Rück­for­de­rung einer rechts­wid­ri­gen Bei­hil­fe – und der Schutz der Ver­trags­part­ner

Die Fra­ge, ob in den Schutz­be­reich der Art. 107 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV auch der­je­ni­ge ein­be­zo­gen ist, der mit einem Unter­neh­men, dem unter Ver­stoß gegen die­se Bestim­mun­gen eine Bei­hil­fe gewährt wor­den ist, einen Ver­trag schließt und nach Rück­for­de­rung der rechts­wid­ri­gen Bei­hil­fe in der Insol­venz die­ses Unter­neh­mens mit sei­nen ver­trag­li­chen Zah­lungs­for­de­run­gen gegen das Unter­neh­men aus­fällt, ist nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hof ein­deu­tig zu ver­nei­nen und nicht klä­rungs­be­dürf­tig.

Rück­for­de­rung einer rechts­wid­ri­gen Bei­hil­fe – und der Schutz der Ver­trags­part­ner

Aus dem Wort­laut und der sys­te­ma­ti­schen Stel­lung von Art. 107, 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV ergibt sich, dass der Schutz­zweck die­ser Vor­schrif­ten auf den Wett­be­werb und auf Wett­be­wer­ber des Bei­hil­fe­emp­fän­gers begrenzt ist 1. Für den Schutz wei­te­rer Per­so­nen erge­ben sich kei­ne Anhalts­punk­te.

Inso­weit sieht der Bun­des­ge­richts­hof auch kei­ne Not­wen­dig­keit für ine Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on gemäß Art. 267 AEUV 2. Die Erwä­gun­gen des Bun­des­ge­richts­hofs zum Euro­pa­recht erge­ben sich ohne wei­te­res aus Art. 107, 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV und der zitier­ten Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on. Die rich­ti­ge Anwen­dung des Euro­pa­rechts ist daher der­art offen­kun­dig, dass für ver­nünf­ti­ge Zwei­fel kein Raum mehr bleibt (acte clair) 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Dezem­ber 2018 – III ZR 221/​18

  1. vgl. zu die­sem Schutz­zweck EuGH, Urtei­le vom 12.02.2008 – C‑199/​06 CELF I, Slg. 2008, I‑00469 Rn. 38; und vom 05.10.2006 – C‑368/​04 Tran­sal­pi­ne, Slg. 2006, I‑9957 Rn. 46[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 08.10.2015 – 1 BvR 1320/​14, mwN[]
  3. vgl. z.B. BGH, Urteil vom 17.04.2014 – III ZR 87/​13, BGHZ 201, 11 Rn. 29 mwN[]