Seitenhonorare für Übersetzer

Der Bundesgerichtshof hält dar­an fest, dass der Übersetzer eines bel­le­tris­ti­schen Werkes oder Sachbuches, dem für die zeit­lich unbe­schränk­te und inhalt­lich umfas­sen­de Einräumung sämt­li­cher Nutzungsrechte an sei­ner Übersetzung ledig­lich ein für sich genom­men übli­ches und ange­mes­se­nes Seitenhonorar als Garantiehonorar zuge­sagt ist, gemäß § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG eine zusätz­li­che Vergütung bean­spru­chen kann, die bei gebun­de­nen Büchern 0,8% und bei Taschenbüchern 0,4% des Nettoladenverkaufspreises beträgt und jeweils ab dem 5.000sten Exemplar zu zah­len ist und dass beson­de­re Umstände es als ange­mes­sen erschei­nen las­sen kön­nen, die­se Vergütungssätze zu erhö­hen oder zu ver­rin­gern 1.

Seitenhonorare für Übersetzer

Bei einer Erstverwertung als Hardcover-Ausgabe und einer Zweitverwertung als Taschenbuchausgabe ist die zusätz­li­che Vergütung jeweils erst ab dem 5.000sten ver­kauf­ten Exemplar der jewei­li­gen Ausgabe zu zah­len.

Nur ein Seitenhonorar, das außer­halb der Bandbreite von im Einzelfall übli­chen und ange­mes­se­nen Seitenhonoraren liegt, kann eine Erhöhung oder Verringerung der zusätz­li­chen Vergütung recht­fer­ti­gen.

Darüber hin­aus kann ein sol­cher Übersetzer gemäß § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG eine ange­mes­se­ne Beteiligung an Erlösen bean­spru-chen, die der Verlag dadurch erzielt, dass er Dritten das Recht zur Nutzung des über­setz­ten Werkes ein­räumt oder über­trägt. Diese Beteiligung beträgt grund­sätz­lich ein Fünftel der Beteiligung des Autors des fremd­spra­chi­gen Werkes an die­sen Erlösen. Der Erlösanteil, den der Übersetzer erhält, darf aller­dings nicht höher sein als der Erlösanteil, der dem Verlag ver­bleibt. Soweit bei der Nutzung des über­setz­ten Werkes von der Übersetzung in gerin­ge­rem Umfang als vom Originalwerk Gebrauch gemacht wird, ist die Beteiligung des Übersetzers ent­spre­chend zu ver­rin­gern.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 20. Januar 2011 – I ZR 19/​09

  1. Bestätigung von BGH, Urteil vom 07.10.2009 – I ZR 38/​07, BGHZ 182, 337 – Talking to Addison
  2. BGH, Urteil vom 07.10.2009 – I ZR 38/​07, BGHZ 182, 337 [Talking to Addison]