Steu­er­be­ra­ter­haf­tung für ver­fas­sungs­wid­ri­ge Steu­er­ge­set­ze

Der Steu­er­be­ra­ter, der mit der Prü­fung eines Steu­er­be­schei­des beauf­tragt ist, muss mit sei­nem Man­dan­ten die Mög­lich­keit eines Ein­spruchs wegen mög­li­cher Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des anzu­wen­den­den Steu­er­ge­set­zes nicht erör­tern, so lan­ge kei­ne ent­spre­chen­de Vor­la­ge eines Finanz­ge­richts an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­öf­fent­licht ist oder sich ein gleich star­ker Hin­weis auf die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Besteue­rung aus ande­ren Umstän­den, ins­be­son­de­re einer in ähn­li­chem Zusam­men­hang ergan­ge­nen, im Bun­des­steu­er­blatt ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ergibt.

Steu­er­be­ra­ter­haf­tung für ver­fas­sungs­wid­ri­ge Steu­er­ge­set­ze

Der Steu­er­be­ra­ter ist im Ein­zel­fall noch nicht ver­pflich­tet, die Mög­lich­keit eines Ein­spruchs wegen Ver­let­zung der Erhe­bungs­gleich­heit mit sei­nem Man­dan­ten zu erör­tern, wenn weder der Gesetz­ge­ber die vor­lie­gen­den Hin­wei­se auf die gleich­heits­wid­ri­ge Besteue­rung erkenn­bar zum Anlass genom­men hat, dem Man­gel abzu­hel­fen, noch die Fach­krei­se hier­auf in breit geführ­ter Dis­kus­si­on reagiert haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Novem­ber 2008 – IX ZR 140/​07