Spar­kas­sen­ent­gel­te

Die dem Mus­ter von Nr. 17 Abs. 2 Satz 1 AGB-Spar­kas­sen nach­ge­bil­de­te Klau­sel einer Spar­kas­se

Spar­kas­sen­ent­gel­te

„Soweit nichts ande­res ver­ein­bart ist, wer­den die Ent­gel­te im Pri­vat- und Geschäfts­kun­den­be­reich von der Spar­kas­se unter Berück­sich­ti­gung der Markt­la­ge (z.B. Ver­än­de­rung des all­ge­mei­nen Zins­ni­veaus) und des Auf­wan­des nach gemäß § 315 des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches nach­prüf­ba­rem bil­li­gen Ermes­sen fest­ge­legt und geändert.“

ist im Bank­ver­kehr mit Ver­brau­chern nach § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam.

Die Klau­sel regelt nicht nur, wie die Ent­gel­te der Spar­kas­se fest­ge­legt wer­den, son­dern auch, ob Ent­gel­te erho­ben wer­den. Sie ermög­licht es der Spar­kas­se, Ent­gel­te für Tätig­kei­ten fest­zu­set­zen, zu deren Erbrin­gung sie schon von Geset­zes wegen oder auf­grund einer ver­trag­li­chen Neben­pflicht ver­pflich­tet ist oder die sie im eige­nen Inter­es­se vor­nimmt. Ein sol­ches Ent­gelt­fest­set­zungs­recht von Kre­dit­in­sti­tu­ten ist nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs mit wesent­li­chen Grund­ge­dan­ken der gesetz­li­chen Rege­lung, von der sie abweicht, nicht ver­ein­bar und benach­tei­ligt die Kun­den unangemessen.

Das in der Klau­sel ent­hal­te­ne ein­sei­ti­ge Preis­än­de­rungs­recht benach­tei­ligt die Spar­kas­sen­kun­den des­we­gen unan­ge­mes­sen, weil die Ände­rungs­vor­aus­set­zun­gen unklar sind und die Klau­sel kei­ne ein­deu­ti­ge Pflicht der Spar­kas­se zur Her­ab­set­zung der Ent­gel­te bei sin­ken­den Kos­ten ent­hält und es der Spar­kas­se damit ermög­licht, das ursprüng­lich ver­ein­bar­te ver­trag­li­che Äqui­va­lenz­ver­hält­nis zu ihren Guns­ten zu verändern.

Das gilt eben­so für das in der Klau­sel ent­hal­te­ne Zins­än­de­rungs­recht. Auch Zins­an­pas­sungs­klau­seln im Kre­dit­ge­schäft von Kre­dit­in­sti­tu­ten müs­sen den all­ge­mei­nen Anfor­de­run­gen an Preis­an­pas­sungs­klau­seln genü­gen1.

Weiterlesen:
Strom aus Biomasse

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. April 2009 – XI ZR 78/​08

  1. Auf­ga­be von BGHZ 97, 212[]

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