Alte Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge – und die Anfor­de­run­gen an die Rück­tritts­be­leh­rung

Zu den Anfor­de­run­gen an eine Beleh­rung über das Rück­tritts­recht gemäß § 8 Abs. 5 Satz 1 VVG a.F. hat der Bun­des­ge­richts­hof bereits klar­ge­stellt, dass zwar eine druck­tech­ni­sche Her­vor­he­bung der Beleh­rung vom Wort­laut die­ser Vor­schrift nicht aus­drück­lich vor­aus­ge­setzt war, aber auch eine sol­che Beleh­rung zur Errei­chung ihres gesetz­li­chen Zwe­ckes inhalt­lich mög­lichst umfas­send, unmiss­ver­ständ­lich und aus Sicht der Ver­brau­cher ein­deu­tig sein muss­te.

Alte Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge – und die Anfor­de­run­gen an die Rück­tritts­be­leh­rung

Das erfor­der­te eine Form der Beleh­rung, die dem Auf­klä­rungs­ziel Rech­nung trug und dar­auf ange­legt war, den Ange­spro­che­nen auf­merk­sam zu machen und das maß­geb­li­che Wis­sen zu ver­mit­teln 1.

Des Wei­te­ren hat der Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­den, dass der Ver­si­che­rer den Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht über eine etwai­ge Form der Rück­tritts­er­klä­rung beleh­ren muss­te, weil von ihm nicht ver­langt wer­den konn­te, die inso­weit unkla­re gesetz­li­che Bestim­mung des § 8 Abs. 5 VVG a.F. aus­zu­le­gen 2.

Ob eine Rück­tritts­be­leh­rung den genann­ten Anfor­de­run­gen genügt, hat der Tatrich­ter im jewei­li­gen Ein­zel­fall zu ent­schei­den; eine höchst­rich­ter­li­che Klä­rung, ob ein­zel­ne Rück­tritts­be­leh­run­gen for­mal und inhalt­lich ord­nungs­ge­mäß sind, ist nicht gebo­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Mai 2017 – IV ZR 501/​15

  1. BGH, Urtei­le vom 25.01.2017 – IV ZR 173/​15, r+s 2017, 126 Rn. 18; vom 29.06.2016 – IV ZR 24/​14 14; vom 17.12 2014 – IV ZR 260/​11, VersR 2015, 224 Rn. 16[]
  2. BGH, Urteil vom 29.06.2016 aaO Rn. 15 m.w.N.[]