Unity­me­dia und KabelBW – die geplat­ze Über­nah­me

Sind die vom Bun­des­kar­tell­amt zur Über­nah­me des Kabel­netz­be­trei­bers Kabel Baden-Würt­tem­berg durch die zur Liber­ty Hol­ding gehö­ren­den Unity­me­dia GmbH vor­ge­se­he­nen Neben­be­stim­mun­gen nicht geeig­net, die aus der Fusi­on resul­tie­ren­de Ver­stär­kung der markt­be­herr­schen­den Stel­lung, die Unity­me­dia auf dem lei­tungs­ge­bun­de­nen Signal­markt zukommt, hin­rei­chend zu kom­pen­sie­ren, ist die Über­nah­me nicht zu gestat­ten.

Unity­me­dia und KabelBW – die geplat­ze Über­nah­me

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall zwei­er Beschwer­den von Net­co­lo­gne und Deut­scher Tele­kom gegen die Ent­schei­dung des Bun­des­kar­tell­am­tes ent­schie­den. Das Bun­des­kar­tell­amt hat Ende 2011 die Über­nah­me des Kabel­netz­be­trei­bers Kabel Baden-Würt­tem­berg durch die zur Liber­ty Hol­ding gehö­ren­den Unity­me­dia GmbH gestat­tet. Dage­gen haben sich die beim Ober­lan­des­ge­richt ein­ge­reich­ten Beschwer­den gerich­tet.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf sind die vom Bun­des­kar­tell­amt vor­ge­se­he­nen Neben­be­stim­mun­gen nicht geeig­net, die aus der Fusi­on resul­tie­ren­de Ver­stär­kung der markt­be­herr­schen­den Stel­lung, die Unity­me­dia auf dem lei­tungs­ge­bun­de­nen Signal­markt zukom­me, hin­rei­chend zu kom­pen­sie­ren. Zwar sei die­ser Signal­markt bis­lang im Wesent­li­chen durch regio­nal begrenzt agie­ren­de Anbie­ter geprägt. Es bestün­den jedoch aus­rei­chend kon­kre­te Anhalts­punk­te dafür, dass Kabel BW sei­ne Geschäfts­tä­tig­keit ohne den Zusam­men­schluss inner­halb der nächs­ten drei bis fünf Jah­re auf das Gebiet von Unity­me­dia hät­te aus­deh­nen und somit in Kon­kur­renz zu die­sem Unter­neh­men hät­te tre­ten kön­nen.

Wird die­ser Beschluss rechts­kräf­tig, müss­te das Bun­des­kar­tell­amt erneut prü­fen, ob die Fusi­on unter geän­der­ten Bedin­gun­gen gestat­tet wer­den kann. Soll­te dies nicht der Fall sein, müss­te der von den Unter­neh­men bereits voll­zo­ge­ne Zusam­men­schluss rück­gän­gig gemacht und die Unter­neh­men ent­floch­ten wer­den.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 14. August 2013 – VI-Kart 1/​12 (V)