Über­be­trieb­li­che Berufs­bil­dungs­stät­ten

Am Frei­tag ist eine "Gemein­sa­me Richt­li­nie für die För­de­rung über­be­trieb­li­cher Berufs­bil­dungs­stät­ten (ÜBS) und ihrer Wei­ter­ent­wick­lung zu Kom­pe­tenz­zen­tren" des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dugn und For­schung in Kraft getre­ten.

Über­be­trieb­li­che Berufs­bil­dungs­stät­ten

Um auch klei­nen und mitt­le­ren Betrie­ben die Mög­lich­keit zu einer qua­li­ta­tiv anspruchs­vol­len Aus- und Wei­ter­bil­dung zu bie­ten, sind in der Ver­gan­gen­heit bereits ergän­zen­de Ange­bo­te der über­be­trieb­li­chen Berufs­bil­dungs­stät­ten geschaf­fen wor­den, der­zeit bestehen rund 800 über­be­trieb­li­che Berufs­bil­dungs­stät­ten mit mehr als 90.000 Werk­statt­plät­zen, deren Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­te die betrieb­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung nach Bedarf ergän­zen. Dabeo hal­ten die Bil­dungs­ein­rich­tun­gen – davon bun­des­weit allein rund 550 nur im Hand­werk – ein brei­tes Spek­trum an Lehr- und Lern­an­ge­bo­ten bereit. Die­ses reicht von der klas­si­schen Unter­stüt­zung der Lehr­lings­aus­bil­dung bis hin zum Bache­lor-Abschluss in Zusam­men­ar­beit mit Fach­hoch­schu­len.

Die neue Gemein­sa­me Richt­li­nie der bei­den Bun­des­mi­nis­te­ri­en soll nun für mehr Rechts­si­cher­heit und Trans­pa­renz bei der öffent­li­chen För­de­rung sor­gen. Dar­über hin­aus soll auch die Über­nah­me wei­te­rer Auf­ga­ben im Bereich der beruf­li­chen Bil­dung, wie zum Bei­spiel von Berufs­ori­en­tie­rungs­maß­nah­men, die z.T. bereits seit 2008 ange­bo­ten wer­den, recht­lich erleich­tert wer­den.

Damit die­ses bun­des­wei­te Netz an Aus- und Wei­ter­bil­dungs­stät­ten auf hohem Niveau gehal­ten wer­den kann, ist eine gute Infra­struk­tur sowie tech­ni­sche Aus­stat­tung auf dem neu­es­ten Stand erfor­der­lich. Auf der Grund­la­ge der gemein­sa­men Richt­li­ni­en kön­nen des­halb die Berufs­bil­dungs­stät­ten Zuschüs­se für sol­che Inves­ti­tio­nen erhal­ten. Ein Schwer­punkt liegt dabei vor allem auf Moder­ni­sie­run­gen. Für das Jahr 2009 sind hier­für allein von Sei­ten des Bun­des über 70 Mil­lio­nen € vor­ge­se­hen.

Fort­ge­setzt und auf einen län­ge­ren Zeit­raum aus­ge­wei­tet wird auch die 2001 auf­ge­leg­te För­de­rung beson­ders inno­va­ti­ver über­be­trieb­li­cher Berufs­bil­dungs­stät­ten bei der Wei­ter­ent­wick­lung zu Kom­pe­tenz­zen­tren, die Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men für neu­es­te tech­no­lo­gi­sche Anfor­de­run­gen ent­wi­ckeln und die­se ande­ren Bil­dungs­an­bie­tern zur Ver­fü­gung stel­len. Um die­se wich­ti­ge Mitt­ler­funk­ti­on zu stär­ken, wur­de die För­de­rung inno­va­ti­ver Qua­li­fi­zie­rungs­kon­zep­te der Kom­pe­tenz­zen­tren durch das BMBF zudem aus­ge­wei­tet.

Die wich­tigs­ten mate­ri­el­len Ver­bes­se­run­gen der Richt­li­ni­en sind dabei:

  • Das Auf­ga­ben­spek­trum der über­be­trieb­li­chen Berufs­bil­dungs­stät­ten wird erheb­lich aus­ge­wei­tet und eine fle­xi­ble­re Finan­zie­rung ermög­licht.
  • Der För­der­zeit­raum für Kom­pe­tenz­zen­tren wur­de ein­heit­lich auf vier Jah­re ange­ho­ben.
  • Das Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um wei­tet sei­ne För­de­rung von Leit­pro­jek­ten geeig­ne­ter Kom­pe­tenz­zen­tren von zwei Jah­ren auf drei Jah­re aus. In beson­ders begrün­de­ten Ein­zel­fäl­len kann für die Anpas­sung der beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on an den tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt ein wei­te­res zwei­jäh­ri­ges Fol­ge­pro­jekt geför­dert wer­den.
  • Der Leis­tungs­um­fang wird erheb­lich erwei­tert, da das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um nun auch Wei­ter­bil­dungs­struk­tu­ren für die Indus­trie und den sons­ti­gen Dienst­leis­tungs­be­reich in den alten Bun­des­län­dern för­dert.

Mit den neu­en Richt­li­ni­en wer­den die Zustän­dig­kei­ten im För­der­ver­fah­ren durch die jewei­li­ge Behör­de – dem Bun­des­in­sti­tut für Berufs­bil­dung (BiBB) für das Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um und Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) für das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um – neu gere­gelt. Künf­tig hat der Antrag­stel­ler in der Regel nur noch einen Ansprech­part­ner, die Zustän­dig­keit wird jeweils im Vor­feld der Bean­tra­gung geklärt.