Ver­län­ger­te Limou­si­nen – Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter

Für die Ermitt­lung der Eigen­art im Sin­ne von Art. 6 GGV 1 ist maß­geb­li­ches Kri­te­ri­um die Unter­schied­lich­keit der Mus­ter, die in einem Ein­zel­ver­gleich mit bereits vor­han­de­nen Mus­tern zu ermit­teln ist. Eigen­tüm­lich­keit und Gestal­tungs­hö­he sind nicht Vor­aus­set­zun­gen des Schut­zes des Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ters.

Ver­län­ger­te Limou­si­nen – Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter

Eine Begren­zung des Schutz­um­fangs eines Kla­ge­mus­ters auf die­je­ni­gen Merk­ma­le, durch die es sich von einem frü­her ange­mel­de­ten Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter unter­schei­det, kommt jeden­falls dann nicht in Betracht, wenn das frü­her ange­mel­de­te Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter nicht vor dem Kla­ge­mus­ter der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht wor­den ist. Ein Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter wird noch nicht durch die Anmel­dung der Öffent­lich­keit im Sin­ne von Art. 6, 7 GGV zugäng­lich gemacht.

Die Wir­kun­gen der Erschöp­fung nach Art. 21 GGV tre­ten an kon­kret in Ver­kehr gebrach­ten Erzeug­nis­sen und nicht an ein­zel­nen ihrer Merk­ma­le ein.

Eine in einem Mit­glied­staat began­ge­ne Hand­lung, durch die ein Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ter ver­letzt wird, begrün­det in der Regel eine Bege­hungs­ge­fahr für das gesam­te Gebiet der Euro­päi­schen Uni­on.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. April 2010 – I ZR 89/​08

  1. Ver­ord­nung (EG) Nr. 6/​2002 des Rates vom 12. Dezem­ber 2001 über das Ge-mein­schafts­ge­schmacks­mus­ter[]