Steu­er­be­ra­ter­haf­tung und der bestehen­de Ver­lust­vor­trag

Bei der Haf­tung eines Steu­er­be­ra­ters für eine Falsch­be­ra­tung stellt sich teil­wei­se das zusätz­li­che Pro­blem, dass der Man­dant die ange­fal­le­nen Steu­ern tat­säch­lich nicht gezahlt, son­dern mit einem bestehen­den Ver­lust­vor­trag ver­rech­net hat. Der Ver­brauch des Ver­lust­vor­tra­ges hat mit­hin nicht zu einem gegen­wär­ti­gen Scha­den des Man­dan­ten geführt.

Steu­er­be­ra­ter­haf­tung und der bestehen­de Ver­lust­vor­trag

Der Ver­lust­vor­trag kann nur in der Wei­se ein­ge­setzt wer­den, wie hier gesche­hen, näm­lich zur Ver­min­de­rung der posi­ti­ven Ein­künf­te, so dass er inso­weit bestim­mungs­ge­mäß ver­braucht wor­den ist. Er ist nach ein­hel­li­ger Auf­fas­sung nicht über­trag­bar 1 und nicht ver­erb­bar 2. Der Scha­den kann daher nicht in der Wei­se bemes­sen wer­den, dass die Steu­er­be­las­tung zugrun­de gelegt wird, die sich ohne den Ein­satz des Ver­lust­vor­trags erge­ben hät­te. Ein Scha­den ist viel­mehr erst dann ent­stan­den, wenn sich der Ver­brauch des Ver­lust­vor­trags zum Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung in der Tat­sa­chen­in­stanz kon­kret aus­ge­wirkt hat oder die Aus­wir­kun­gen zumin­dest abseh­bar sind. Künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen sind nur dann zu berück­sich­ti­gen, wenn sie auf­grund der vor­ge­tra­ge­nen Tat­sa­chen mit einer für die Anwen­dung von § 287 ZPO aus­rei­chen­den Wahr­schein­lich­keit beur­teilt wer­den kön­nen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Febru­ar 2009 – IX ZR 6/​06

  1. BFH GrS DB 2008, 675, 677; Blümich/​Schlenker, EStG, KStG, GewStG § 10d EStG Rn. 51; Bordewin/​Brandt/​Schmieszek, EStG § 10c Rn. 66[]
  2. BFH aaO S. 679 unter Auf­ga­be der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung[]
  3. BGH, Urteil vom 23. Okto­ber 2003 aaO S. 476 f[]