Das Poli­cen­mo­dell in der Lebens­ver­si­che­rung

Zur Ver­ein­bar­keit des so genann­ten Poli­cen­mo­dells (§ 5a Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 bis 3 VVG a.F.) mit den Vor­ga­ben des Art. 31 Abs. 1 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung und des Art. 15 Abs. 1 Satz 1 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung hat jetzt der Bun­des­ge­richts­hof Stel­lung genom­men. Einem Ver­si­che­rungs­neh­mer, der mit Über­las­sung der Ver­si­che­rungs­po­li­ce die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen, die Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on und eine ord­nungs­ge­mä­ße Wider­spruchs­be­leh­rung nach § 5a VVG a.F. erhielt, ist nach jah­re­lan­ger Durch­füh­rung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges die Beru­fung auf des­sen Unwirk­sam­keit nach Treu und Glau­ben wegen wider­sprüch­li­chen Ver­hal­tens ver­wehrt.

Das Poli­cen­mo­dell in der Lebens­ver­si­che­rung

Der im Wege des Poli­cen­mo­dells abge­schlos­se­ne Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trag ist auf der Grund­la­ge des § 5a VVG a.F. wirk­sam zustan­de gekom­men. Die­se Vor­schrift regel­te den Ver­trags­schluss nach dem so genann­ten Poli­cen­mo­dell. Es betraf Fäl­le, in denen der Ver­si­che­rer wie hier die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft dem Ver­si­che­rungs­neh­mer bei des­sen Antrag­stel­lung die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen zunächst nicht über­ge­ben und eine den Anfor­de­run­gen des § 10a VAG a.F. genü­gen­de Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on unter­las­sen hat­te. Der Antrag des Ver­si­che­rungs­neh­mers stell­te das Ange­bot zum Abschluss des Ver­tra­ges dar. Die­ses nahm der Ver­si­che­rer dadurch an, dass er dem Ver­si­che­rungs­neh­mer mit der Ver­si­che­rungs­po­li­ce die All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und die für den Ver­trags­schluss maß­geb­li­che Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on über­sand­te. Durch die Annah­me kam der Ver­trag aber noch nicht zustan­de; viel­mehr galt er gemäß § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. erst dann als abge­schlos­sen, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht inner­halb von 14 Tagen nach Über­las­sung der voll­stän­di­gen Unter­la­gen schrift­lich wider­sprach. Bis zum Ablauf die­ser Frist war von einem schwe­bend unwirk­sa­men Ver­trag aus­zu­ge­hen 1. Der Ver­trag erlang­te rück­wir­kend zum Zeit­punkt der Ver­trags­an­nah­me Wirk­sam­keit, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer inner­halb der Wider­spruchs­frist von sei­nem Recht zum Wider­spruch kei­nen Gebrauch gemacht hat­te 2.

Die Vor­aus­set­zun­gen für ein Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges nach dem Poli­cen­mo­dell sind im hier ent­schie­de­nen Fall erfüllt. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer erhielt mit dem Ver­si­che­rungs­schein im August 1998 die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen, eine Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on und eine ord­nungs­ge­mä­ße Wider­spruchs­be­leh­rung. Bis zum Ablauf der damit in Gang gesetz­ten 14tägigen Wider­spruchs­frist erklär­te der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Wider­spruch nicht.

Der so geschlos­se­ne Ver­si­che­rungs­ver­trag unter­liegt ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Revi­si­on nicht wegen Gemein­schafts­rechts­wid­rig­keit des § 5a VVG a.F. Wirk­sam­keits­zwei­feln. Dabei ist der Bun­des­ge­richts­hof anders als es in Bezug auf die Vor­schrift des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. 3 der Fall war nicht gehal­ten, eine Vor­ab­ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on ein­zu­ho­len. Zum einen steht die rich­ti­ge Anwen­dung des Gemein­schafts­rechts bei Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on bezo­gen auf das Poli­cen­mo­dell außer Zwei­fel, so dass die Vor­la­ge­pflicht gemäß § 267 Abs. 1 Buchst. b, Abs. 3 AEUV ent­fällt 4. Zum ande­ren schei­det eine Vor­la­ge aus, weil die Fra­ge der Ver­ein­bar­keit des § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. mit dem Gemein­schafts­recht im Streit­fall nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich ist 5.

Das Poli­cen­mo­dell steht nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs ein­deu­tig in Ein­klang mit den für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum maß­geb­li­chen Bestim­mun­gen der Art. 15 Abs. 1 Satz 1 der Richt­li­nie 90/​619/​EWG des Rates vom 08.11.1990 zur Koor­di­nie­rung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten für die Direkt­ver­si­che­rung (Lebens­ver­si­che­rung) und zur Erleich­te­rung der tat­säch­li­chen Aus­übung des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs sowie zur Ände­rung der Richt­li­nie 79/​267/​EWG 6 und Art. 31 Abs. 1 der Richt­li­nie 92/​96/​EWG vom 10.11.1992 zur Koor­di­nie­rung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten für die Direkt­ver­si­che­rung (Lebens­ver­si­che­rung) sowie zur Ände­rung der Richt­li­ni­en 79/​267/​EWG und 90/​619/​EWG 7 und den inhalts­glei­chen Bestim­mun­gen der Art. 35 Abs. 1, 36 Abs. 1 der spä­te­ren Richt­li­nie 2002/​83/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 05.11.2002 über Lebens­ver­si­che­run­gen 8.

Zwar hat ein Teil der Lite­ra­tur Beden­ken gegen die Richt­li­ni­en­kon­for­mi­tät des Poli­cen­mo­dells geäu­ßert 9.

Die­se Zwei­fel wer­den aber in der Instanz­recht­spre­chung und im wei­te­ren Schrift­tum (zu Recht) nicht geteilt 10.

Der Bun­des­ge­richts­hof sieht eben­falls kei­nen Anhalts­punkt dafür, dass die ein­schlä­gi­gen Richt­li­ni­en dem in § 5a VVG a.F. gere­gel­ten Poli­cen­mo­dell ent­ge­gen­ste­hen könn­ten.

Die Wider­spruchs­lö­sung des § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. ist vor allem des­halb nicht zu bean­stan­den, weil die Richt­li­ni­en 90/​619/​EWG und 92/​96/​EWG kei­ne Vor­ga­ben zum Zustan­de­kom­men des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ent­hal­ten 11. Wie der in Art. 31 Abs. 1 der Richt­li­nie 92/​96/​EWG erwähn­te und für die recht­zei­ti­ge Infor­ma­ti­on des Ver­si­che­rungs­neh­mers maß­geb­li­che "Abschluss" des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges aus­zu­ge­stal­ten ist, ergibt sich dar­aus eben­so wenig wie aus dem in Bezug genom­me­nen Anhang. In den Mate­ria­li­en zu Art. 31 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung wird zu dem Pas­sus "vor Abschluss des Ver­tra­ges" aus­ge­führt, die Mit­glied­staa­ten könn­ten selbst dar­über bestim­men, "wann genau ein Ver­trag als abge­schlos­sen gilt und wann genau die … vor­ge­schrie­be­nen Anga­ben dem Ver­si­che­rungs­neh­mer mit­ge­teilt wer­den müs­sen" 12. Die Kom­mis­si­on der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten hat in ihrer Stel­lung­nah­me vom 12.10.2006 im Rah­men des gegen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein­ge­lei­te­ten Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens 2005/​5046 aus­drück­lich fest­ge­hal­ten, die Fra­ge, wann ein Ver­si­che­rungs­ver­trag als abge­schlos­sen gel­ten sol­le, sei "in der Tat eine Sache des natio­na­len Rechts".

Die Richt­li­ni­en 90/​619/​EWG und 92/​96/​EWG ver­fol­gen zudem kein auf das mate­ri­el­le Ver­si­che­rungs­ver­trags­recht bezo­ge­nes Har­mo­ni­sie­rungs­ziel. Mit der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung soll­ten ins­be­son­de­re Unter­schie­de zwi­schen dem Auf­sichts­recht der Mit­glied­staa­ten besei­tigt wer­den. Die inso­weit ange­streb­te Har­mo­ni­sie­rung soll­te nach Erwä­gungs­grund 5 der Richt­li­nie 92/​96/​EWG zu "einer gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung der Zulas­sun­gen und der Auf­sichts­sys­te­me" füh­ren. Die­se Ziel­set­zung nahm die spä­te­re Richt­li­nie 2002/​83/​EG auf; sie wur­de in Erwä­gungs­grund 2 der­ge­stalt umschrie­ben, dass "zur Erleich­te­rung der Auf­nah­me und der Aus­übung der Tätig­kei­ten der Lebens­ver­si­che­rung … gewis­se Unter­schie­de zwi­schen dem Auf­sichts­recht der ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten zu besei­ti­gen" sind, "wobei ein ange­mes­se­ner Schutz der Ver­si­cher­ten und der Begüns­tig­ten in allen Mit­glied­staa­ten gewahrt blei­ben muss". Dar­aus ergibt sich, dass neben dem Ver­brau­cher­schutz auch die Tätig­keit der Lebens­ver­si­che­rer in den Mit­glied­staa­ten erleich­tert wer­den soll­te. Hin­ge­gen soll­te die Har­mo­ni­sie­rung des für den Ver­si­che­rungs­ver­trag gel­ten­den Rechts "kei­ne Vor­be­din­gung für die Ver­wirk­li­chung des Bin­nen­markts im Ver­si­che­rungs­sek­tor" sein. Dies betont Erwä­gungs­grund 19 der Richt­li­nie 92/​96/​EG und führt wei­ter aus, die den Mit­glied­staa­ten belas­se­ne Mög­lich­keit, die Anwen­dung ihres eige­nen Rechts für Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge vor­zu­schrei­ben, bei denen die Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men Ver­pflich­tun­gen in ihrem Hoheits­ge­biet ein­ge­hen, stel­le des­halb eine hin­rei­chen­de Siche­rung für die Ver­si­che­rungs­neh­mer dar 13. Dem­nach haben die Richt­li­ni­en die Rege­lung des Ver­trags­schlus­ses dem natio­na­len Gesetz­ge­ber über­las­sen 14.

Der deut­sche Gesetz­ge­ber hat zur Umset­zung der genann­ten Richt­li­ni­en neben der auf­sichts­recht­li­chen Vor­schrift des § 10a VAG a.F. die ver­si­che­rungs­ver­trags­recht­li­che Bestim­mung des § 5a VVG a.F. ein­ge­führt 15. Mit § 5a VVG a.F. bezweck­te er nicht pri­mär eine Har­mo­ni­sie­rung des Auf­sichts­rechts 16. Aller­dings ist für den Bun­des­ge­richts­hof nicht ersicht­lich, dass der Richt­li­nie 92/​96/​EWG auf­sichts­recht­lich kei­ne prak­ti­sche Wirk­sam­keit ver­schafft wur­de 17. Die Auf­sichts­be­hör­de brauch­te bei Ver­trags­ab­schlüs­sen nach dem Poli­cen­mo­dell nicht ein­zu­schrei­ten, wenn die Ver­si­che­rer wie im Streit­fall gesche­hen ihrer Infor­ma­ti­ons­pflicht nach § 10a VAG a.F. nach­ka­men und den Ver­si­che­rungs­neh­mern mit den Poli­cen die erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen zukom­men lie­ßen. Die Über­wa­chungs­pflicht gemäß § 81 Abs. 1 VAG wur­de aber nicht obso­let. Ver­stö­ße gegen die Vor­ga­ben des § 10a VAG a.F. zur Gestal­tung der Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on waren auch in Bezug auf das Poli­cen­mo­dell zu ahn­den.

Aus­ge­hend von dem sich nach natio­na­lem Recht bestim­men­den Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges ent­spricht § 5a VVG a.F. den gemein­schafts­recht­li­chen Vor­ga­ben der in den Richt­li­ni­en gere­gel­ten Infor­ma­ti­ons­pflich­ten in der Aus­prä­gung, die sie durch die Aus­le­gung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on gefun­den haben. Sinn und Zweck der in Art. 31 Abs. 1 der Richt­li­nie 92/​96/​EWG nor­mier­ten Infor­ma­ti­ons­pflicht sowie die wirk­sa­me Gewähr­leis­tung des Rück­tritts­rechts nach Art. 15 Abs. 1 Satz 1 der Richt­li­nie 90/​619/​EWG recht­fer­ti­gen nach der vom Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on bestä­tig­ten Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs die Aus­le­gung, dass ein Lebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­trag nicht ohne Infor­ma­ti­on und Beleh­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers zustan­de kom­men darf 18. Das Inter­es­se des Ver­si­che­rungs­neh­mers wur­de im Erwä­gungs­grund 20 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung der­ge­stalt umschrie­ben, "daß er Zugang zu einer mög­lichst wei­ten Palet­te von in der Gemein­schaft ange­bo­te­nen Ver­si­che­rungs­pro­duk­ten hat, um aus ihnen das sei­nen Bedürf­nis­sen am bes­ten ent­spre­chen­de Ange­bot aus­wäh­len zu kön­nen". Dar­an anknüp­fend wur­de der Zweck der Zwei­ten und Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung im Erwä­gungs­grund 23 so for­mu­liert: "Im Rah­men eines ein­heit­li­chen Ver­si­che­rungs­markts wird dem Ver­brau­cher eine grö­ße­re und wei­ter gefä­cher­te Aus­wahl von Ver­trä­gen zur Ver­fü­gung ste­hen. Um die­se Viel­falt und den ver­stärk­ten Wett­be­werb voll zu nut­zen, muss er im Besitz der not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen sein, um den sei­nen Bedürf­nis­sen am ehes­ten ent­spre­chen­den Ver­trag aus­zu­wäh­len." Im Hin­blick auf die­sen Infor­ma­ti­ons­zweck sah Art. 31 Abs. 1 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung in Ver­bin­dung mit deren Anhang – II A Nr. a.13 vor, dass dem Ver­si­che­rungs­neh­mer "min­des­tens" die "Moda­li­tä­ten der Aus­übung des Wider­rufs und Rück­tritts­rechts" mit­ge­teilt wer­den muss­ten, und zwar "vor Abschluss des Ver­tra­ges". Sowohl aus der Struk­tur als auch aus dem Wort­laut der ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung ging dem­nach ein­deu­tig her­vor, dass mit ihr sicher­ge­stellt wer­den soll­te, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer ins­be­son­de­re über sein Rück­tritts­recht genau belehrt wird 19.

Die­sen Anfor­de­run­gen genüg­te § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F., indem er anord­ne­te, dass der Ver­trag erst als geschlos­sen galt, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht inner­halb von 14 Tagen nach Über­las­sung der maß­geb­li­chen Unter­la­gen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen, Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on und ord­nungs­ge­mä­ße Wider­spruchs­be­leh­rung wider­sprach. Die Kon­struk­ti­on eines schwe­bend unwirk­sa­men Ver­tra­ges gewähr­leis­te­te, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer über sein Wider­spruchs­recht belehrt wor­den sein muss­te, bevor der Ver­trag wirk­sam wer­den konn­te. Eine ver­trag­li­che Bin­dung des Ver­si­che­rungs­neh­mers konn­te erst nach der von den Richt­li­ni­en gefor­der­ten Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on ein­tre­ten 20. Auf die­se Wei­se war eine Beleh­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers vor dem (wirk­sa­men) Zustan­de­kom­men und damit "vor Abschluss des Ver­tra­ges" sicher­ge­stellt.

Die für das Poli­cen­mo­dell cha­rak­te­ris­ti­sche schwe­ben­de Unwirk­sam­keit des Ver­tra­ges wur­de in dem genann­ten Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren zunächst nicht hin­rei­chend beach­tet. Die Kom­mis­si­on der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten sah in ihrem an das deut­sche Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz gerich­te­ten Auf­for­de­rungs­schrei­ben vom 04.04.2006 "die prak­ti­sche Fol­ge der deut­schen Rege­lung in § 5a VVG bezüg­lich des Ver­trags­schlus­ses (sog. Poli­cen­mo­dell)" dar­in, "dass ein Ver­si­che­rungs­ver­trag zunächst als abge­schlos­sen gilt, obwohl dem Ver­si­che­rungs­neh­mer im Moment sei­ner Ent­schei­dung betref­fend des Ver­si­che­rungs­pro­dukts kei­ne voll­stän­di­gen Ver­brau­cher­infor­ma­tio­nen vor­la­gen". Dar­aus zog die Kom­mis­si­on den Schluss, der Ver­si­che­rungs­neh­mer wer­de "an sei­ne Antrag­stel­lung auch in den Fäl­len gebun­den, in denen ihm vor Abschluss des Ver­tra­ges nicht die von den Richt­li­ni­en vor­ge­se­he­nen Infor­ma­tio­nen vor­la­gen". Dar­an hielt sie nicht mehr fest, nach­dem die Bun­des­re­gie­rung mit Schrei­ben vom 08.06.2006 dar­auf hin­ge­wie­sen hat­te, dass nach dem Poli­cen­mo­dell ein bin­den­der Abschluss erst dann erfol­ge, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer die vor­ge­schrie­be­ne Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on erhal­ten habe, über sein Wider­rufs­recht belehrt wor­den sei und den Wider­spruch inner­halb der gesetz­lich gewähr­ten Frist von 14 Tagen unter­las­sen habe. In ihrer Stel­lung­nah­me vom 12.10.2006 stell­te die Kom­mis­si­on dann ihre eben­falls bereits in dem Auf­for­de­rungs­schrei­ben ent­hal­te­ne Argu­men­ta­ti­on, dass "zu die­ser Zeit die Ent­schei­dung betref­fend des Ver­si­che­rungs­pro­dukts längst getrof­fen" sei, in den Mit­tel­punkt. Daher kön­ne nach dem deut­schen Recht ein Ver­si­che­rungs­ver­trag zunächst als abge­schlos­sen gel­ten, es sei denn, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer selbst aktiv wer­de, um der end­gül­ti­gen Wirk­sam­keit des Ver­tra­ges zu ent­ge­hen. Dem Ver­si­che­rungs­neh­mer wer­de damit eine Wider­rufs­last auf­ge­bür­det. Dar­über hin­aus müs­se der Ver­si­che­rungs­neh­mer eine Aus­wahl­ent­schei­dung tref­fen, ohne zuvor ent­spre­chend unter­rich­tet wor­den zu sein. Der eigent­li­che Zweck der Richt­li­ni­en­be­stim­mun­gen, nach denen der Ver­si­che­rungs­neh­mer vor einem Ver­trags­ab­schluss über alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen ver­fü­gen soll, wer­de ver­ei­telt.

Das recht­fer­tigt ersicht­lich kei­ne abwei­chen­de Beur­tei­lung. Da die Richt­li­ni­en wie dar­ge­legt dem natio­na­len Gesetz­ge­ber kei­ne Vor­ga­ben zum Zustan­de­kom­men des Ver­si­che­rungs­ver­trags mach­ten und § 5a VVG a.F. sicher­stell­te, dass dem Ver­si­che­rungs­neh­mer die von den Richt­li­ni­en gefor­der­ten Infor­ma­tio­nen vor­la­gen, bevor der Ver­trag nach natio­na­lem Recht zustan­de kam, war die den Richt­li­ni­en zu ent­neh­men­de Ver­pflich­tung, den Ver­si­che­rungs­neh­mer vor dem ihn bin­den­den Ver­trags­schluss umfas­send über den künf­ti­gen Ver­trags­in­halt und die ihn beglei­ten­den Umstän­de zu unter­rich­ten 21, durch den Rege­lungs­ge­halt des § 5a VVG a.F. ohne wei­te­res gewähr­leis­tet 22. Die dem Ver­si­che­rer in § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. ein­ge­räum­te Mög­lich­keit, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer erst nach des­sen Antrag die Ver­trags­be­stim­mun­gen und die maß­geb­li­che Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on zukom­men zu las­sen, führ­te auch nicht etwa zu einer Aus­höh­lung oder gar Ver­ei­te­lung der sich aus den Richt­li­ni­en erge­ben­den Infor­ma­ti­ons­pflich­ten 23. § 5a Abs. 2 Satz 1 VVG a.F. stell­te sicher, dass die Wider­spruchs­frist erst und nur dann zu lau­fen begann, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer ent­spre­chend den gesetz­li­chen Vor­ga­ben infor­miert wor­den war. Er konn­te in Kennt­nis der Ver­trags­be­din­gun­gen, der erfor­der­li­chen Infor­ma­ti­on und des ihm zuste­hen­den Wider­spruchs­rechts frei ent­schei­den, ob er den Ver­trag wirk­sam wer­den ließ und von einem Wider­spruch Abstand nahm. Damit wur­de den erwähn­ten Erwä­gungs­grün­den 20 und 23 der Richt­li­nie 92/​96/​EWG Genü­ge getan, nach denen sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer voll­stän­dig infor­miert über ein bestimm­tes Pro­dukt für den Ver­trags­schluss ent­schei­den kön­nen soll 24.

Das in den Richt­li­ni­en vor­ge­se­he­ne Infor­ma­ti­ons­mo­dell lief durch § 5a VVG a.F. nicht etwa des­halb leer, weil inner­halb der auf 14 Tage beschränk­ten Wider­spruchs­frist hin­rei­chen­de Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten für den Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht bestan­den 25. Wäh­rend des Fris­ten­laufs konn­te der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Ver­trags­be­din­gun­gen und sons­ti­gen Infor­ma­tio­nen ohne wei­te­res ein­ge­hend durch­se­hen und dabei ins­be­son­de­re erken­nen, dass ihm die Mög­lich­keit zu einem Wider­spruch zustand. Die Frist­dau­er von 14 Tagen und von 30 Tagen für Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ab dem 8.12 2004 war ange­mes­sen; sie beweg­te sich in dem von Art. 15 Abs. 1 der Richt­li­nie 90/​619/​EWG für den Rück­tritt vor­ge­ge­be­nen Rah­men von 14 bis 30 Tagen.

Die hin­sicht­lich der Wider­spruchs­frist von der Gene­ral­an­wäl­tin in ihren Schluss­an­trä­gen vom 11.07.2013 in der Rechts­sa­che C209/​12 zu dem Vor­la­ge­be­schluss des Bun­des­ge­richts­hofs vom 28.03.2012 erho­be­nen Beden­ken gegen die Euro­pa­rechts­kon­for­mi­tät des Poli­cen­mo­dells füh­ren zu kei­ner ande­ren Beur­tei­lung. Unter Hin­weis auf den Erwä­gungs­grund 23 sieht sie den Zweck der in Art. 31 Abs. 1 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung ver­an­ker­ten Mit­tei­lungs­pflicht dar­in, den künf­ti­gen Ver­si­che­rungs­neh­mer in die Lage zu ver­set­zen, den sei­nen Bedürf­nis­sen am ehes­ten ent­spre­chen­den Ver­trag aus­zu­wäh­len und ihm "kla­re und genaue Anga­ben über die wesent­li­chen Merk­ma­le der ihm ange­bo­te­nen Pro­duk­te …" zur Ver­fü­gung zu stel­len 26. Der in Art. 15 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung vor­ge­se­he­ne Rück­tritt sei von einem Ver­trag, der noch nicht geschlos­sen sei, weil kein Ange­bot und kei­ne Annah­me vor­lä­gen, die zu einer Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en mit bin­den­den Ver­trags­be­din­gun­gen führ­ten, nicht mög­lich 27. Dar­aus fol­gert die Gene­ral­an­wäl­tin, dem (künf­ti­gen) Ver­si­che­rungs­neh­mer müss­ten bestimm­te Anga­ben vor Abschluss des Ver­tra­ges mit­ge­teilt wer­den und nach Mit­tei­lung des Ver­trags­schlus­ses müs­se ihm eine Rück­tritts­frist von 14 bis 30 Tagen zur Ver­fü­gung ste­hen 28. Der Zweck der Beleh­rungs­pflicht wäre nach Auf­fas­sung der Gene­ral­an­wäl­tin ver­fehlt wor­den, wenn die Infor­ma­tio­nen erst nach Abga­be des Ange­bots durch den Ver­si­che­rungs­neh­mer und somit nach sei­ner Wahl eines Ver­si­che­rers und eines Ver­tra­ges vor­ge­legt wor­den wären 29.

Auch dar­aus ergibt sich unter Berück­sich­ti­gung der in jener Sache ergan­ge­nen Ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on vom 19.12 2013 (aaO) aber kein Anhalts­punkt für eine Richt­li­ni­en­wid­rig­keit des Poli­cen­mo­dells. Der Gerichts­hof hat dort aus­ge­führt, die Mit­glied­staa­ten hät­ten zwar in der Tat dafür zu sor­gen gehabt, dass die prak­ti­sche Wirk­sam­keit der ein­schlä­gi­gen Lebens­ver­si­che­rungs­richt­li­ni­en unter Berück­sich­ti­gung des mit die­sen ver­folg­ten Zwecks gewähr­leis­tet war 30. Er hat aber wei­ter betont, dass Art. 31 Abs. 1 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung im Hin­blick auf den dort ange­führ­ten Infor­ma­ti­ons­zweck eine Mit­tei­lung der Infor­ma­tio­nen "vor" Abschluss des Ver­tra­ges vor­se­he 31. Dem Zweck der Infor­ma­ti­ons­pflicht ist danach genügt, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Infor­ma­tio­nen erhält, bevor er wie nach natio­na­lem Recht in § 5a VVG a.F. gere­gelt ver­trag­lich gebun­den ist 32. Dies ist zugleich mit Art. 15 Abs. 1 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung in Ein­klang zu brin­gen. Danach beginnt die Rück­tritts­frist, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer davon in Kennt­nis gesetzt wird, "dass der Ver­trag geschlos­sen ist". Die­se Kennt­nis konn­te dem Ver­si­che­rungs­neh­mer nach dem Poli­cen­mo­dell durch die mit dem Ver­si­che­rungs­schein zu ertei­len­de Wider­spruchs­be­leh­rung ver­mit­telt wer­den. Dar­aus konn­te er ent­neh­men, dass ein zunächst noch nicht wirk­sa­mer Ver­trag geschlos­sen wür­de und er sich davon bis zum Ablauf der Wider­spruchs­frist ohne Wei­te­res lösen, ein Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges also ver­hin­dern konn­te.

Etwas ande­res ergibt sich nicht dar­aus, dass § 5a VVG a.F. dem Ver­si­che­rungs­neh­mer eine von der Kom­mis­si­on der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten bean­stan­de­te "Wider­spruchs­last" auf­er­leg­te und ihn damit zu einem Han­deln ver­pflich­te­te, woll­te er nach Erhalt der erfor­der­li­chen Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on das Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges in der Frist des § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. ver­hin­dern 33. Eine Aus­ge­stal­tung in Form einer Hin­de­rung des Wirk­sam­wer­dens des Ver­tra­ges durch Wider­spruch oder Wider­ruf genügt auch in ande­ren Fäl­len euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben bzw. beruht sogar auf sol­chen (ver­glei­che nur § 7 Ver­brKrG und § 1 HWiG). Inso­weit über­zeugt auch der Ein­wand nicht, dass der künf­ti­ge Ver­si­che­rungs­neh­mer nach dem Poli­cen­mo­dell gegen­über meh­re­ren Ver­si­che­rern Anträ­ge auf Abschluss von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen stel­len muss­te, um mit den Ver­si­che­rungs­po­li­cen die Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten, die ihm eine sach­ge­rech­te Aus­wahl­ent­schei­dung ermög­lich­ten 34. Dass ein Inter­es­sent gleich­zei­tig Anträ­ge bei meh­re­ren Ver­si­che­rern stellt, um dann die nicht immer zeit­gleich bei ihm ein­ge­hen­den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen wäh­rend der regel­mä­ßig unter­schied­lich lau­fen­den Wider­spruchs­fris­ten ein­ge­hend zu ver­glei­chen, erscheint in der Tat lebens­fremd 35. Ihm wur­de aber nicht ange­son­nen, meh­re­re auf Abschluss ver­schie­de­ner Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge gerich­te­te Wil­lens­er­klä­run­gen abzu­ge­ben, von vorn­her­ein mit der Absicht, alle Erklä­run­gen bis auf eine frist­ge­recht zu wider­ru­fen. Wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer vor Abga­be einer Ver­trags­er­klä­rung die Leis­tun­gen ver­schie­de­ner Ver­si­che­rer mit­ein­an­der ver­glei­chen woll­te, war er nicht gezwun­gen, den Abschluss meh­re­rer Ver­si­che­run­gen zu bean­tra­gen und nach Erhalt der Poli­cen sei­ne Aus­wahl­ent­schei­dung zu tref­fen. Viel­mehr konn­te er meh­re­re Ver­si­che­rer um ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen oder kon­kre­te Ange­bo­te bit­ten und sich für eine Ver­si­che­rung ent­schei­den. Im Übri­gen stand dem Ver­si­che­rungs­neh­mer eine zeit­lich unbe­grenz­te Wahl­frei­heit auch bei einem Ver­trags­schluss nach dem so genann­ten Antrags­mo­dell oder ver­gleich­ba­ren Ver­trags­ge­stal­tun­gen nicht zur Ver­fü­gung. Wenn er zunächst ver­schie­de­ne Ange­bo­te bei meh­re­ren Ver­si­che­rern ein­ge­holt hat­te, muss­te er, nach­dem er eines ange­nom­men hat­te, dann aber noch ein bes­se­res erhielt, durch eine Wider­rufs- oder Rück­tritts­er­klä­rung tätig wer­den.

Eine Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on schei­det im Übri­gen auch bereits des­halb aus 36, weil es auf die Fra­ge, ob das Poli­cen­mo­dell mit den in Rede ste­hen­den gemein­schafts­recht­li­chen Bestim­mun­gen der Richt­li­ni­en 90/​619/​EWG und 92/​96/​EWG unver­ein­bar ist, hier ohne­dies nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich ankommt. Offen­blei­ben kann daher auch, ob in die­sem Fall wie die Revi­si­on meint alle nach dem Poli­cen­mo­dell geschlos­se­nen Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ohne wei­te­res selbst ohne Wider­spruch von Anfang an unwirk­sam wären und ob sich dar­auf auch Ver­si­che­rer sogar nach Aus­zah­lung des Rück­kaufs­wer­tes oder der Ver­si­che­rungs­leis­tung beru­fen könn­ten. Die Ent­schei­dung die­ses Rechts­streits hängt nicht von der genann­ten uni­ons­recht­li­chen Fra­ge ab, weil es dem Ver­si­che­rungs­neh­mer auch im Fal­le einer unter­stell­ten Gemein­schafts­rechts­wid­rig­keit des Poli­cen­mo­dells nach Treu und Glau­ben wegen wider­sprüch­li­cher Rechts­aus­übung ver­wehrt ist, sich nach jah­re­lan­ger Durch­füh­rung des Ver­tra­ges auf des­sen angeb­li­che Unwirk­sam­keit zu beru­fen und dar­aus Berei­che­rungs­an­sprü­che her­zu­lei­ten.

Wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten ist nach der Rechts­ord­nung grund­sätz­lich zuläs­sig und nur dann rechts­miss­bräuch­lich, wenn für den ande­ren Teil ein Ver­trau­ens­tat­be­stand geschaf­fen wor­den ist oder wenn ande­re beson­de­re Umstän­de die Rechts­aus­übung als treu­wid­rig erschei­nen las­sen. Eine Rechts­aus­übung kann unzu­läs­sig sein, wenn sich objek­tiv das Gesamt­bild eines wider­sprüch­li­chen Ver­hal­tens ergibt, weil das frü­he­re Ver­hal­ten mit dem spä­te­ren sach­lich unver­ein­bar ist und die Inter­es­sen der Gegen­par­tei im Hin­blick hier­auf vor­ran­gig schutz­wür­dig erschei­nen 37.

So liegt der Fall hier. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­hielt sich treu­wid­rig, indem er nach ord­nungs­ge­mä­ßer Beleh­rung über die Mög­lich­keit, den Ver­trag ohne Nach­tei­le nicht zustan­de kom­men zu las­sen, die­sen jah­re­lang durch­führ­te und erst dann von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft, die auf den Bestand des Ver­trags ver­trau­en durf­te, unter Beru­fung auf die behaup­te­te Unwirk­sam­keit des Ver­tra­ges Rück­zah­lung aller Prä­mi­en ver­lang­te.

Das Ver­hal­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers war objek­tiv wider­sprüch­lich. Die ihm zumin­dest ver­trag­lich ein­ge­räum­te und bekannt gemach­te Wider­spruchs­frist ließ er bei Ver­trags­schluss 1998 und sogar im Zuge der Ver­trags­än­de­rung 2004 unge­nutzt ver­strei­chen. Bis zur Kün­di­gung des Ver­tra­ges im März 2004 zahl­te er viel­mehr regel­mä­ßig die ver­ein­bar­ten Ver­si­che­rungs­prä­mi­en. Nach der Kün­di­gung ließ er rund sie­ben wei­te­re Jah­re ver­ge­hen, bis er sich ent­schied, dem Ver­trags­schluss zu wider­spre­chen und sich hilfs­wei­se dar­auf zu beru­fen, ein Ver­trag sei nicht wirk­sam zustan­de gekom­men. Mit sei­nem im eige­nen Inter­es­se begrün­de­ten und über lan­ge Zeit fort­ge­führ­ten Ver­hal­ten setzt sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer in Wider­spruch, wenn er nun gel­tend macht, ein Ver­trag habe nie bestan­den 38.

Der Ver­si­che­rungs­neh­mer war – anders als etwa der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Ver­fah­ren IV ZR 76/​11 – von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft in Über­ein­stim­mung mit den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen des § 5a VVG a.F. über sein Wider­spruchs­recht belehrt wor­den. Daher war ihm bekannt, dass er den Ver­trag nicht hät­te zustan­de kom­men las­sen müs­sen und ihm die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft jeden­falls ein Recht zur Lösung zuge­stand. Vor die­sem Hin­ter­grund kön­nen sei­ne jah­re­lan­gen Prä­mi­en­zah­lun­gen nur als Aus­druck sei­nes Wil­lens, den Ver­trag durch­zu­füh­ren, ver­stan­den wer­den. Da die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft die Prä­mi­en ent­ge­gen­nahm und erkenn­bar von einem bestehen­den Ver­si­che­rungs­ver­trag aus­ging, konn­te er bis zur Kün­di­gung erwar­ten, Ver­si­che­rungs­schutz zu genie­ßen, der zwei­fels­frei bei Ein­tritt eines Ver­si­che­rungs­fal­les in Anspruch genom­men wor­den wäre. Dabei kommt es nicht dar­auf an, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht sicher wis­sen konn­te, ob das Poli­cen­mo­dell gemein­schafts­rechts­wid­rig war und ihm wenn es so wäre der gel­tend gemach­te berei­che­rungs­recht­li­che Anspruch auf Rück­zah­lung der Prä­mi­en zustün­de. Ein Rechts­ver­lust durch wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten kann wegen der an Treu und Glau­ben aus­ge­rich­te­ten objek­ti­ven Beur­tei­lung selbst dann ein­tre­ten, wenn der Berech­tig­te kei­ne Kennt­nis von sei­ner Berech­ti­gung hat 39.

Eben­so wenig sind für den aus wider­sprüch­li­chem Ver­hal­ten her­ge­lei­te­ten Ein­wand des Rechts­miss­brauchs unred­li­che Absich­ten oder ein Ver­schul­den des Ver­si­che­rungs­neh­mers erfor­der­lich 40. Durch das Ver­hal­ten des Rechts­in­ha­bers muss nur ein ihm erkenn­ba­res, schutz­wür­di­ges Ver­trau­en der Gegen­sei­te auf eine bestimm­te Sach- oder Rechts­la­ge her­vor­ge­ru­fen wor­den sein 41.

Die jah­re­lan­gen Prä­mi­en­zah­lun­gen des bereits 1998 über die Mög­lich­keit, den Ver­trag nicht zustan­de kom­men zu las­sen, belehr­ten Klä-gers haben bei der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft ein sol­ches schutz­wür­di­ges Ver­trau­en in den Bestand des Ver­tra­ges begrün­det. Die­ses Ver­trau­en wur­de durch den Ände­rungs­an­trag des Ver­si­che­rungs­neh­mers, der das Fest­hal­ten an dem Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis noch­mals ver­deut­lich­te, sogar noch ver­stärkt. Das Ver­hal­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers sprach aus Sicht der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft dafür, dass er selbst den Ver­trag durch­füh­ren, ihn als wirk­sam behan­deln und erfül­len wol­le, und begrün­de­te das Ver­trau­en der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft, der Ver­si­che­rungs­neh­mer hal­te am Bestehen des Ver­tra­ges auch für die Ver­gan­gen­heit fest.

Die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft hat­te durch die Wahl des Poli­cen­mo­dells zwar die Ursa­che für die vom Ver­si­che­rungs­neh­mer behaup­te­te Unwirk­sam­keit des Ver­tra­ges gesetzt. Ihr Ver­trau­en ist gleich­wohl schutz­wür­dig, weil sie dem Ver­si­che­rungs­neh­mer den gesetz­li­chen Vor­ga­ben des natio­na­len Rechts ent­spre­chend eine ord­nungs­ge­mä­ße Wider­spruchs­be­leh­rung und auch die wei­te­ren Infor­ma­tio­nen erteilt hat­te. Dem Ver­trau­ens­schutz der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft steht auch nicht ent­ge­gen, dass die Richt­li­ni­en­kon­for­mi­tät des Poli­cen­mo­dells im Schrift­tum in Zwei­fel gezo­gen wur­de. Das Poli­cen­mo­dell ent­sprach dem damals gel­ten­den natio­na­len Recht; sei­ne etwai­ge Gemein­schafts­rechts­wid­rig­keit stand nicht fest und konn­te der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft nicht posi­tiv bekannt sein. Von einer über­le­ge­nen Rechts­kennt­nis auf ihrer Sei­te kann inso­weit jeden­falls kei­ne Rede sein.

Für den Ver­si­che­rungs­neh­mer war die ver­trau­ens­be­grün­den­de Wir­kung sei­nes Ver­hal­tens auch erkenn­bar. Er konn­te bemer­ken, dass die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft auf den Bestand des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­trau­te, nach­dem er trotz Beleh­rung über die Mög­lich­keit, den Ver­trag nicht zustan­de kom­men zu las­sen, jah­re­lang die Prä­mi­en gezahlt hat, ohne die Unwirk­sam­keit des Ver­tra­ges gel­tend zu machen.

Der von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen­de, im Revi­si­ons­ver­fah­ren von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft auch gel­tend gemach­te Ein­wand von Treu und Glau­ben greift auch im Fal­le einer zuguns­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers unter­stell­ten Gemein­schafts­rechts­wid­rig­keit des Poli­cen­mo­dells durch. Nach der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on 42 unter­lie­gen natio­na­le Rechts­ma­xi­men, die einem Anspruch ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kön­nen, dem natio­na­len Recht, das unter Beach­tung des gemein­schafts­recht­li­chen Äqui­va­lenz- und des Effek­ti­vi­täts­grund­sat­zes ange­wandt wer­den muss. Die­se vom Gerichts­hof aner­kann­ten Ver­fah­rens­grund­sät­ze gebie­ten, dass die ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­ga­ben des natio­na­len Rechts nicht ungüns­ti­ger sind als bei ver­gleich­ba­ren Kla­gen, die nur inner­staat­li­ches Recht betref­fen (Äqui­va­lenz­grund­satz), und die Aus­übung der durch die Uni­ons­rechts­ord­nung ein­ge­räum­ten Rech­te nicht prak­tisch unmög­lich machen oder über­mä­ßig erschwe­ren (Effek­ti­vi­täts­grund­satz). Die Grund­sät­ze fin­den auch bei mate­ri­el­len Aus­schluss­grün­den nach natio­na­lem Recht wie dem Grund­satz von Treu und Glau­ben Anwen­dung 43 und sind hier gewahrt. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer, dem nach jah­re­lan­ger Durch­füh­rung des Ver­tra­ges die Beru­fung auf des­sen Unwirk­sam­keit wegen Richt­li­ni­en­wid­rig­keit des Poli­cen­mo­dells nach Treu und Glau­ben ver­sagt ist, wird nicht ungüns­ti­ger gestellt als bei allei­ni­ger Anwen­dung des deut­schen Rechts. Das in Art. 15 Abs. 1 der Richt­li­nie 90/​619/​EWG vor­ge­se­he­ne und in § 5a Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 bis 3 VVG a.F. umge­setz­te Recht, sich vom Ver­trag zu lösen, wird dem Ver­si­che­rungs­neh­mer dadurch nicht unmög­lich gemacht oder über­mä­ßig erschwert, da der Gesichts­punkt von Treu und Glau­ben kei­nes­wegs stets bei ord­nungs­ge­mä­ßer Beleh­rung greift, son­dern nur in Fäl­len jah­re­lan­ger Durch­füh­rung des Ver­tra­ges.

Auch zum Ein­wand von Treu und Glau­ben ist ent­ge­gen der Ansicht der Revi­si­on eine Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nicht erfor­der­lich. Die Maß­stä­be für eine Berück­sich­ti­gung der Gesichts­punk­te von Treu und Glau­ben sind in der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs geklärt. Die Anwen­dung auf den Ein­zel­fall obliegt dem natio­na­len Gericht 44. Nach der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs ist die miss­bräuch­li­che Beru­fung auf Gemein­schafts­recht nicht gestat­tet 45. Dies hat der Gerichts­hof ähn­lich wie die Anwen­dung natio­na­ler Fris­ten­re­ge­lun­gen 46 nicht davon abhän­gig gemacht, ob dem Berech­tig­ten die Rechts­la­ge bekannt war. Die natio­na­len Gerich­te kön­nen viel­mehr das miss­bräuch­li­che Ver­hal­ten des Betrof­fe­nen auf der Grund­la­ge objek­ti­ver Kri­te­ri­en in Rech­nung stel­len, um ihm gege­be­nen­falls die Beru­fung auf die gel­tend gemach­te Bestim­mung des Gemein­schafts­rechts zu ver­weh­ren. Dabei müs­sen sie jedoch die mit die­ser Bestim­mung ver­folg­ten Zwe­cke beach­ten 47. Die Anwen­dung einer natio­na­len Vor­schrift wie hier § 242 BGB darf somit die Wirk­sam­keit und die ein­heit­li­che Anwen­dung des Gemein­schafts­rechts in den Mit­glied­staa­ten nicht beein­träch­ti­gen 48. Es obliegt dem natio­na­len Gericht, im bei ihm anhän­gi­gen Rechts­streit fest­zu­stel­len, ob die Anwen­dung der natio­na­len Vor­schrift mit die­ser Anfor­de­rung ver­ein­bar ist 49. Hier beein­träch­tigt die Anwen­dung des Grund­sat­zes von Treu und Glau­ben weder die Wirk­sam­keit noch die ein­heit­li­che Anwen­dung des Gemein­schafts­rechts. Der vom Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on in sei­nem Urteil vom 19.12 2013 31 dar­ge­leg­te Zweck der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung, eine genaue Beleh­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers über sein Rück­tritts­recht vor Abschluss des Ver­tra­ges sicher­zu­stel­len, wird nicht berührt, wenn einem Ver­si­che­rungs­neh­mer, der vom Ver­si­che­rer dem gel­ten­den natio­na­len Recht ent­spre­chend ord­nungs­ge­mäß belehrt wur­de, nach jah­re­lan­ger Durch­füh­rung des Ver­tra­ges die Gel­tend­ma­chung eines berei­che­rungs­recht­li­chen Anspruchs unter Beru­fung auf ein gemein­schafts­rechts­wid­ri­ges Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges ver­wehrt wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Juli 2014 – IV ZR 73/​13

  1. vgl. dazu BGH, Urtei­le vom 07.05.2014 – IV ZR 76/​11, VersR 2014, 817 Rn. 15; vom 24.11.2010 – IV ZR 252/​08, VersR 2011, 337 Rn. 22 m.w.N.; BGH, Beschluss vom 28.03.2012 – IV ZR 76/​11, VersR 2012, 608 Rn. 10 m.w.N.[]
  2. BGH, Urteil vom 24.11.2010 aaO m.w.N.[]
  3. BGH, Beschluss vom 28.03.2012 – IV ZR 76/​11, VersR 2012, 608 Rn. 14 ff.[]
  4. vgl. EuGH Slg. 1982, 3415, 3430 und stän­dig; BVerfG WM 2014, 644 Rn. 27 f.; WM 2014, 647 Rn. 26 ff.[]
  5. vgl. BVerfG aaO[]
  6. Zwei­te Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung, ABl. L 330 S. 50[]
  7. Drit­te Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung, ABl. L 360 S. 1[]
  8. Abl. L 345 S. 1[]
  9. BK/​Schwintowski, § 5a VVG Rn. 5; Schwintowski/​Brömmelmeyer/​Ebers, PK-Vers­R/E­bers, § 8 Rn. 9 f.; Berg, VuR 1999, 335, 341 f.; Döh­mer, zfs 1997, 281, 283; Dör­ner in Brömmelmeyer/​Heiss/​Meyer/​Rückle/​Schwintowski/​Wallrabenstein, All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz, Pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung und Gesund­heits­re­form, Schwach­stel­len der VVG-Reform 2009 S. 137, 145 f.; Ebers in Mick­litz, Ver­brau­cher­recht in Deutsch­land – Stand und Per­spek­ti­ven 2005 S. 253, 260 ff.; Len­zing in Basedow/​Fock, Euro­päi­sches Ver­si­che­rungs­ver­trags­recht, Band – I 2002, S. 139, 164 f.; Mey­er in Basedow/​Meyer/​Schwintowski, Lebens­ver­si­che­rung, Inter­na­tio­na­le Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge und Ver­brau­cher­schutz, Ver­si­che­rungs­ver­trieb 1996 S. 157, 201 f.; Micklitz/​Ebers in Basedow/​Meyer/​Rückle/​Schwintowski, Ver­brau­cher­schutz durch und im Inter­net bei Abschluss von pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen, Alters­vor­sor­ge­ver­trä­ge, VVG-Reform 2003 S. 43, 82 f.; Osing, Infor­ma­ti­ons­pflich­ten des Ver­si­che­rers und Abschluß des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges 1996 S. 92 f.; Reh­berg, Der Ver­si­che­rungs­ab­schluss als Infor­ma­ti­ons­pro­blem 2003 S. 109 ff.; Schwin­tow­ski, VuR 1996, 223, 238 f.[]
  10. so etwa von wei­te­ren aktu­el­len, zur revi­si­ons­recht­li­chen Über­prü­fung ste­hen­den Beru­fungs­ur­tei­len: OLG Köln, Urteil vom 16.05.2014 20 U 31/​14, S. 7 ff. nicht ver­öf­fent­licht; OLG Mün­chen, Urteil vom 08.05.2014 14 U 5100/​13 S. 4 ff., nicht ver­öf­fent­licht; aus der neue­ren ver­öf­fent­lich­ten Recht­spre­chung u.a.: OLG Mün­chen, Urteil vom 10.10.2013 14 U 1804/​12 36 f.; VersR 2013, 1025, 1026; VersR 2012, 1545 f.; OLG Sach­sen-Anhalt, Urtei­le vom 14.02.2013 4 U 63/​12 41 f.; vom 17.01.2013 4 U 35/​12 37 ff.; OLG Köln VersR 2013, 443, 445; Urtei­le vom 02.03.2012 20 U 178/​11 25; vom 03.02.2012 20 U 140/​11 47 ff.; vom 25.11.2011 20 U 126/​11 21 ff.; VersR 2011, 248; vom 09.07.2010 20 U 51/​10 4 ff.; vom 05.02.2010 20 U 150/​09 5 ff.; Bran­den­bur­gi­sches OLG, Urteil vom 21.12 2012 11 U 40/​12 17; OLG Karls­ru­he VersR 2013, 440, 441 f.; OLG Stutt­gart VersR 2012, 1373, 1374 f.; OLG Cel­le, Urteil vom 09.02.2012 8 U 191/​11 44 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 31.08.2011 20 U 81/​11 10 ff.; VersR 2012, 745, 746; OLG Düs­sel­dorf VersR 2001, 837, 838 f.; LG Des­sau-Roß­lau NJW-RR 2014, 606, 608 f.; LG Köln, Urteil vom 04.03.2013 26 O 301/​12 40; r+s 2011, 243, 244; Urteil vom 07.07.2010 26 O 609/​09 24; LG Müns­ter, Urteil vom 30.08.2011 115 O 53/​11 52 ff.; LG Bie­le­feld, Urteil vom 31.03.2011 7 O 329/​10 18; LG Aachen, Urteil vom 05.03.2010 9 O 560/​09 36 ff.; LG Kas­sel r+s 2010, 339; Bruck/​Möller/​Herrmann, VVG 9. Aufl. § 7 Rn. 65; Prölss/​Martin/​Prölss, VVG 27. Aufl. § 5a VVG Rn. 8; Römer/​Langheid/​Römer, VVG 2. Aufl. § 5a Rn. 3; Hof­mann, Schutz­brief­ver­si­che­rung (Assi­s­tan­ce) 1996 Einf. Rn. 11; Lorenz, VersR 1997, 773, 780 f.; ders. VersR 1995, 616, 625 f.; Reiff, VersR 1997, 267, 271 f.; Römer, Fest­schrift 50 Jah­re BGH S. 375, 389 f.; Schi­mi­kow­ski, r+s 2000, 353, 355; Schir­mer, VersR 1996, 1045, 1056; Wandt, Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on und Ver­trags­schluss nach neu­em Recht 1995 S. 32 f., anders nur bezüg­lich § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F.[]
  11. BGH, Beschluss vom 28.03.2012 aaO Rn. 18 f., 22[]
  12. Rats­pro­to­koll Nr. 2 zu Art. 31, Dok. 7307/​92, abge­druckt bei Büch­ner, Der Refe­ren­ten­ent­wurf eines Drit­ten Durchführungsgesetzes/​EWG zum VAG auf dem Prüf­stand, Müns­te­ra­ner Rei­he Bd. 18 S. 13[]
  13. eben­so Erwä­gungs­grund 44 der Richt­li­nie 2002/​83/​EG[]
  14. BGH, Beschluss vom 28.03.2012 aaO Rn. 22 m.w.N.[]
  15. BGH, Urteil vom 07.05.2014 aaO Rn. 24 f. unter Bezug­nah­me auf die Beschluss­emp­feh­lung des Finanz­aus­schus­ses BT-Drs. 12/​7595 S. 102 m.w.N.[]
  16. BGH, Urteil vom 07.05.2014 aaO Rn. 25[]
  17. vgl. BVerfG WM 2014, 644 Rn. 42; WM 2014, 647 Rn. 43[]
  18. BGH, Beschluss vom 28.03.2012 aaO Rn. 23; EuGH, Urteil vom 19.12 2013 C209/​12, VersR 2014, 225 Rn. 24 f.[]
  19. EuGH aaO Rn. 25[]
  20. vgl. OLG Köln VersR 2013, 443, 445[]
  21. EuGH VersR 2014, 225 Rn. 24 f.[]
  22. vgl. OLG Düs­sel­dorf VersR 2001, 837, 838 f.; Prölss/​Martin/​Prölss aaO § 5a Rn. 8; Lorenz, VersR 1995, 616, 625; Römer aaO; Reiff, VersR 1997, 267, 269; Wandt aaO S. 32[]
  23. a.A. Mey­er aaO S.202; Schwin­tow­ski, VuR 1996, 223, 239[]
  24. Wandt aaO S. 32[]
  25. so aber Berg, VuR 1999, 335, 339 ff.; Len­zing aaO S. 165; Mey­er aaO S.202[]
  26. EuGH, aaO, Schluss­an­trä­ge Nr. 59[]
  27. EuGH, aaO, Schluss­an­trä­ge Nr. 60[]
  28. EuGH, aaO, Schluss­an­trä­ge Nr. 61[]
  29. EuGH, aaO, Schluss­an­trä­ge Nr. 62[]
  30. EuGH, aaO Rn. 23[]
  31. EuGH, aaO Rn. 25[][]
  32. so auch OLG Köln, Urteil vom 16.05.2014 – 20 U 31/​14 S. 10, nicht ver­öf­fent­licht[]
  33. so aber Micklitz/​Ebers aaO S. 83; Reh­berg aaO S. 98, 112 ff.; vgl. BVerfG WM 2014, 644 Rn. 42; WM 2014, 647 Rn. 43[]
  34. so Mey­er S.201 f.; vgl. BVerfG aaO[]
  35. vgl. Mey­er aaO S.202 f.; BVerfG aaO m.w.N.[]
  36. vgl. BVerfG WM 2014, 644 Rn. 27; WM 2014, 647 Rn. 24[]
  37. BGH, Urtei­le vom 16.07.2014 – IV ZR 88/​13 m.w.N., zur Ver­öf­fent­li­chung vor­ge­se­hen; vom 07.05.2014 aaO Rn. 40; BGH, Urteil vom 12.11.2008 XII ZR 134/​04, NJW 2009, 1343 Rn. 41; jeweils m.w.N.; vgl. Brand, VersR 2014, 269, 276[]
  38. vgl. BGH, Urtei­le vom 07.12 1989 – VII ZR 130/​88, NJW-RR 1990, 417, 418; vom 23.10.1986 – VII ZR 195/​85, NJW-RR 1987, 335, 335 f.[]
  39. vgl. BGH, Urteil vom 16.03.2007 – V ZR 190/​06, NJW 2007, 2183 Rn. 8 m.w.N.[]
  40. vgl. BGH, Urtei­le vom 12.11.2008 aaO Rn. 41; vom 20.03.1968 – VIII ZR 127/​67, WM 1968, 876 unter 3 c; Münch­Komm-BGB/Ro­th/­Schu­bert, 6. Aufl. § 242 Rn. 288 m.w.N.; Staudinger/​Looschelders/​Olzen, BGB [2009] § 242 Rn. 293 m.w.N.[]
  41. Münch­Komm-BGB/Ro­th/­Schu­bert aaO Rn. 288; Staudinger/​Looschelders/​Olzen aaO Rn. 292 m.w.N.[]
  42. EuGH GRUR 2014, 368 Rn. 42, 49; Slg. 2010, I635 Rn. 31, 33; jeweils m.w.N.[]
  43. König, Der Äqui­va­lenz- und Effek­ti­vi­täts­grund­satz in der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs 2011 S. 114 m.w.N.[]
  44. EuGH Slg. 2000, I1705 Rn. 35[]
  45. EuGH ZfZ 2014, 100 Rn. 29 m.w.N.; Slg. 2000 aaO Rn. 33; Slg. 1998, I2843 Rn.20 m.w.N.; Slg. 1996, I2357 Rn. 24 m.w.N.[]
  46. vgl. EuGH Slg. 1996, I5223 Rn. 9, 35[]
  47. EuGH Slg. 2000 aaO Rn. 34; Slg. 1996 aaO Rn. 25[]
  48. EuGH Slg. 2000 aaO Rn. 34 m.w.N.; Slg. 1998 aaO Rn. 22; Slg. 1996, I1347 Rn. 68[]
  49. EuGH Slg. 2000 aaO Rn. 35[]