Tier­fut­ter in Deutsch­land – Die­se Geset­ze sor­gen für Sicher­heit

Die meis­ten deut­schen Haus­tier­be­sit­zer legen Wert auf eine art­ge­rech­te, hoch­wer­ti­ge Ernäh­rung ihrer Vier­bei­ner. Um Tie­re vor min­der­wer­ti­gem Fut­ter zu schüt­zen und Krank­hei­ten zu ver­mei­den, wur­den ent­spre­chen­de gesetz­li­che Maß­nah­men geschaf­fen, die als Basis bei der Her­stel­lung von Tier­fut­ter die­nen.

Tier­fut­ter in Deutsch­land – Die­se Geset­ze sor­gen für Sicher­heit

Gen­tech­nik ist in Deutsch­land nicht erlaubt[↑]

Gen­tech­nik ist dem­nach in allen Lebens­mit­teln, unab­hän­gig davon, ob die­se für Mensch oder Tier ver­ar­bei­tet wer­den, unzu­läs­sig. Gen­tech­nisch ver­än­der­te Nah­rungs­mit­tel dür­fen in Deutsch­land nicht ver­kauft wer­den. Mit dem tie­ri­schen Neben­pro­dukte­recht wird die Wei­ter­ver­wen­dung tie­ri­scher Mate­ria­li­en gere­gelt. Dabei wer­den tie­ri­sche Neben­pro­duk­te in drei Kate­go­rien unter­teilt. In die Kate­go­rie 1 ent­fal­len Tier­kör­per und Kör­per­tei­le, die even­tu­ell mit Krank­heits­er­re­gern infi­ziert sind, zu denen bei­spiels­wei­se BSE zählt. Ent­spre­chen­des Mate­ri­al darf nicht zur Her­stel­lung von Tier­nah­rung ver­wen­det wer­den. Zum Kate­go­rie-2-Mate­ri­al gehö­ren mit Rück­stän­den belas­te­te Tier­kör­per und -tei­le sowie Gül­le. Die­se Bestand­tei­le dür­fen kei­nes­falls ver­füt­tert oder zur Her­stel­lung von Tier­fut­ter ver­wen­det wer­den. Gemäß der gel­ten­den Vor­schrif­ten wird das ent­spre­chen­de Mate­ri­al umge­hend besei­tigt.

Tierfutter in Deutschland - Diese Gesetze sorgen für Sicherheit

Her­stel­lung von Tier­fut­ter aus­schließ­lich aus zuge­las­se­nen Bestand­tei­len[↑]

Tier­fut­ter darf aus­schließ­lich aus Kate­go­rie-3-Mate­ri­al her­ge­stellt wer­den. Die­ses Mate­ri­al stammt von gesun­den Schlacht­tie­ren und wird meist aus Tier­kör­per­tei­len, die für Men­schen unge­eig­net sind, gewon­nen. Die­se Bestand­tei­le gel­ten als sicher und eig­nen sich zur Pro­duk­ti­on der Tier­nah­rung. Meis­tens wird Tier­fut­ter aus Inne­rei­en wie Lun­ge, Herz und Hoden von Schlacht­tie­ren her­ge­stellt. Wäh­rend die­se Kör­per­tei­le in vie­len Län­dern als Deli­ka­tes­sen gel­ten, wür­den die Men­schen in Deutsch­land die­se Tei­le nicht essen. Auch ande­re Kör­per­tei­le, wie Geflü­gel­köp­fe und Bors­ten, die nicht den Ansprü­chen „mensch­li­cher“ Nah­rungs­mit­tel genü­gen, wer­den zur Her­stel­lung von Tier­fut­ter genutzt. Doch nicht nur die Pro­duk­ti­on von Tier­fut­ter, son­dern auch die Her­stel­lung von Arz­nei­mit­teln für Tie­re sind gesetz­lich gere­gelt, um die Tie­re zu schüt­zen.

Tier­me­di­zin ver­schreibt der Tier­arzt[↑]

Die vom Tier­arzt ver­wen­de­ten Medi­ka­men­te wer­den eben­falls in drei Kate­go­rien ein­ge­teilt. Dabei gibt es für Tie­re eben­so ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Medi­ka­men­te, die nicht frei­ver­käuf­lich sind, son­dern nur durch einen Tier­arzt ver­ord­net wer­den dür­fen. Zu den ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Mit­teln zäh­len Pro­duk­te wie Anti­bio­ti­ka und Medi­zin, die Wirk­stof­fe in hoch kon­zen­trier­ter Form ent­hält. Auch Tier­me­di­zin, die Neben­wir­kun­gen her­vor­ru­fen kann, ist immer ver­schrei­bungs­pflich­tig, denn schließ­lich kann nur der Tier­arzt beur­tei­len, ob das Medi­ka­ment für das ent­spre­chen­de Tier geeig­net ist. Zur zwei­ten Kate­go­rie zäh­len apo­the­ken­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel, die der Tier­hal­ter ohne Rezept in der Apo­the­ke oder beim Tier­arzt erwer­ben kann.

Medi­ka­men­te bei Haus­tie­ren spar­sam ein­set­zen[↑]

Da die­se Medi­ka­men­te nur über eine gerin­ge Wirk­stoff­kon­zen­tra­ti­on ver­fü­gen, haben sie meist weni­ger Neben­wir­kun­gen als ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel. Zur drit­ten Kate­go­rie zäh­len frei­ver­käuf­li­che tier­me­di­zi­ni­sche Pro­duk­te, die in der Regel in Zoo­ge­schäf­ten ver­kauft wer­den. Die­se Arz­nei­mit­tel wur­den vom Her­stel­ler geprüft und stel­len bei rich­ti­ger Anwen­dung kei­ne Gefahr für Haus­tie­re dar. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Geset­zen und inter­es­san­te Neu­ig­kei­ten für Haus­tier­be­sit­zer gibt es auf www.haustier-news.de. Tier­hal­ter soll­ten Medi­ka­men­te bei ihrem Haus­tier mög­lichst spar­sam und vor­sich­tig ein­set­zen. Der Stoff­wech­sel eines Tie­res funk­tio­niert in vie­len Berei­chen anders als der mensch­li­che Stoff­wech­sel. Des­halb dür­fen Haus­tie­re kei­nes­falls mit human­me­di­zi­ni­schen Medi­ka­men­ten behan­delt wer­den, da dabei das Risi­ko einer Ver­gif­tung besteht. Über die Not­wen­dig­keit einer medi­zi­ni­sche The­ra­pie bei Haus­tie­ren soll­te aus­schließ­lich der Tier­arzt ent­schei­den.