Ver­sand von Tier­arz­nei­mit­teln

Auch wenn der Ver­sand von für Men­schen bestimm­ten Arz­nei­mit­teln inzwi­schen erlaubt ist, kann der Ver­sand von apo­the­ken­pflich­ti­gen Tier­arz­nei­mit­teln an Tier­hal­ter immer noch unter­sagt wer­den. Dies geht aus einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Neu­stadt her­vor.

Ver­sand von Tier­arz­nei­mit­teln

Nach dem Arz­nei­mit­tel­ge­setz dürf­ten Tier­arz­nei­mit­tel, die nicht für den Ver­kehr außer­halb der Apo­the­ken frei­ge­ge­ben sei­en, an Tier­hal­ter nur in der Apo­the­ke oder durch den Tier­arzt aus­ge­hän­digt wer­den; ein Ver­sand sei nicht zuläs­sig. Die­ses Ver­sand­ver­bot sei auch ver­fas­sungs­ge­mäß, denn es die­ne sowohl dem Tier­schutz als auch dem Gesund­heits­schutz des Men­schen. Beim Kauf in der Apo­the­ke kön­ne im per­sön­li­chen Gespräch auf die schäd­li­chen Wir­kun­gen der Medi­ka­men­te hin­ge­wie­sen wer­den und so Gefah­ren im Umgang mit den Arz­nei­mit­teln bes­ser als beim Ver­sand vor­ge­beugt wer­den. Bei Tie­ren, deren Fleisch oder deren Pro­duk­te vom Men­schen ver­zehrt wür­den, kom­me dies auch dem Ver­brau­cher zugu­te. Der Ver­sand­han­del mit Tier­arz­nei­mit­teln ber­ge gera­de im Hin­blick auf den Ver­brau­cher grö­ße­re Risi­ken als der­je­ni­ge mit Human­arz­nei­mit­teln. Erfah­run­gen in der Ver­gan­gen­heit mit Anti­bio­ti­ka, Hor­mo­nen und ande­ren Arz­nei­mit­tel­rück­stän­den im Fleisch hät­ten die Gefah­ren der unkon­trol­lier­ten Anwen­dung von Tier­arz­nei­mit­teln deut­lich auf­ge­zeigt. Des­halb dür­fe beim Ver­sand­han­del zwi­schen Medi­ka­men­ten für Men­schen und für Tie­re zuläs­si­ger­wei­se dif­fe­ren­ziert wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 21. Juni 2005 – 5 K 2510/​04.NW