Urhe­ber­recht beim Kabel­fern­se­hen

Sen­den­der i.S. von § 87 Abs. 1 Nr. 1 Fall 1, § 20 UrhG ist im Fal­le einer Kabel­wei­ter­sen­dung allein der­je­ni­ge, der dar­über ent­schei­det, wel­che Funk­sen­dun­gen in das Kabel ein­ge­speist und an eine Öffent­lich­keit wei­ter­ge­lei­tet wer­den, nicht dage­gen der­je­ni­ge, der ledig­lich die hier­für erfor­der­li­chen tech­ni­schen Vor­rich­tun­gen bereit­stellt und betreibt. Über­trägt der Betrei­ber eines Kabel­net­zes Funk­sen­dun­gen durch Ein­spei­sung in eine Kabel­an­la­ge auf­grund einer eige­nen Ent­schei­dung – und nicht ledig­lich als Dienst­leis­ter beim Signal­trans­port – wei­ter, sen­det er selbst und ist dafür selbst urhe­ber­recht­lich ver­ant­wort­lich.

Urhe­ber­recht beim Kabel­fern­se­hen

Der zwi­schen der Gesell­schaft zur Ver­wer­tung der Urhe­ber- und Leis­tungs­schutz­rech­te von Medi­en­un­ter­neh­men mbH (VG Media) und Kabel­netz­be­trei­bern im Jahr 2003 geschlos­se­ne „Ver­trag über die Ver­gü­tung der Nut­zung der ter­res­trisch und satel­li­tär her­an­ge­führ­ten Pro­gram­me der Hör­funk- und Fern­seh­un­ter­neh­men in den Breit­band­ka­beln der Kabel­netz­be­trei­ber” (Regio-Ver­trag) regelt auch das Recht, Sen­de­si­gna­le über Ver­tei­ler­an­la­gen in Gäs­te­zim­mer von Beher­ber­gungs­be­trie­ben wei­ter­zu­lei­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Novem­ber 2009 – I ZR 160/​07