Unter­las­sungs­kla­ge – Streit­ge­gen­stand – Prü­fungs­rei­hen­fol­ge

Eine Unter­las­sungs­kla­ge, die die Klä­ge­rin auf meh­re­re recht­li­che Aspek­te gestützt hat, ist zuläs­sig, ohne dass die Klä­ge­rin eine Prü­fungs­rei­hen­fol­ge vor­zu­ge­ben hat.

Unter­las­sungs­kla­ge – Streit­ge­gen­stand – Prü­fungs­rei­hen­fol­ge

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird der Streit­ge­gen­stand durch den Kla­ge­an­trag, in dem sich die vom Klä­ger in Anspruch genom­me­ne Rechts­fol­ge kon­kre­ti­siert, und den Lebens­sach­ver­halt bestimmt, aus dem der Klä­ger die begehr­te Rechts­fol­ge her­lei­tet [1].

Zu dem Lebens­sach­ver­halt, der die Grund­la­ge für die Bestim­mung des Streit­ge­gen­stands bil­det, rech­nen alle Tat­sa­chen, die bei einer natür­li­chen Betrach­tungs­wei­se zu dem durch den Vor­trag des Klä­gers zur Ent­schei­dung gestell­ten Tat­sa­chen­kom­plex gehö­ren [2].

Ob der vor­ge­tra­ge­ne Lebens­sach­ver­halt die Vor­aus­set­zun­gen meh­re­rer Ver­bots­nor­men erfüllt, ist für die Fra­ge, ob meh­re­re Streit­ge­gen­stän­de vor­lie­gen, ohne Bedeu­tung. Die recht­li­che Wür­di­gung der bean­stan­de­ten kon­kre­ten Ver­let­zungs­hand­lung ist allein Sache des Gerichts [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. Juli 2015 – I ZR 18/​14

  1. vgl. nur BGH, Urteil vom 13.09.2012 – I ZR 230/​11, BGHZ 194, 314 Rn. 18 – Bio­mi­ne­ral­was­ser[]
  2. BGHZ 194, 314 Rn.19 – Bio­mi­ne­ral­was­ser[]
  3. vgl. nur BGH, Urteil vom 30.06.2011 – I ZR 157/​10, GRUR 2012, 184 Rn. 15 = WRP 2012, 194 – Bran­chen­buch Berg; Urteil vom 16.05.2013 – I ZR 175/​12, GRUR 2014, 91 Rn. 15 = WRP 2014, 61Treue­punk­te-Akti­on[]