Ände­run­gen in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung

Auch in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ändert sich zum Jah­res­wech­sel Eini­ges:

Ände­run­gen in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung

1. Ein­füh­rung des Basis­ta­rifs

Zum 1. Janu­ar 2009 wird der neue Basis­ta­rif ein­ge­führt, den alle pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men anbie­ten müs­sen. Er löst den bis­he­ri­gen modi­fi­zier­ten Stan­dard­ta­rif ab. Ver­si­cher­te dür­fen in die­sem Tarif nicht abge­wie­sen wer­den (Kon­tra­hie­rungs­zwang). Es dür­fen auch kei­ne Zuschlä­ge wegen erhöh­ten gesund­heit­li­chen Risi­kos erho­ben und kei­ne Leis­tungs­aus­schlüs­se ver­ein­bart wer­den. Die Leis­tun­gen im Basis­ta­rif müs­sen in Umfang, Art und Höhe mit dem Leis­tungs­ka­ta­log der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­gleich­bar sein. Die Ver­si­che­rungs­prä­mie darf den jewei­li­gen GKV-Höchst­bei­trag (2009 rund 570 Euro) nicht über­schrei­ten. Für Beam­te gel­ten antei­li­ge Höchst­be­trä­ge je nach Höhe des Anteils, den die Bei­hil­fe abdeckt.
Ist das für die Ver­si­cher­ten zu teu­er, weil sie durch die Zah­lung des Bei­tra­ges hil­fe­be­dürf­tig im Sin­ne der Geset­ze zur Grund­si­che­rung wür­den, wird der Bei­trag im Basis­ta­rif um die Hälf­te redu­ziert. Und wer auch dafür nicht genug Geld auf­brin­gen kann, bekommt einen Zuschuss zu sei­ner Ver­si­che­rungs­prä­mie vom Sozi­al­amt oder Grund­si­che­rungs­trä­ger.
Die sozia­len Rege­lun­gen bei nied­ri­gem Ein­kom­men gel­ten auch für die pri­va­te Pfle­ge-Pflicht­ver­si­che­rung.

2. Wech­sel­mög­lich­keit in den Basis­ta­rif unter Mit­nah­me von Alte­rungs­rück­stel­lun­gen

Die­je­ni­gen, die bereits pri­vat kran­ken­ver­si­chert sind, kön­nen vom 1. Janu­ar bis zum 30. Juni 2009 in den Basis­ta­rif einer ande­ren Ver­si­che­rung ihrer Wahl wech­seln. Wer 55 Jah­re und älter ist oder eine Ren­te bezie­hungs­wei­se eine Beam­ten­pen­si­on bezieht, kann dar­über hin­aus jeder­zeit in den Basis­ta­rif inner­halb sei­nes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens wech­seln. Glei­ches gilt für Ver­si­cher­te, die nach­weis­lich die Ver­si­che­rungs­prä­mie nicht mehr auf­brin­gen kön­nen. Wer nach dem 1. Janu­ar 2009 einen pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­ver­trag neu abschließt, kann sofort den Basis­ta­rif wäh­len oder erhält ein unein­ge­schränk­tes Wech­sel­recht unter Mit­nah­me der neu auf­ge­bau­ten Alte­rungs­rück­stel­lun­gen in den Basis­ta­rif jedes belie­bi­gen Unter­neh­mens der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung.

3. Mit­nah­me von Alte­rungs­rück­stel­lun­gen

Pri­vat­ver­si­cher­te zah­len mit ihren Prä­mi­en zusätz­lich so genann­te Alte­rungs­rück­stel­lun­gen, mit denen der Bei­trags­ver­lauf im Lebens­zy­klus geglät­tet wird, das heißt Rück­la­gen für den höhe­ren medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­be­darf im Alter gebil­det wer­den. Bei einem Ver­si­che­rungs­wech­sel konn­ten Alte­rungs­rück­stel­lun­gen bis­her nicht mit­ge­nom­men wer­den. Wer bis­lang das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men wech­seln woll­te, muss­te neue Alte­rungs­rück­stel­lun­gen auf­bau­en, was ab einem gewis­sen Alter einen Wech­sel des Unter­neh­mens selbst für gesun­de Ver­si­cher­te fak­tisch aus­ge­schlos­sen hat, weil die im neu­en Unter­neh­men gefor­der­ten Bei­trä­ge durch die ver­lo­re­nen Rück­stel­lun­gen unbe­zahl­bar sind. Das ändert sich nun: Pri­vat­ver­si­cher­te, die inner­halb ihrer Ver­si­che­rung in den Basis­ta­rif wech­seln, neh­men die Alte­rungs­rück­stel­lun­gen in vol­lem Umfang mit. Bei Pri­vat­ver­si­cher­ten, die im ers­ten Halb­jahr 2009 in den Basis­ta­rif eines ande­ren Unter­neh­mens wech­seln, wer­den die Alte­rungs­rück­stel­lun­gen im Umfang des Basis­ta­rifs über­tra­gen. Für Ver­si­cher­te, die nach dem 1. Janu­ar 2009 einen neu­en Ver­trag schlie­ßen, gilt die­se Rege­lung unbe­fris­tet.

Das glei­che Prin­zip gilt in der pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung: Ab 1. Janu­ar 2009 wer­den hier die Wahl- und Wech­sel­mög­lich­kei­ten aller Ver­si­cher­ten durch die Über­trag­bar­keit von Alte­rungs­rück­stel­lun­gen ver­bes­sert.