Reform des Gerä­te- und Pro­dukt­si­cher­heits­rechts

Mit dem neu­en euro­päi­schen Rechts­rah­men (New Legis­la­ti­ve Frame­work – NLF) für die Ver­mark­tung von Pro­duk­ten sind zwei euro­päi­sche Rechts­ak­te in Kraft getre­ten, die das bis­he­ri­ge Gerä­te- und Pro­dukt­si­cher­heits­ge­setz (GPSG) maß­geb­lich betref­fen und Aus­lö­ser einer jetzt von der Bun­des­re­gie­rung in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­brach­ten Novel­le des GPSG durch den Ent­wurf eines Geset­zes über die Neu­ord­nung des Gerä­te- und Pro­dukt­si­cher­heits­rechts sind.

Reform des Gerä­te- und Pro­dukt­si­cher­heits­rechts

Die Ver­ord­nung (EG) Nr. 765/​2008 schafft für Pro­duk­te, die euro­päi­schen Har­mo­ni­sie­rungs­rechts­vor­schrif­ten unter­fal­len, einen ein­heit­li­chen Rah­men für die Akkre­di­tie­rung und Markt­über­wa­chung.

Mit dem GPSG wer­den elf euro­päi­sche Pro­dukt­richt­li­ni­en in deut­sches Recht umge­setzt. Für die­se Pro­duk­te ent­fal­tet die euro­päi­sche Ver­ord­nung unmit­tel­ba­re Wir­kung. Sie ist somit neben dem GPSG zu beach­ten.

Arti­kel 1 des Gesetz­ent­wurfs dient daher ins­be­son­de­re der Anpas­sung der Markt­über­wa­chungs­be­stim­mun­gen des bestehen­den GPSG an die ent­spre­chen­den Bestim­mun­gen der Ver­ord­nung (EG) Nr. 765/​2008. Gleich­zei­tig wer­den Bestim­mun­gen zur Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 765/​2008 auf­ge­nom­men, soweit dies im Hin­blick auf das föde­ra­le Sys­tem der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land erfor­der­lich ist. Die Bestim­mun­gen zur Markt­über­wa­chung sind im Abschnitt 6 des neu­en Pro­dukt­si­cher­heits­ge­set­zes (ProdSG) zusam­men­ge­fasst und gel­ten ein­heit­lich für des­sen gesam­ten Anwen­dungs­be­reich.

Der Beschluss Nr. 768/​2008/​EG über einen gemein­sa­men Rechts­rah­men für die Ver­mark­tung von Pro­duk­ten ent­hält Grund­sät­ze und Mus­ter­ar­ti­kel, die bei der Über­ar­bei­tung der Bin­nen­markt­richt­li­ni­en beach­tet bzw. in die­se über­nom­men wer­den sol­len. Damit soll eine grö­ße­re Kohä­renz der ein­zel­nen Richt­li­ni­en her­ge­stellt wer­den.

Die­ser Kohä­renz-Gedan­ke ist im Bereich des GPSG bereits seit lan­gem ver­an­kert: glei­che Rege­lungs­sach­ver­hal­te der mit dem GPSG umge­setz­ten elf Bin­nen­markt­richt­li­ni­en sind im GPSG umge­setzt wor­den (und damit "vor die Klam­mer gezo­gen"), pro­dukt­spe­zi­fi­sche Sach­ver­hal­te dann in der jewei­li­gen Ver­ord­nung zum GPSG.

Die­ser sys­te­ma­ti­sche Ansatz des GPSG ist mit dem Beschluss Nr. 768/​2008/​EG fak­tisch auf euro­päi­scher Ebe­ne nach­voll­zo­gen wor­den. Das neue ProdSG behält den bewähr­ten sys­te­ma­ti­schen Ansatz des GPSG bei. So über­nimmt es in sei­nen Abschnit­ten 3 und 4 inhalts­gleich die Bestim­mun­gen des Beschlus­ses zu den noti­fi­zie­ren­den Behör­den sowie den noti­fi­zier­ten Stel­len. Dies dient auch der Umset­zung der Spiel­zeug­richt­li­nie 2009/​48/​EG.
Neben die­ser euro­päi­schen Kom­po­nen­te der Novel­le wer­den außer­dem die Bestim­mun­gen zum GS-Zei­chen im Hin­blick auf die Vor­aus­set­zun­gen für sei­ne Ertei­lung und die Kon­trol­le sei­ner berech­tig­ten Ver­wen­dung auf Pro­duk­ten stren­ger gefasst und ergänzt. Sie wer­den mit den Bestim­mun­gen zu den GS-Stel­len in einem eige­nen Abschnitt 5 zusam­men­ge­führt. Glei­ches trifft auf die Infor­ma­ti­ons- und Meld­pflich­ten zu, die nun im Abschnitt 7 zusam­men­ge­fasst sind.

Ins­ge­samt sieht der Gesetz­ent­wurf umfang­rei­che sprach­li­che und sys­te­ma­ti­sche Ände­run­gen vor.

Die bis­he­ri­gen Bestim­mun­gen zu den über­wa­chungs­be­dürf­ti­gen Anla­gen sind nicht Gegen­stand die­ser Novel­le und wer­den bis auf redak­tio­nel­le Ände­run­gen bei­be­hal­ten (Abschnitt 9).

Mit den Arti­keln 2 bis 35 wer­den Fol­ge­än­de­run­gen, die aus der Ände­rung des GPSG resul­tie­ren, in ande­ren Rechts­vor­schrif­ten durch­ge­führt.

Arti­kel 19 dient gleich­zei­tig der Umset­zung der Richt­li­nie 2009/​127/​EG über Maschi­nen zur Aus­brin­gung von Pes­ti­zi­den.