Schmal­spur­werks­bah­nen – und das Eisen­bahn­kreu­zungs­ge­setz

Die Vor­schrif­ten des Eisen­bahn­kreu­zungs­ge­set­zes und der 1. Eisen­bahn­kreu­zungs­ver­ord­nung, die in ihrem Anwen­dungs­be­reich erschöp­fen­de und Ansprü­che aus öffent­lich­recht­li­cher und zivil­recht­li­cher Geschäfts­füh­rung ohne Auf­trag aus­schlie­ßen­de Erstat­tungs­re­ge­lun­gen tref­fen 1, sind auf Schmal­spur­werks­bah­nen nicht anwend­bar.

Schmal­spur­werks­bah­nen – und das Eisen­bahn­kreu­zungs­ge­setz

Bei der (hier: 1967 still­ge­leg­ten) still­ge­leg­ten Werks­bahn han­del­te es sich näm­lich nicht um eine Eisen­bahn nach § 1 Abs. 3 EKrG. Danach sind Eisen­bah­nen im Sin­ne die­ses Geset­zes nur sol­che, die dem öffent­li­chen Ver­kehr die­nen, wäh­rend Eisen­bah­nen, die nicht dem öffent­li­chen Ver­kehr die­nen, nur dann dem Eisen­bahn­kreu­zungs­ge­setz unter­fal­len, wenn ihre Betriebs­mit­tel auf Eisen­bah­nen des öffent­li­chen Ver­kehrs über­ge­hen kön­nen (sog. Anschluss­bah­nen) oder sie den Anschluss­bah­nen gleich­ge­stellt sind 2, wobei letz­te­res nicht ersicht­lich ist.

Bei einer Anschluss­bahn ist eine pri­va­te mit einer öffent­li­chen Eisen­bahn der­art ver­bun­den, dass die Fahr­zeu­ge der Pri­vat­bahn auf den Schie­nen­weg der öffent­li­chen Eisen­bahn über­ge­führt wer­den kön­nen 3. Dies ist bei einer Schmal­spur­werks­bahn, die ledig­lich zwei Betriebs­tei­le mit­ein­an­der ver­band, nicht der Fall. Danach ist die (ehe­ma­li­ge) Betrei­be­rin der Schmal­spur­bahn nicht Trä­ge­rin der Bau­last und der nach Ein­stel­lung des Bahn­ver­kehrs fort­dau­ern­den Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht aus § 14a Abs. 1 Satz 1 EKrG für die abge­ris­se­ne Brü­cke.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Juli 2018 – III ZR 273/​16

  1. OVG Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 30.05.2001 – 1 L 205/​00; vgl. auch BGH, Urtei­le vom 13.11.2003 – III ZR 70/​03, BGHZ 156, 394, 398; und vom 19.07.2007 – III ZR 20/​07, NVwZ 2008, 349 Rn. 9 zu ähn­li­chen Fall­ge­stal­tun­gen und BVerw­GE 65, 346, 355 zur Spe­zia­li­tät des Eisen­bahn­kreu­zungs­rechts gegen­über dem all­ge­mei­nen Stra­ßen- und Eisen­bahn­recht[]
  2. vgl. hier­zu Marschall/​Schweinsberg, EKrG, 6. Aufl., § 1 Rn. 43; Kodal/​Stahlhut, Stra­ßen­recht, 7. Aufl., Kap. 21 Rn. 5[]
  3. vgl. Kunz/​Kramer, Eisen­bahn­recht, Band II, Erl. A 8.2, S. 21 mwN [Bearb.1998]; Marschall/​Schweinsberg aaO Rn. 42[]