Tripp-Trapp-Stuhl und das Urhe­ber­recht

Der Ver­let­zer­ge­winn ist nach einer Ver­let­zung urhe­ber­recht­li­cher Nut­zungs­rech­te nach § 97 Abs. 1 UrhG nur inso­weit her­aus­zu­ge­ben, als er auf der Rechts­ver­let­zung beruht. Beim urhe­ber­rechts­ver­let­zen­den Ver­kauf einer un-frei­en Bear­bei­tung kommt es inso­weit maß­geb­lich dar­auf an, inwie­weit der Ent­schluss der Käu­fer zum Erwerb der ange­grif­fe­nen Aus­füh­rung gera­de dar­auf zurück­zu­füh­ren ist, dass die­se die Züge erken­nen lässt, auf denen der Urhe­ber­rechts­schutz des benutz­ten Wer­kes beruht. Jeden­falls dann, wenn es um die Ver­let­zung des Urhe­ber­rechts an einem Werk der ange­wand­ten Kunst geht, kann nicht ohne wei­te­res davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Ver­let­zer­ge­winn im Fal­le einer iden­ti­schen Nach­ah­mung voll­stän­dig auf der Ver­let­zung beruht. Viel­mehr sind in einem sol­chen Fall regel­mä­ßig auch an-dere Fak­to­ren wie die Funk­tio­na­li­tät oder der güns­ti­ge Preis der unfrei­en Be-arbei­tung für die Kauf­ent­schei­dung maß­geb­lich.

Tripp-Trapp-Stuhl und das Urhe­ber­recht

Haben inner­halb einer Lie­fer­ket­te meh­re­re Lie­fe­ran­ten nach­ein­an­der urhe­ber­recht­li­che Nut­zungs­rech­te ver­letzt, ist der Ver­letz­te zwar grund­sätz­lich berech­tigt, von jedem Ver­let­zer inner­halb der Ver­let­zer­ket­te die Her­aus­ga­be des von die­sem erziel­ten Gewinns als Scha­dens­er­satz zu for­dern. Der vom Lie­fe­ran­ten an den Ver­letz­ten her­aus­zu­ge­ben­de Gewinn wird aber durch Ersatz­zah­lun­gen gemin­dert, die der Lie­fe­rant sei­nen Abneh­mern wegen deren Inan­spruch­nah­me durch den Ver­letz­ten erbringt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Mai 2009 – I ZR 98/​06 ("Tripp-Trapp-Stuhl")