Scha­dens­er­satz in „Die­sel­fäl­len“ – Delikt­szin­sen und Aufwendungsersatz

Mit dem Umfang der Haf­tung eines Auto­mo­bil­her­stel­lers nach §§ 826, 31 BGB gegen­über dem Käu­fer des Fahr­zeugs in einem soge­nann­ten Die­sel­fall muss­te sich erneut der Bun­des­ge­richts­hof befas­sen. Dies­mal ging es um Delikt­szin­sen und den Ersatz von Aufwendungen:

Scha­dens­er­satz in „Die­sel­fäl­len“ – Delikt­szin­sen und Aufwendungsersatz

Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs schei­det ein Anspruch des (Gebrauchtwagen-)Käufers auf Delikt­szin­sen gemäß § 849 BGB aus Rechts­grün­den aus, da der Auto­käu­fer als Gegen­leis­tung für die Kauf­preis­zah­lung ein in tat­säch­li­cher Hin­sicht voll nutz­ba­res Fahr­zeug erhielt1.

Ent­ge­gen der Ansicht des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts2 steht dem Auto­käu­fer kein Anspruch auf Ersatz von Auf­wen­dun­gen für Fahr­zeug­inspek­tio­nen, die Durch­füh­rung einer Haupt­un­ter­su­chung und den Erwerb einer Ersatz­bat­te­rie zu. Auf­wen­dun­gen der hier frag­li­chen Art sind unter den im Streit­fall gege­be­nen Umstän­den nicht ersatz­fä­hig. Da der Auto­käu­fer das Fahr­zeug wie vor­ge­se­hen genutzt hat, han­delt es sich inso­weit nicht um ver­geb­li­che Auf­wen­dun­gen3.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­sä, umnis­ur­teil vom 6. Juli 2021 – VI ZR 1146/​20

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 30.07.2020 – VI ZR 354/​19, BGHZ 226, 322 Rn. 17 ff.; – VI ZR 397/​19, NJW 2020, 2806 Rn.20 ff.[]
  2. OLG Bran­den­burg, Urteil vom 07.07.2020 – 6 U 109/​18, Beck­RS 2020, 17762[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 30.07.2020 – VI ZR 354/​19, BGHZ 226, 322 Rn. 24[]

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