Auto gestoh­len und ver­brannt

Bestrei­tet die Kas­ko­ver­si­che­rung den Dieb­stahl eines bei ihr ver­si­cher­ten Kraft­fahr­zeugs, weil die­ser angeb­lich vor­ge­täuscht sei, hin­dert dies nach einer jetzt ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht die Ein­tritts­pflicht der Kas­ko­ver­si­che­rung, wenn das Auto kurz nach dem (angeb­li­chen) Dieb­stahl aus­brennt.

Auto gestoh­len und ver­brannt

Nach dem dem Ver­si­che­rungs­ver­trag zugrun­de lie­gen­den § 12 (1) I a und b der AKB der Beklag­ten ste­hen die Ver­si­che­rungs­fäl­le „Brand“ und „Ent­wen­dung“ selb­stän­dig neben­ein­an­der [1]. Steht – wie im jetzt vom BGH ent­schie­de­nen Fall – fest, dass das ver­si­cher­te Kraft­fahr­zeug durch einen Brand zer­stört wur­de, und ist zugleich strei­tig, ob ein Dieb­stahl vor­aus­ge­gan­gen ist, so kann es dem Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht ver­wehrt wer­den, sich dar­auf zu beru­fen, dass jeden­falls ein ent­schä­di­gungs­pflich­ti­ger Brand­scha­den vor­liegt [2].

Der Ver­si­che­rer, der sich dar­auf beruft, schon der angeb­li­che vor­an­ge­gan­ge­ne Dieb­stahl sei vor­ge­täuscht, wird im Hin­blick auf den Ver­si­che­rungs­fall „Brand“ nur leis­tungs­frei, wenn er den nach § 61 VVG a.F. gebo­te­nen Nach­weis füh­ren kann, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Brand vor­sätz­lich oder grob fahr­läs­sig her­bei­ge­führt oder ver­an­lasst hat. Beweis­erleich­te­run­gen kom­men dem Ver­si­che­rer dabei nicht zugu­te. Weder fin­det eine Beweis­last­um­kehr zu sei­nen Guns­ten statt, noch las­sen sich die Beweis­erleich­te­run­gen, die dem Ver­si­che­rer für den Ver­si­che­rungs­fall „Dieb­stahl“ als Aus­gleich für die dort zunächst dem Ver­si-che­rungs­neh­mer zuge­stan­de­nen Beweis­erleich­te­run­gen zuge­bil­ligt wer­den [3], auf den Beweis für das Her­bei­füh­ren des Ver­si­che­rungs­falls über­tra­gen [4].

  1. vgl. dazu BGH, Urteil vom 31. Okto­ber 1984 – IVa ZR 33/​83VersR 1985, 78 unter I 1[]
  2. BGH aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 19. Dezem­ber 1984 – IVa ZR 159/​82VersR 1985, 330 unter I 1 m.w.N.[]
  3. vgl. dazu BGH, Urteil vom 17. Mai 1989 – IVa ZR 130/​88VersR 1989, 841[]
  4. BGH, Urtei­le vom 31. Okto­ber 1984 aaO unter I 2; vom 19. Dezem­ber 1984 aaO unter II[]