Regen­ent­las­tung

Zur Beur­tei­lung der Fra­ge, ob an einem öffent­li­chen Auf­trag ein grenz­über­schrei­ten­des Inter­es­se besteht, ist eine Pro­gno­se dar­über anzu­stel­len, ob der Auf­trag nach den kon­kre­ten Markt­ver­hält­nis­sen, das heißt mit Blick auf die ange­spro­che­nen Bran­chen­krei­se und ihre Bereit­schaft, Auf­trä­ge gege­be­nen­falls in Anbe­tracht ihres Volu­mens und des Ortes der Auf­trags­durch­füh­rung auch grenz­über­schrei­tend aus­zu­füh­ren, für aus­län­di­sche Anbie­ter inter­es­sant sein könn­te.

Regen­ent­las­tung

Bei der Zulas­sung von Neben­an­ge­bo­ten wer­den die Grund­frei­hei­ten des Pri­mär­rechts der Euro­päi­schen Uni­on und die Gebo­te der Gleich­be­hand­lung, Ver­hält­nis­mä­ßig­keit und Trans­pa­renz gewahrt, wenn in den Ver­ga­be­un­ter­la­gen vor­ge­ge­ben wird, dass Aus­füh­rungs­va­ri­an­ten ein­deu­tig und erschöp­fend beschrie­ben wer­den und alle Leis­tun­gen umfas­sen müs­sen, die zu einer ein­wand­frei­en Aus­füh­rung der Bau­leis­tung erfor­der­lich sind, und dass bei nicht in All­ge­mei­nen Tech­ni­schen Ver­trags­be­din­gun­gen oder in den Ver­ga­be­un­ter­la­gen gere­gel­ten Leis­tun­gen im Ange­bot ent­spre­chen­de Anga­ben über Aus­füh­rung und Beschaf­fen­heit die­ser Leis­tun­gen zu machen sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. August 2011 – X ZR 55/​10