Repa­ra­tur patent­ge­schütz­ter Gegen­stän­de

Gehört der Aus­tausch bestimm­ter Bestand­tei­le zum bestim­mungs­ge­mä­ßen Gebrauch eines paten­tier­ten Erzeug­nis­ses, so darf die­ser Aus­tausch an einem mit Zustim­mung des Patent­in­ha­bers in Ver­kehr gebrach­ten Exem­plar auch von Wett­be­wer­bern vor­ge­nom­men wer­den, die das Exem­plar zu die­sem Zweck in repa­ra­tur­be­dürf­ti­gem Zustand erwer­ben und nach erfolg­ter Repa­ra­tur an Drit­te wei­ter­ver­äu­ßern.

Repa­ra­tur patent­ge­schütz­ter Gegen­stän­de

Der vom Bun­des­ge­richts­ohf auf­ge­stell­te Grund­satz, wonach für die Fra­ge, ob durch den Aus­tausch von Tei­len die Iden­ti­tät des bear­bei­te­ten Gegen­stan­des gewahrt bleibt oder ob die Maß­nah­men auf die erneu­te Her­stel­lung des patent­ge­schütz­ten Erzeug­nis­ses hin­aus­lau­fen, auch von Bedeu­tung sein kann, ob es sich um Tei­le han­delt, mit deren Aus­tausch wäh­rend der Lebens­dau­er der Vor­rich­tung übli­cher­wei­se zu rech­nen ist, und inwie­weit sich gera­de in den aus­ge­tausch­ten Tei­len die tech­ni­schen Wir­kun­gen der Erfin­dung wider­spie­geln, ist auch dann her­an­zu­zie­hen, wenn eine unmit­tel­ba­re Patent­ver­let­zung gel­tend gemacht wird.

Ob sich gera­de in den aus­ge­tausch­ten Tei­len die tech­ni­schen Wir­kun­gen der Erfin­dung wider­spie­geln, ist in der Regel nur dann aus­schlag­ge­bend, wenn mit dem Aus­tausch wäh­rend der Lebens­dau­er des geschütz­ten Erzeug­nis­ses übli­cher­wei­se zu rech­nen ist. Hier­für ist maß­geb­lich, ob der Aus­tausch nach der Ver­kehrs­auf­fas­sung als übli­che Erhal­tungs­maß­nah­me anzu­se­hen ist, die die Iden­ti­tät der Gesamt­vor­rich­tung als ver­kehrs­fä­hi­ges Wirt­schafts­gut nicht in Fra­ge stellt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Juli 2012 – X ZR 97/​11