So ist die ABS-Pflicht für Motor­rä­der tat­säch­lich zu ver­ste­hen

Ab 2016 müs­sen Motor­rad­her­stel­ler ihre neu­en Model­len grund­sätz­lich mit ABS aus­stat­ten. Aller­dings haben vie­le Biker die ABS-Pflicht falsch ver­stan­den und befürch­ten daher, sie müss­ten ihre bestehen­den Maschi­nen umrüs­ten. Dies ist jedoch nicht der Fall, zumal sich eine Nach­rüs­tung ohne­hin schwie­rig gestal­tet. Wer mit ABS unter­wegs sein möch­te, ist des­halb bes­ser damit bera­ten, sich ein Bike zu kau­fen, das ab Werk ent­spre­chend aus­ge­stat­tet ist.

So ist die ABS-Pflicht für Motor­rä­der tat­säch­lich zu ver­ste­hen
Motorrad
©Flickr – Georg Peter Land­sie­del /​CC BY 2.0

In etwas mehr als zwei Jah­ren ist es soweit: In Euro­pa tritt die ABS-Pflicht für Motor­rä­der in Kraft. Die­se Neue­rung hat sich längst her­um­ge­spro­chen und unter zahl­rei­chen Motor­rad­fah­rern für Gesprächs­stoff gesorgt. Lei­der wur­den eini­ge Din­ge falsch ver­stan­den, was teil­wei­se schon zu gro­ßem Ärger geführt hat. Dabei haben Motor­rad­fah­rer über­haupt nichts zu befürch­ten, Schluss­end­lich bringt die ABS-Pflicht nur Vor­tei­le mit sich.

ABS ist auch beim Motor­rad sinn­voll

Der Haupt­grund für die EU-wei­te Ein­füh­rung der ABS-Pflicht bei Motor­rä­dern hat mit dem Gewinn an Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr zu tun. Umfas­sen­de Stu­di­en bele­gen, dass das ABS dabei hilft, die Sicher­heit maß­geb­lich zu stei­gern. In Gefah­ren­si­tua­tio­nen bleibt Bikern näm­lich oft kei­ne ande­re Wahl, als mit maxi­ma­ler Kraft zu brem­sen. Hier­bei besteht die Gefahr, dass sie die Kon­trol­le über ihre Fahr­zeu­ge ver­lie­ren bzw. die­se nicht mehr prä­zi­se len­ken kön­nen. Als Fol­ge kommt es zu Kol­li­sio­nen, die oft schwe­re Ver­let­zun­gen her­vor­ru­fen und nicht sel­ten sogar töd­lich enden.

Das ABS hilft dabei, die Lenk­fä­hig­keit auf­recht­zu­er­hal­ten, sodass Biker im Ernst­fall bes­ser aus­wei­chen kön­nen. Hier­durch wer­den wie­der­um zahl­rei­che Unfäl­le ver­hin­dert oder zumin­dest deut­lich in ihrem Aus­maß ver­rin­gert, was sich auf die Todes­ra­te spür­bar aus­wirkt.

ABS-Pflicht in der Pra­xis

Die beschlos­se­ne ABS-Pflicht gilt ab dem 1. Janu­ar 2016 – und zwar aus­schließ­lich für Motor­rä­der, die ab die­sem Zeit­punkt neu auf den Markt kom­men. Die Her­stel­ler sind hier­über längst infor­miert und ver­fü­gen sogar über mehr als drei Jah­re Zeit, um ihre neu­en Model­le ent­spre­chend zu ent­wi­ckeln. Für Bestands­mo­del­le gilt eine Schon­frist, hier wird den Her­stel­lern ein zusätz­li­ches Jahr ein­ge­räumt, um die Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se anzu­pas­sen. Bestehen­de Model­le müs­sen somit spä­tes­tens ab 2017 mit ABS aus­ge­lie­fert wer­den.

Nach­rüs­tung ist nicht erfor­der­lich

Inner­halb der Sze­ne ist die Ver­är­ge­rung über die beschlos­se­ne ABS-Pflicht des­halb so groß, weil etli­che Motor­rad­fah­rer ver­mu­tet haben, sie müss­ten ihre bestehen­den Maschi­nen nach­rüs­ten. Dies ist jedoch nicht der Fall, die Pflicht betrifft aus­schließ­li­che neue Motor­rä­der. Zumal sich eine Nach­rüs­tung in den meis­ten Fäl­len ohne­hin sehr schwie­rig gestal­ten wür­de. Geeig­ne­te Sets gibt es so gut wie nicht, wes­halb die Mög­lich­kei­ten begrenzt wären.

Biker, die augen­blick­lich noch ohne Motor­rad-ABS unter­wegs sind und dies ändern möch­ten, sind des­halb gut damit bera­ten, auf einen Motor­rad­wech­sel zu set­zen. Es ist am ein­fachs­ten, das bestehen­de Bike zu ver­kau­fen und anschlie­ßend auf eine Maschi­ne mit ABS umzu­stei­gen. Übri­gens bedeu­tet dies nicht, dass zwangs­läu­fig ein neu­es Motor­rad gekauft wer­den muss. Meh­re­re Model­le wer­den schon seit gerau­mer Zeit mit ABS aus­ge­lie­fert, wes­halb Inter­es­sen­ten auf eine statt­li­che Aus­wahl an Gebraucht­ma­schi­nen mit ABS am Markt bli­cken kön­nen. Ein Bei­spiel wäre da die Super­sport-Maschi­ne Fireb­la­de von Hon­da, die das Com­bi­ned ABS bereits besitzt.