Ver­mitt­lung und Bewer­bung von Sport­wet­ten in Nie­der­sach­sen

Äll­mäh­lich fin­den sich in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern die ers­ten ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen zum über­ar­bei­te­ten Glück­spiel­staats­ver­trag. Nach Sach­sen und Rhein­land-Pfalz liegt nun auch eine ers­te Ent­schei­dung für die recht­li­che Situa­ti­on in Nie­der­sach­sen vor:

Ver­mitt­lung und Bewer­bung von Sport­wet­ten in Nie­der­sach­sen

Für die­ses Bun­des­land ent­schied das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, dass Die Rege­lun­gen des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges und des Nie­der­säch­si­schen Glücks­spiel­ge­set­zes zum staat­li­chen Sport­wet­ten­mo­no­pol weder gegen Ver­fas­sungs­recht- ins­be­son­de­re Art. 12 GG – noch gegen Gemein­schafts­recht – ins­be­son­de­re Art. 43 EGV Nie­der­las­sungs­frei­heit, Art. 49 EGV frei­er Diens­leis­tungs­ver­kehr – ver­sto­ßen.

Das Ver­triebs­kon­zept und die Nie­der­säch­si­sche Glücks­spiel­ver­ord­nung ent­hal­ten nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg aus­rei­chen­de Bestim­mun­gen zur Aus­ge­stal­tung eines Sys­tems von Annah­me­stel­len, wel­ches zur Kana­li­sie­rung und Ein­däm­mung des Spiel­triebs ein die poten­ti­el­len Kun­den errei­chen­des flä­chen­de­cken­des Ver­triebs­netz mit dem Ange­bot der zuge­las­se­nen Spie­le vor­hält und dabei gleich­zei­tig die Zie­le des Min­der­jäh­ri­gen- und des Spie­ler­schut­zes ver­mit­telt.

Für die Beant­wor­tung der Fra­ge, ob das Sport­wet­ten­mo­no­pol kohä­rent ist, sind die Zie­le des nor­mier­ten Glücks­spiel­rechts ins­ge­samt in den Blick zu neh­men: Die Maß­nah­me darf nicht zu einer Ver­la­ge­rung des von ihr bekämpf­ten Miss­stan­des füh­ren. Es müs­sen nicht alle Glücks­spiel­be­rei­che auf iden­ti­schem Schutz­ni­veau und/​oder unter Ein­satz glei­cher Ins­tu­men­ta­ri­en gere­gelt wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Gerichts­be­scheid vom 17. Sep­tem­ber 2009 – 12 A 167/​09