Schutz­um­fang eines Sam­mel­werks

Bei der Bestim­mung des Schutz­um­fangs eines Sam­mel­werks ist zu beach­ten, dass der Schutz­grund des § 4 Abs. 1 UrhG in der eigen­schöp­fe­ri­schen Aus­wahl oder Anord­nung der Ele­men­te liegt 1.

Schutz­um­fang eines Sam­mel­werks

Eine Ver­let­zung des Urhe­ber­rechts an einem Sam­mel­werk kann des­halb nur ange­nom­men wer­den, wenn das bean­stan­de­te Werk die­je­ni­gen Struk­tu­ren hin­sicht­lich der Aus­le­se und Anord­nung des Stoffs ent­hält, die das Sam­mel­werk als eine per­sön­li­che geis­ti­ge Schöp­fung im Sin­ne des § 4 UrhG aus­wei­sen. Der über­nom­me­ne Teil muss des­halb so weit­ge­hend Aus­druck der indi­vi­du­el­len Aus­wahl­kon­zep­ti­on des Urhe­bers des Sam­mel­werks sein, dass er noch einen gemäß § 4 UrhG selb­stän­dig schutz­fä­hi­gen Teil sei­nes Sam­mel­werks dar­stellt 2.

aus­wei­sen. Nur wenn die Kom­bi­na­ti­on der über­nom­me­nen Ele­men­te beson­de­re Struk­tu­ren in deren Aus­le­se und Anord­nung auf­weist und dar­in das Gewe­be der per­sön­li­chen geis­ti­gen Schöp­fung des Sam­mel­wer­kes erken­nen lässt, kann eine Beein­träch­ti­gung des Urhe­ber­rechts an dem Sam­mel­werk im Sin­ne des § 4 UrhG ange­nom­men wer­den 3. Dar­aus ergibt sich, dass der über­nom­me­ne Teil so weit­ge­hend Aus­druck der indi­vi­du­el­len Aus­wahl­kon­zep­ti­on des Urhe­bers des Sam­mel­werks sein muss, dass er noch einen gemäß § 4 UrhG selb­stän­dig schutz­fä­hi­gen Teil sei­nes Sam­mel­werks dar­stellt 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. März 2013 – I ZR 9/​12 – SUMO

  1. Oberg­fell in Büscher/­Ditt-mer/­Schi­wy, Gewerb­li­cher Rechts­schutz Urhe­ber­recht Medi­en­recht, 2. Aufl., § 4 UrhG Rn. 5[]
  2. Bestä­ti­gung von BGHZ 172, 268 Rn. 25 f. Gedicht­ti­tel­lis­te I[]
  3. BGH, Urteil vom 21.11.1991 – I ZR 190/​89, BGHZ 116, 136, 142 f. – Leit­sät­ze; Urteil vom 24.05.2007 – I ZR 130/​04, BGHZ 172, 268 Rn. 25 – Gedicht­ti­tel­lis­te I[]
  4. BGHZ 172, 268 Rn. 25 f. – Gedicht­ti­tel­lis­te I; Czy­chow­ski in Fromm/​Nordemann, Urhe­ber­recht, 10. Aufl., § 4 UrhG Rn. 40[]