Sta­tis­ti­sche Aus­kunfts­pflich­ten für Rechts­an­wäl­te

Obwohl sie von 2000 bis 2007 jähr­lich dem Sta­tis­ti­schen Lan­des­amt zu Sta­tis­tik­zwe­cken Aus­kunft ertei­len muss­te, muss eine rhein­hes­si­sche Rechts­an­walts­ge­mein­schaft auch dem Aus­kunfts­ver­lan­gen des Lan­des­amts im Rah­men der Struk­tur­er­he­bung im Dienst­leis­tungs­be­reich 2008 (Dienst­leis­tungs­sta­tis­tik) nach­kom­men. Ihren Antrag, den Sofort­voll­zug des Aus­kunfts­ver­lan­gens aus­zu­set­zen, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz jetzt abge­lehnt.

Sta­tis­ti­sche Aus­kunfts­pflich­ten für Rechts­an­wäl­te

Die Dienst­leis­tungs­sta­tis­tik umfasst reprä­sen­ta­ti­ve Erhe­bun­gen über die wirt­schaft­li­che Tätig­keit in Unter­neh­men und Ein­rich­tun­gen zur Aus­übung einer frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit in ver­schie­de­nen Dienst­leis­tungs­be­rei­chen. Die Ergeb­nis­se der Erhe­bun­gen haben nach Anga­be des Lan­des­am­tes gro­ße Bedeu­tung für die natio­na­le berufs- und wirt­schafts­po­li­ti­sche Arbeit und wer­den an das Sta­tis­ti­sche Amt der Euro­päi­schen Uni­on (EUROSTAT) wei­ter­ge­lei­tet.

Für die Jah­re 2000 bis 2002 hat­te das Lan­des­amt die Rechts­an­wäl­te zur Aus­kunfts­er­tei­lung für die Dienst­leis­tungs­sta­tis­tik her­an­ge­zo­gen und für die Jah­re 2003 bis 2007 muss­ten sie Aus­künf­te zur Kon­junk­tur­er­he­bung im Dienst­leis­tungs­be­reich ertei­len.

Nach­dem sie nun zur Aus­kunfts­er­tei­lung für die Dienst­leis­tungs­sta­tis­tik 2008 her­an­ge­zo­gen wur­den, bean­trag­ten die Rechts­an­wäl­te beim Ver­wal­tungs­ge­richt die Aus­set­zung des Sofort­voll­zugs des Beschei­des über die Aus­kunfts­er­tei­lung. Es sei ermes­sens­feh­ler­haft, dass sie über Jah­re hin ohne Unter­bre­chung zu Aus­kunfts­er­tei­lun­gen her­an­ge­zo­gen wor­den sei­en.

Die Main­zer Ver­wal­tungs­rich­ter lehn­ten den Antrag der Rechts­an­wäl­te jedoch ab: Es sei nicht ermes­sens­feh­ler­haft, dass die­se nach ihrer Her­an­zie­hung für die Jah­re 2000 bis 2002 nach fünf­jäh­ri­ger Unter­bre­chung jetzt wie­der zur Aus­kunfts­er­tei­lung für die Dienst­leis­tungs­sta­tis­tik her­an­ge­zo­gen wer­den. Das vom Lan­des­amt bei der Ermitt­lung der Aus­kunfts­pflich­ti­gen ver­folg­te mathe­ma­ti­sche-sta­tis­ti­sche Aus­wahl­ver­fah­ren gewähr­leis­te eine sys­te­ma­ti­sche Rota­ti­on der Aus­kunfts­pflich­ti­gen. Dass die Rechts­an­wäl­te in den Jah­ren 2003 bis 2007 im Rah­men ande­rer sta­tis­ti­scher Erhe­bun­gen her­an­ge­zo­gen wor­den sei­en, ste­he ihrer jet­zi­gen Aus­kunfts­pflicht nicht ent­ge­gen, da Über­schnei­dun­gen bzw. die gleich­zei­ti­ge Her­an­zie­hung zu ver­schie­de­nen sta­tis­ti­schen Erhe­bun­gen nicht aus­zu­schlie­ßen sei­en und ein Unter­neh­men sogar pro Jahr bei bis zu drei Erhe­bun­gen her­an­ge­zo­gen wer­den kön­ne.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 26. Mai 2010 – 1 L 272/​10.MZ