Renn­ka­ta­ma­ran

Das einem tat­säch­lich exis­tie­ren­den Ver­kehrs­mit­tel nach­emp­fun­de­ne Modell (hier: Modell-Renn­boot) kann selbst dann über wett­be­werb­li­che Eigen­art ver­fü­gen und Her­kunfts­vor­stel­lun­gen aus­zu­lö­sen, wenn es sich stark an dem Ori­gi­nal ori­en­tiert, dane­ben aber eige­ne Gestal­tungs­ele­men­te ver­wirk­licht. Die wett­be­werb­li­che Eigen­art kann in die­sem Fall maß­geb­lich auf (abwei­chen­den), will­kür­lich gewähl­ten opti­schen Gestal­tungs­merk­ma­len (Beschrif­tung, Flag­gen, Wer­be­em­ble­men usw.) beru­hen.

Renn­ka­ta­ma­ran

Eine wett­be­werbs­wid­ri­ge Her­kunfts­täu­schung kann bei einer der­ar­ti­gen Sach­la­ge dar­in lie­gen, dass bei der Nach­ah­mung zwar objek­tiv abwei­chen­de, in Sinn­ge­halt, Farb­ge­bung, Gestal­tungs­form usw. aber täu­schend ähn­li­che Ele­men­te an ver­gleich­ba­rer Stel­le ange­bracht wer­den. Der­ar­ti­ge Über­ein­stim­mun­gen erge­ben ein maß­geb­li­ches Indiz dafür, dass sich die Nach­ah­mung nicht an dem Ori­gi­nal-Ver­kehrs­mit­tel, son­dern an dem Modell­boot des Mit­be­wer­bers ori­en­tiert hat.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 8. Juli 2009 – 5 U 54/​08