor­schrifts­mä­ßig ver­wen­de­te Gerä­te im Sin­ne die­ser Ver­ord­nung. Die Vor­schrift ent­hält mit­hin ledig­lich eine Begriffs­be­stim­mung und befasst sich daher gleich­falls nicht mit der Fra­ge, ob und gege­be­nen­falls in wel­cher Form und von wem Typen­schil­der auf Gas­ver­brauchs­ein­rich­tun­gen anzu­brin­gen sind.

Nach § 4 Abs. 1 Satz 1 GPSG darf eine Gas­ver­brauchs­ein­rich­tung nur dann in Ver­kehr gebracht wer­den, wenn sie den in der Gas­ver­brauchs­ein­rich­tungs­ver­ord­nung vor­ge­se­he­nen Anfor­de­run­gen an Sicher­heit und Gesund­heit und sons­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen für ihr Inver­kehr­brin­gen ent­spricht und Sicher­heit und Gesund­heit der Ver­wen­der oder Drit­ter oder sons­ti­ge in der Ver­ord­nung auf­ge­führ­te Rechts­gü­ter bei bestim­mungs­ge­mä­ßer Ver­wen­dung oder vor­her­seh­ba­rer Fehl­an­wen­dung nicht gefähr­det wer­den. Die Vor­schrift behan­delt daher die Fra­ge des Anbrin­gens von Typen­schil­dern eben­falls nicht. Das­sel­be gilt für § 3 Abs. 1 7. GPSGV, wonach Gerä­te, die die­ser Ver­ord­nung unter­fal­len, mit dem CE-Kenn­zei­chen ver­se­hen sein müs­sen. Soweit das CE-Kenn­zei­chen auf dem Typen­schild ange­bracht wird, liegt dem kei­ne recht­li­che Ver­pflich­tung zugrun­de.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Sep­tem­ber 2010 – I ZR 26/​08