Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen – und die Fra­ge des maß­ge­ben­den Rechts

Die Fra­ge, ob Ansprü­che wegen einer Ver­let­zung urhe­ber­recht­li­cher Schutz­rech­te bestehen, ist nach dem deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat­recht eben­so wie jetzt gemäß Art. 8 Abs. 1 Rom-II-VO grund­sätz­lich nach dem Recht des Schutz­lan­des – also des Staa­tes, für des­sen Gebiet der Schutz bean­sprucht wird – zu beant­wor­ten.

Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen – und die Fra­ge des maß­ge­ben­den Rechts

Nach die­sem Recht sind ins­be­son­de­re das Bestehen des Rechts, die Rechts­in­ha­ber­schaft des Ver­letz­ten, Inhalt und Umfang des Schut­zes sowie der Tat­be­stand und die Rechts­fol­gen einer Rechts­ver­let­zung zu beur­tei­len [1].

Da Gegen­stand der Kla­ge im hier ent­schie­de­nen Fall allein Ansprü­che wegen Ver­let­zung urhe­ber­recht­lich geschütz­ter Rech­te an Möbel­mo­del­len sind, für die die Klä­ge­rin im Inland urhe­ber­recht­li­chen Schutz bean­sprucht, ist danach im Streit­fall deut­sches Urhe­ber­recht anzu­wen­den. Die Anwend­bar­keit deut­schen Rechts setzt nicht vor­aus, dass die Möbel­mo­del­le tat­säch­lich im Inland urhe­ber­recht­li­chen Schutz genie­ßen und die dar­an bestehen­den urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Rech­te tat­säch­lich ver­letzt wor­den sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Novem­ber 2015 – I ZR 91/​11

  1. BGH, GRUR 2015, 264 Rn. 24 – Hi Hotel II, mwN[]