Ver­kauf ist kei­ne Beschaf­fung

Die Bun­des­re­gie­rung ist der Auf­fas­sung, dass der Ver­kauf von Bau­grund­stü­cken kei­ne “Beschaf­fung” im Sin­ne des Ver­ga­be­rechts ist. In ihrer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge im Deut­schen Bun­des­tag heißt es, in sol­chen Fäl­len lie­ge der für eine Aus­schrei­bung erfor­der­li­che Beschaf­fungs­cha­rak­ter nicht vor. Die Regie­rung distan­ziert sich damit von der ver­ga­be­recht­li­chen Recht­spre­chung des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf. Die­ses habe im ver­gan­ge­nen Jahr unter Beru­fung auf die Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs ent­schie­de, dass die Regeln über die Ver­ga­be von Bau­auf­trä­gen auch dann ein­zu­hal­ten sei­en, wenn der öffent­li­che Eigen­tü­mer des Gelän­des und die betref­fen­de Gemein­de bei der Ver­mark­tung zusam­men­ar­bei­ten oder ein Durch­füh­rungs­ver­trag im Sin­ne des Bau­ge­setz­buchs abge­schlos­sen wird.

Ver­kauf ist kei­ne Beschaf­fung

Gesetz­ge­be­ri­schen Hand­lungs­be­darf im Bau­recht hält die Regie­rung nicht für erfor­der­lich, weil die ver­ga­be­recht­li­che Pro­ble­ma­tik durch Klar­stel­lun­gen im Gesetz gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen auf­ge­grif­fen wer­den sol­le. Wäh­rend das Ver­ga­be­recht Ein­kaufs­vor­schrif­ten ent­hal­te, um den Bedarf der öffent­li­chen Hand gegen Ent­gelt zu decken, rich­te sich der Ver­kauf von Grund­stü­cken aus­schließ­lich nach haus­halts­recht­li­chen Bestim­mun­gen. Die Bun­des­re­gie­rung habe die Recht­spre­chung des Ober­lan­des­ge­rich­tes und die dar­auf resul­tie­ren­den recht­li­chen Unklar­hei­ten zum Anlass genom­men, im Rah­men der lau­fen­den Ver­ga­be­rechts­no­vel­le Klar­stel­lun­gen in ein­zel­nen Vor­schrif­ten des Geset­zes gegen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen vor­zu­schla­gen.