Unbe­kann­te Dienst­leis­ter im Netz – Serio­si­tät erkennen

Das Inter­net ist wie eine rie­si­ge Spiel­wie­se, auf der man vie­le nütz­li­che Din­ge ent­de­cken kann – wie etwa viel­ver­spre­chen­de Dienst­leis­ter und Shops. Nut­zer müs­sen sich dabei jedoch im Kla­ren sein, dass nicht jeder Anbie­ter oder jede Domain ver­trau­ens­wür­dig ist. Durch die Band­brei­te im digi­ta­len Raum ist es nicht unwahr­schein­lich, dass man auf betrü­ge­ri­sche Ener­gien trifft, die vor­ge­gau­kel­te Dienst­leis­tun­gen hin­ter Fake-Web­sites ver­ste­cken. Um nicht auf sol­che Maschen her­ein­zu­fal­len, müs­sen Nut­zer seriö­se von unse­riö­sen Anbie­tern unter­schei­den kön­nen. Doch wie geht das?

Unbe­kann­te Dienst­leis­ter im Netz – Serio­si­tät erkennen

Cyber­kri­mi­nel­le, die mit gefak­ten Dienst­leis­tun­gen und Shops ver­su­chen, ahnungs­lo­se Opfer hin­ters Licht zu füh­ren, sind im Lau­fe der Zeit immer raf­fi­nier­ter gewor­den. In frü­he­ren Zei­ten konn­ten selbst Lai­en rela­tiv schnell erken­nen, ob es sich bei der Home­page um einen seriö­sen oder unse­riö­sen Anbie­ter han­del­te. Mitt­ler­wei­le haben die betrü­ge­ri­schen Orga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen jedoch auf­ge­rüs­tet. Teil­wei­se wir­ken die Web­sites sehr authen­tisch oder imi­tie­ren sogar bekann­te Dienst­leis­ter bzw. Shops. Das macht es für Inter­net­nut­zer beson­ders schwierig.

Es ver­wun­dert daher nicht, dass bei vie­len Men­schen die Skep­sis gegen unbe­kann­te Web­sites über die Zeit gewach­sen ist. Für klei­ne­re, seriö­se Anbie­ter erschwert die­ser Umstand das unter­neh­me­ri­sche Wachs­tum. Die­ses kom­ple­xe Pro­blem betrifft dabei die ver­schie­dens­ten Bran­chen. So haben etwa unbe­kann­te Online-Casi­nos einen schwe­ren Stand im Netz. Wel­che Platt­for­men als seri­ös gel­ten, legt das Por­tal betrugtest.com aus­führ­lich dar.

Auf­fäl­li­ge Domain

Nicht für jede Bran­che kön­nen Inter­net­nut­zer auf Erfah­rungs­wer­te und Tests zurück­grei­fen, die ihnen ein umfäng­li­ches Bild über die jewei­li­gen Dienst­leis­ter und Shops zeich­nen. Daher ist es wich­tig, dass man auf eini­ge wich­ti­ge Erken­nungs­merk­ma­le von Fake-Web­sites ach­tet. Der wohl prä­gnan­tes­te Indi­ka­tor für betrü­ge­ri­sche Home­pages ist eine auf­fäl­li­ge Domain. Die­se kann auf ver­schie­de­ne Art und Wei­se auftreten.

Wenn zum Bei­spiel eine eigent­lich bekann­te Adres­se gewis­se Unge­reimt­hei­ten auf­weist, soll­te man hell­hö­rig wer­den. Oft­mals sind klei­ne­re Abwei­chun­gen der Ori­gi­nal­do­main ein Warn­zei­chen, das auf kei­nen Fall igno­riert wer­den soll­te. Kri­mi­nel­le erwei­tern ger­ne die ent­spre­chen­de Adres­se um eine wei­te­re Domai­nen­dung. Unter Umstän­de kann die­se Klei­nig­keit noch kein aus­schlag­ge­ben­des Argu­ment für einen unse­riö­sen Dienst­leis­ter sein. Aus die­sem Grund soll­te auch auf den Inhalt der Web­site geach­tet wer­den. Wenn etwa die Domain über­haupt nicht zum The­ma der URL passt, soll­ten die anfäng­li­chen Warn­zei­chen noch erns­ter genom­men werden.

Kun­den­be­wer­tun­gen überprüfen!

Bewer­tun­gen und Erfah­rungs­be­rich­te von Kun­den sind in der Regel eine gute Mög­lich­keit, um sich eine per­sön­li­che Mei­nung über den jewei­li­gen Dienst­leis­ter oder Shop zu bil­den. Das wis­sen aber lei­der auch Cyber­kri­mi­nel­le und ver­su­chen im Bereich der Kun­den­be­wer­tun­gen zu trick­sen. Auf Fake-Web­sei­ten über­häu­fen sich nicht sel­ten posi­ti­ve Bewer­tun­gen. Oft­mals wir­ken sie auch gene­risch oder künst­lich. Bei inten­si­ver Recher­che kann es auch manch­mal sein, dass sich eine ech­te Rezen­si­on in dem Wulst an Fake-Bewer­tun­gen fin­den lässt. Die­se schlägt in den meis­ten Fäl­len eine ganz ande­ren Ton ein.

All­ge­mei­ne Geschäftsbedingungen

Es gab eine Zeit, in der All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) eine gute Anlauf­stel­le waren, um Web­sei­ten auf ihre Echt­heit zu über­prü­fen. Die­se Zeit ist schon seit eini­gen Jah­ren vor­bei. Zwar erfin­den eini­ge Cyber­kri­mi­nel­le die AGB für ihre Fake-Web­sei­te heut­zu­ta­ge immer noch, doch die meis­ten Betrü­ger haben in die­sem Bereich nach­ge­rüs­tet. So kopie­ren sie unter ande­rem ori­gi­na­le AGB von ande­ren Anbie­ter oder las­sen sich pro­fes­sio­nell wir­ken­de Geschäfts­be­din­gun­gen von Drit­ten anfertigen.

In bei­den Fäl­len sind sol­che Fake-AGB nicht leicht zu erken­nen. Den­noch gibt es ein ganz kla­res Erken­nungs­zei­chen, das sich auf die Ortho­gra­fie und Gram­ma­tik bezieht. Meist sind sol­che gefälsch­ten AGB in schlech­tem Deutsch ver­fasst. Da die pro­fes­sio­nel­le Erstel­lung von Drit­ten meis­tens recht teu­er ist, grei­fen die Cyber­kri­mi­nel­len auf Über­set­zungs­pro­gram­me zurück.

Impres­sum

Ähn­lich wie die All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen gehört zu jeder seriö­sen Web­sei­te auch ein Impres­sum. Ist die­ses nicht vor­han­den, han­delt es sich mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit um eine Fake-Home­page. Doch so leicht machen es einem längst nicht alle Cyber­kri­mi­nel­len. Egal ob ein gefak­ter oder seriö­ser Dienst­leis­ter; meis­tens fin­den Inter­net­nut­zer in bei­den Fäl­len ein Impres­sum vor. Doch wie kann nun her­aus­ge­fil­tert wer­den, wel­cher Anbie­ter mehr Schein als Sein ist.

Wenn ein Impres­sum zu fin­den ist, müs­sen bestimm­te Berei­che über­prüft wer­den. Adres­se, Ver­tre­tungs­be­rech­tig­te und E‑Mail müs­sen alle­samt vor­zu­fin­den sein. Auch ein Ver­weis auf das Han­dels­re­gis­ter soll­te mit an Bord sein. Per Hyper­link kann man die Echt­heit des Ein­trags überprüfen.

Augen auf bei Gütesiegeln

Vie­le Insti­tu­tio­nen und Orga­ni­sa­tio­nen haben sich dem betrü­ge­ri­schen Trei­ben im Netz ange­nom­men und bie­ten Güte­sie­gel für Dienst­leis­ter, Shops sowie für ande­re Web­sei­ten an. Die­se Güte­sie­gel sym­bo­li­sie­ren Echt­heit und Serio­si­tät. Um die­se zu erhal­ten, müs­sen die jewei­li­gen Anbie­ter gewis­se Vor­aus­set­zun­gen erfül­len, die an bestimm­te Qua­li­täts­stan­dards gebun­den sind. Für die meis­ten Inter­net­nut­zer stel­len die Güte­sie­gel ein Höchst­maß an Glaub­wür­dig­keit und Ver­trau­en dar.

Dar­über sind sich auch Cyber­kri­mi­nel­le im Kla­ren und nut­zen die Macht der Güte­sie­gel für ihre eige­nen Zwe­cke. Fake-Web­sei­ten schmü­cken sich ger­ne mit gefälsch­ten und erfun­de­nen Emble­men, die jedoch über kei­ner­lei Aus­sa­ge­kraft ver­fü­gen. Nicht sel­ten ver­wen­den sie auch ech­te Güte­sie­gel wie Trus­ted Shop­so­der Deut­sches Insti­tut für Qua­li­täts­stan­dards und ‑prü­fung (DIOP), ohne ein ent­spre­chen­des Zer­ti­fi­kat vor­wei­sen zu kön­nen. Ähn­lich wie bei einem Ein­trag ins Han­dels­re­gis­ter gibt es jedoch auch bei Güte­sie­geln in den meis­ten Fäl­len einen Hyper­link, der die Echt­heit beweist.

Zah­lungs­me­tho­den

Online-Shops und Dienst­leis­ter wol­len Geld ver­die­nen. Für die Trans­ak­tio­nen im Netz ste­hen ver­schie­de­ne Zah­lungs­me­tho­den zur Ver­fü­gung. Seriö­se Anbie­ter bie­ten meist eine Fül­le an unter­schied­li­chen Bezahl­mög­lich­kei­ten an, so dass Ver­brau­cher und Kun­den nach per­sön­li­chen Vor­lie­ben aus­wäh­len kön­nen. Gleich­zei­tig spie­gelt ein breit­ge­fä­cher­tes Reper­toire an Zah­lungs­diens­ten die Serio­si­tät eines Shops oder Dienst­leis­ters wider.

Fake-Anbie­ter kön­nen ent­spre­chend schnell ent­larvt wer­den. Oft­mals wer­den Nut­zern bis zum letz­ten Bestell­schritt meh­re Zah­lungs­wei­sen ange­bo­ten. Wäh­rend des tat­säch­li­chen Bezahl­vor­gangs bleibt jedoch nur Vor­kas­se in Form einer Über­wei­sung als Opti­on übrig. In eini­gen Dienst­leis­tungs­bran­chen mag zwar ein vor­he­ri­ger Zah­lungs­ein­gang üblich sein, den­noch bie­ten alle seriö­sen Web­sei­ten eine Fül­le an ver­schie­de­nen Pay­ment-Mög­lich­kei­ten an. Bei klas­si­schen Online-Shops soll­ten Ver­brau­cher beson­ders skep­tisch sein, da im Nor­mal­fall die Ware erst gelie­fert wer­den muss, bevor man zu einer Zah­lung ver­pflich­tet ist. Ver­kaufs­platt­for­men im Netz, die auf Vor­kas­se bestehen, soll­ten daher mög­lichst gemie­den werden.

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