SEPA-Umstel­lung wird kom­men – was ändert sich beim Zah­lungs­ver­kehr ab Febru­ar 2014?

Bereits im März 2012 hat­te der euro­päi­sche Gesetz­ge­ber ent­schie­den: Zum Stich­tag am 1.2.2014 soll der Euro­zah­lungs­ver­kehr ver­ein­heit­licht wer­den. Ab die­sem Tag ver­lie­ren Kon­to­num­mer und Bank­leit­zahl ihre Gül­tig­keit und Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten müs­sen ent­spre­chend des euro­pa­weit ein­heit­li­chen SEPA-Ver­fah­rens abge­wi­ckelt wer­den.

SEPA-Umstel­lung wird kom­men – was ändert sich beim Zah­lungs­ver­kehr ab Febru­ar 2014?

Die Ver­ord­nung (EU) Nr. 260/​2012 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Fest­le­gung der tech­ni­schen Vor­schrif­ten und der Geschäfts­an­for­de­run­gen für Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten in Euro und zur Ände­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 924/​2009 ist am 31.3.2012 in Kraft getre­ten. Mit der soge­nann­ten SEPA-Ver­ord­nung ist fest­ge­legt, dass Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten in den EU-Mit­glied­staa­ten nach einem ein­heit­li­chen Ver­fah­ren zu täti­gen sind und den recht­li­chen und tech­ni­schen Anfor­de­run­gen genü­gen müs­sen. Wei­ter­hin ist mit der Ver­ord­nung der Stich­tag auf den 1.Feburar 2014 fest­ge­setzt. Mit der Fol­ge, dass die bis­he­ri­gen inlän­di­schen Über­wei­sungs- und Last­schrift­ver­fah­ren zu die­sem Stich­tag ihre Gül­tig­keit ver­lie­ren und die SEPA-Über­wei­sung und die SEPA-Last­schrift an ihre Stel­le tre­ten. Die ver­fah­rens­mä­ßi­ge Aus­ge­stal­tung der neu­en Zahl­ver­fah­ren ist in den euro­päi­schen Regel­wer­ken des European Pay­ments Coun­cil, den so genann­ten Rule­books, fest­ge­schrie­ben. Hier fin­den sich auch die Vor­schrif­ten, Prak­ti­ken und Stan­dards sowie die Rech­te und Pflich­ten der am Ver­fah­ren betei­lig­ten Zah­lungs­dienst­leis­ter.

In Deutsch­land ist zusam­men mit der euro­päi­schen SEPA-Ver­ord­nung das SEPA-Begleit­ge­setz in Kraft getre­ten. Die­ses regelt die optio­na­len Über­gangs­vor­schrif­ten der SEPA-Ver­ord­nung. Im Begleit­ge­setz ist gere­gelt, dass Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher noch wäh­rend der Über­gangs­zeit bis zum 1. Febru­ar 2016 ihre Kon­to­num­mer und Bank­leit­zahl ver­wen­den dür­fen. Die Kre­dit­in­sti­tu­te kon­ver­tie­ren wäh­rend die­ser Zeit die Kon­to­ken­nung auto­ma­tisch und kos­ten­los, aller­dings nur für Pri­vat­kun­den, nicht für Geschäfts­kun­den.

Die Umstel­lung auf SEPA betrifft sowohl Ver­brau­cher und Ver­brau­che­rin­nen als auch Unter­neh­men. Wäh­rend Pri­vat­per­so­nen sich bei Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten nur an die neu­en Num­mern IBAN und BIC, die Bank­leit­zahl und Kon­to­num­mer erset­zen, hal­ten müs­sen, haben Unter­neh­men deut­lich mehr Auf­wand. Sie müs­sen Zah­lungs­ver­kehrs­an­wen­dun­gen und Buch­hal­tungs­sys­te­me auf SEPA umstel­len. Neben dem Zah­lungs­ver­kehr an sich muss also auch die Buch­hal­tung ange­passt wer­den. Hier­zu gehö­ren auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on von IBAN und BIC an Kun­den und Geschäfts­part­ner sowie die Erfas­sung der neu­en Num­mern von Kun­den und Geschäfts­part­nern in der eige­nen Buch­hal­tung. (Hier ein Arti­kel dazu)

Die wesent­li­chen Ände­run­gen durch die SEPA-Ver­ord­nung bestehen in der neu­en Kon­to­ken­nung sowie in einem neu­en Ver­fah­ren für Last­schrif­ten. Im Zuge der SEPA-Umstel­lung wer­den Kon­to­num­mer und Bank­leit­zahl durch die Inter­na­tio­na­le Bank­kon­to­num­mer IBAN und die Inter­na­tio­na­le Bank­leit­zahl BIC ersetzt. Mit dem Stich­tag am 1.2.2014 muss bei natio­na­len Über­wei­sun­gen nur noch der IBAN ange­ge­ben wer­den. Zusätz­lich zum IBAN muss noch bis zum 1.2.2016 bei grenz­über­grei­fen­den Über­wei­sun­gen außer­dem der BIC ange­ge­ben wer­den. Bis dahin läuft die Über­gangs­pha­se für Nicht-Euro­län­der für die SEPA-Umstel­lung, danach ist auch für inter­na­tio­na­le Über­wei­sun­gen der IBAN aus­rei­chend.

Eine weit­rei­chen­de Ände­rung betrifft das Last­schrift-Ver­fah­ren, das durch SEPA deut­lich umständ­li­cher wird als bis­her. Das neue SEPA-Ver­fah­ren sieht vor, dass eine Last­schrift bei der betref­fen­den Bank anzu­kün­di­gen und neue Inkas­so-Ver­ein­ba­rung zu tref­fen ist. Die bis­he­ri­ge Last­schrift­ver­ein­ba­rung zwi­schen Schuld­ner und Gläu­bi­ger ist nicht mehr aus­rei­chend, an ihre Stel­le tre­ten die soge­nann­ten Man­da­te. Wei­ter­hin ist ein fes­tes Fäl­lig­keits­da­tum für die Last­schrift anzu­ge­ben und die­se dem Schuld­ner mit­zu­tei­len. Durch die­se Frist, soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Last­schrift auch gedeckt ist. Für die genaue Iden­ti­fi­zie­rung der Gläu­bi­ger wer­den von der Deut­schen Bun­des­bank 18-stel­li­ge Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern aus­ge­ge­ben.

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