Unter­las­sungs­an­spruch bei Wett­be­werbs­ver­stö­ßen – und die Ver­mu­tung der Dring­lich­keit

Gemäß §§ 935, 940 ZPO sind einst­wei­li­ge Ver­fü­gun­gen nur zuläs­sig, wenn zu besor­gen ist, dass durch eine Ver­än­de­rung des bestehen­den Zustan­des die Ver­wirk­li­chung des Rechts einer Par­tei ver­ei­telt oder wesent­lich erschwert wer­den könn­te.

Unter­las­sungs­an­spruch bei Wett­be­werbs­ver­stö­ßen – und die Ver­mu­tung der Dring­lich­keit

In Wett­be­werbs­sa­chen besteht zur Siche­rung von Unter­las­sungs­an­sprü­chen nach § 12 Absatz 2 UWG eine dahin­ge­hen­de Ver­mu­tung, die vom Unter­las­sungs­schuld­ner wider­legt wer­den kann.

Dabei kann die zuguns­ten des Antrag­stel­lers bestehen­de Ver­mu­tung der Dring­lich­keit durch des­sen eige­nes Ver­hal­ten wider­legt wer­den. Sie ent­fällt ins­be­son­de­re dann, wenn der Antrag­stel­ler mit der Rechts­ver­fol­gung zu lan­ge war­tet oder das Ver­fah­ren nicht zügig, son­dern schlep­pend betreibt 1.

Nach der Recht­spre­chung ist eine Zeit­span­ne von unter einem Monat – abge­se­hen von Fäl­len der beson­de­ren Dring­lich­keit, wie sie bei­spiels­wei­se bei Mes­se- oder Markt­sa­chen häu­fig gege­ben sein wird – regel­mä­ßig unschäd­lich, wohin­ge­gen ein Zuwar­ten von über acht Wochen regel­mä­ßig die Dring­lich­keits­ver­mu­tung wider­legt. Jedoch sind die Beson­der­hei­ten des Fal­les zu berück­sich­ti­gen 2.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 5. Juli 2018 – 2 U 167/​17

  1. BGH, Beschluss vom 01.07.1999 – I ZB 7/​99 10/​11[]
  2. OLG Stutt­gart, Urteil vom 12.10.2017 – 2 U 162/​16 49[]