Sport­wet­ten­mo­no­pol in Baden-Würt­tem­berg

Das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol in Baden-Würt­tem­berg ist sowohl mit dem Grund­ge­setz wie auch mit dem Euro­pa­recht ver­ein­bar. Mit die­ser Begrün­dung hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in drei Urtei­len Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen des Regie­rungs­prä­si­di­ums Karls­ru­he gegen pri­va­te Sport­wett­bü­ros als recht­mä­ßig bestä­tigt.

Sport­wet­ten­mo­no­pol in Baden-Würt­tem­berg

Das Regie­rungs­prä­si­di­um hat­te den Betrieb von Wett­bü­ros in Mann­heim und Pforz­heim unter­sagt, in denen Sport­wet­ten von in Mal­ta und Gibral­tar ansäs­si­gen Wett­an­bie­tern ver­mit­telt wur­den. Die dage­gen gerich­te­ten Kla­gen der Inha­ber der Wett­bü­ros wies das Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he ab. Die Beru­fung der Klä­ger blieb nun vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mann­heim erfolg­los:

Nach dem am 1. Janu­ar 2008 in Kraft getre­te­nen Glücks­spiel­staats­ver­trag ist die Ver­an­stal­tung und Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten ohne die erfor­der­li­che Erlaub­nis nicht zuläs­sig. Eine sol­che Erlaub­nis kann für pri­va­te Betrei­ber und für die Ver­mitt­lung von Wet­ten pri­va­ter Anbie­ter nicht erteilt wer­den. Das dadurch begrün­de­te staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol ist, so der VGH Mann­heim, recht­mä­ßig.

Das Land Baden-Würt­tem­berg habe mit dem Glücks­spiel­staats­ver­trag die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nem Sport­wet­ten­ur­teil vom 28.03.2006 auf­ge­stell­ten Anfor­de­run­gen für eine ver­fas­sungs­ge­mä­ße Neu­re­ge­lung umge­setzt. Das Sport­wet­ten­mo­no­pol sei in sei­ner recht­li­chen und tat­säch­li­chen Aus­ge­stal­tung kon­se­quent am Ziel der Bekämp­fung der Wett­sucht und der Begren­zung der Wett­lei­den­schaft aus­ge­rich­tet. Der damit ver­bun­de­ne Ein­griff in die grund­ge­setz­lich gewähr­leis­te­te Berufs­frei­heit der Klä­ger sei daher recht­mä­ßig. Mit der gesetz­li­chen Rege­lung sei kei­ne ver­fas­sungs­wid­ri­ge Ungleich­be­hand­lung im Ver­hält­nis zu ande­ren Arten des Glücks­spiels ver­bun­den.

Das Sport­wet­ten­mo­no­pol sei auch mit der euro­pa­recht­lich garan­tier­ten Dienst­leis­tungs­frei­heit und der Nie­der­las­sungs­frei­heit ver­ein­bar. Ein Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on dür­fe aus Grün­den des Ver­brau­cher­schut­zes, der Betrugs­vor­beu­gung und des Schut­zes der Sozi­al­ord­nung ein Sport­wet­ten­mo­no­pol vor­se­hen. Die damit ver­bun­de­nen Beschrän­kun­gen der Dienst­leis­tungs­frei­heit und der Nie­der­las­sungs­frei­heit sei­en recht­mä­ßig, weil sie wirk­lich dem Ziel dien­ten, die Gele­gen­heit zum Glücks­spiel zu ver­min­dern. Schließ­lich ver­sto­ße das Mono­pol für Sport­wet­ten in Baden-Würt­tem­berg nicht gegen das euro­päi­sche Wett­be­werbs­recht.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urtei­le vom 10. Dezem­ber 2009 – 6 S 570/​07, 6 S 1110/​07, 6 S 1511/​07