Ver­fah­rens­feh­ler und das Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz

Ver­fah­rens­feh­ler der für die Ertei­lung der Geneh­mi­gung nach dem Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz zustän­di­gen Behör­den sind grund­sätz­lich nach § 45 VwVfG heil­bar.

Ver­fah­rens­feh­ler und das Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz

Ver­fah­rens­feh­ler der für die Ertei­lung der Geneh­mi­gung nach dem Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz zustän­di­gen Behör­den sind aller­dings grund­sätz­lich nach § 45 VwVfG heil­bar. Deren Ent­schei­dun­gen sind Ver­wal­tungs­ak­te, auf die die Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­ze anzu­wen­den sind, soweit nicht im Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz etwas Abwei­chen­des bestimmt ist 1.

Ver­fah­rens­feh­ler der für die Ertei­lung der Geneh­mi­gung nach dem Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz zustän­di­gen Behör­den sind aller­dings grund­sätz­lich nach § 45 VwVfG heil­bar. Deren Ent­schei­dun­gen sind Ver­wal­tungs­ak­te, auf die die Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­ze anzu­wen­den sind, soweit nicht im Grund­stücks­ver­kehrs­ge­setz etwas Abwei­chen­des bestimmt ist 1.

Ob ein Bescheid der Geneh­mi­gungs­be­hör­den, der ohne einen Antrag nach § 3 Abs. 2 GrdstVG erlas­sen wor­den ist, nich­tig 2 oder nur anfecht­bar ist 3, ist strei­tig.

Hat ein vom Gesetz vor­ge­schrie­be­ner Antrag allein ver­fah­rens­recht­li­che Bedeu­tung und stellt kei­ne nach mate­ri­el­lem Recht not­wen­di­ge Mit­wir­kung des Antrag­stel­lers dar, führt ein Ver­stoß der Behör­de gegen das Ver­bot in § 22 Satz 2 VwVfG, dort von Amts wegen tätig zu wer­den, wo sie nur auf Antrag tätig wer­den darf, zur Feh­ler­haf­tig­keit, jedoch nicht zur Nich­tig­keit des Ver­wal­tungs­akts 4. Das trifft auf den Antrag nach § 3 GrdstVG zu, da die­ser eine ver­fah­rens­recht­li­che Vor­aus­set­zung, aber kein mate­ri­ell­recht­li­ches Zustim­mungs­er­for­der­nis für die im öffent­li­chen Inter­es­se erge­hen­den Ent­schei­dun­gen der Geneh­mi­gungs­be­hör­de ist 5.

Danach wird auch die ohne einen Antrag auf Geneh­mi­gung des Ver­äu­ße­rungs­ge­schäfts erfolg­te Mit­tei­lung über die Aus­übung des Vor­kaufs­rechts nach § 43 Abs. 1 Satz 2 VwVfG mit dem den Betei­lig­ten bekannt gege­be­nen Inhalt wirk­sam und bleibt es nach § 43 Abs. 2 VwVfG bis zu einer etwai­gen Rück­nah­me durch die Behör­de oder einer Auf­he­bung in einem gericht­li­chen Ver­fah­ren. Soweit der Bun­des­ge­richts­hof in sei­ner – vor dem Inkraft­tre­ten der Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­ze des Bun­des und der der Län­der ergan­ge­nen – Ent­schei­dung vom 4. Febru­ar 1964 6 aus­ge­führt hat, dass eine außer­halb eines Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens erfolg­te Mit­tei­lung über die Aus­übung des sied­lungs­recht­li­chen Vor­kaufs­rechts recht­lich kei­ne Bedeu­tung erlan­ge, hält er dar­an aus den vor­ste­hen­den Grün­den nicht mehr fest.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Novem­ber 2012 – BLw 13/​11

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 13.05.1982 – V BLw 22/​80, AgrarR 1982, 207, 208; und vom 05.05.1983 – V BLw 1/​82, NJW 1984, 54[][]
  2. so Netz, GrdstVG, 5. Aufl., § 8 Anm.08.05.02.1[]
  3. so Ehren­forth, RSG u. GrdstVG, § 3 GrdstVG Anm. 2; Her­ming­hau­sen, DNotZ 1963, 387, 388; Lan­ge, GrdstVG, 2. Aufl., § 3 Anm. 2[]
  4. vgl. Rit­gen in Knack/​Henneke, VwVfG, 9. Aufl., § 22 Rn. 33; Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 12. Aufl., § 22 Rn. 29 und § 45 Rn. 15; Stel­kens in Stelkens/​Bonk/​Sachs, VwVfG, 7. Aufl., § 35 Rn. 239[]
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 10.03.1959 – V BLw 46/​58, RdL 1959, 159[]
  6. BGH, Beschluss vom 04.02.1964 – V BLw 31/​63, BGHZ 41, 114, 120[]