"The­ra­peu­ti­scher" Magnet­schmuck

In einer aktu­el­len Ent­schei­dung hat der Wett­be­werbs­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm einem Anbie­ter von mit Magne­ten aus­ge­stat­te­ten Schmuck­stü­cken end­gül­tig unter­sagt, unter Hin­weis auf eine the­ra­peu­ti­sche Wir­kung des Magnet­schmucks Rekla­me zu machen. Der Senat hat damit einen anders lau­ten­den Beschluss des Land­ge­richts Dort­mund abge­än­dert.

<span class="The­ra­peu­ti­scher" Magnet­schmuck" title=""Therapeutischer" Magnetschmuck " srcset="" data-srcset="https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/chairs-2181916_1920-3.jpg 1920w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/chairs-2181916_1920-3-300x200.jpg 300w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/chairs-2181916_1920-3-768x512.jpg 768w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/chairs-2181916_1920-3-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px">

Zur Begrün­dung hat der Fach­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts aus­ge­führt: Die bean­stan­de­te Inter­net­wer­bung sei wett­be­werbs­wid­rig. Es wer­de mit ihr der Ein­druck erweckt, dass der Schmuck auf natür­li­che Wei­se "the­ra­peu­tisch" wir­ke, wenn man ihn dau­ernd tra­ge. Damit wer­de sug­ge­riert, dass es gesi­cher­ter wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis ent­spre­che, dass hier­durch eine Gesund­heits­för­de­rung ein­tre­ten wer­de. Die­ser Ein­druck ent­spre­che jedoch nicht den Tat­sa­chen, da eine sol­che Wir­kung von Magnet­schmuck wis­sen­schaft­lich umstrit­ten und kei­nes­falls bewie­sen sei. Mit der Wirk­sam­keit einer Magnetthe­ra­pie dür­fe daher nur dann gewor­ben wer­den, wenn gleich­zei­tig dar­auf hin­ge­wie­sen wer­de, dass die the­ra­peu­ti­sche Wir­kung fach­lich umstrit­ten sei. Über­all dort, wo die Gesund­heit in der Wer­bung ins Spiel gebracht wer­de, sei­en beson­ders stren­ge Anfor­de­run­gen an die Rich­tig­keit, Ein­deu­tig­keit und Klar­heit der Wer­be­aus­sa­gen zu stel­len. Dies habe sei­nen Grund dar­in, dass die Gesund­heit in der Wert­schät­zung des Ver­brau­chers einen hohen Stel­len­wert habe und dass mit irre­füh­ren­den gesund­heits­be­zo­ge­nen Wer­be­an­ga­ben erheb­li­che Gefah­ren für das hohe Schutz­gut der Gesund­heit der Bevöl­ke­rung ver­bun­den sein könn­ten.

OILG Hamm, Beschluss vom 13.06.2005 – 4 W 70/​05