Das Wider­rufs­recht in der Lebens­ver­si­che­rung

§ 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. ist unter Beach­tung des Urteils des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on vom 19.12 20131 richt­li­ni­en­kon­form ein­schrän­kend aus­zu­le­gen. Danach ent­hält § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. eine plan­wid­ri­ge Rege­lungs­lü­cke, die richt­li­ni­en­kon­form der­ge­stalt zu schlie­ßen ist, dass die Vor­schrift im Bereich der Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­rung und der Zusatz­ver­si­che­run­gen zur Lebens­ver­si­che­rung nicht anwend­bar ist, aber auf die übri­gen Ver­si­che­rungs­ar­ten unein­ge­schränkt Anwen­dung fin­det.

Das Wider­rufs­recht in der Lebens­ver­si­che­rung

Im Fal­le der Unan­wend­bar­keit des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. besteht das Wider­spruchs­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers, der nicht ord­nungs­ge­mäß über sein Wider­spruchs­recht belehrt wor­den ist und/​oder die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen oder eine Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on nicht erhal­ten hat, grund­sätz­lich fort.

Ist der Ver­si­che­rungs­ver­trag infol­ge eines recht­zei­ti­gen Wider­spruchs nicht wirk­sam zustan­de gekom­men, ist bei der berei­che­rungs­recht­li­chen Rück­ab­wick­lung der erlang­te Ver­si­che­rungs­schutz zu berück­sich­ti­gen.

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall begehrt der kla­gen­de Ver­si­che­rungs­neh­mer Rück­zah­lung geleis­te­ter Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge aus einer Ren­ten­ver­si­che­rung nach einem Wider­spruch gemäß § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. und Scha­dens­er­satz wegen vor­ver­trag­li­cher Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung.

Er bean­trag­te bei der beklag­ten Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft den Abschluss eines Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges mit Ver­trags­be­ginn zum 1.12 1998. Die All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und die Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on erhielt er mit Über­sen­dung des Ver­si­che­rungs­scheins. Dabei wur­de er nicht aus­rei­chend über sein Wider­spruchs­recht belehrt. Von Dezem­ber 1998 bis Dezem­ber 2002 zahl­te der Ver­si­che­rungs­neh­mer Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge. Nach­dem er den Ver­trag im Juni 2007 gekün­digt hat­te, kehr­te ihm die beklag­te Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft im Sep­tem­ber 2007 einen unter der Sum­me der Bei­trags­zah­lun­gen lie­gen­den Rück­kaufs­wert. Mit Schrei­ben vom 31.03.2008 erklär­te der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Wider­spruch nach § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. gegen­über der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft und for­der­te sie zur Rück­zah­lung aller Bei­trä­ge nebst Zin­sen auf.

In den Vor­in­stan­zen haben das Land­ge­richt und das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart die Kla­ge abge­wie­sen2, weil der Wider­spruch gegen das Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges gemäß § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. ver­fris­tet gewe­sen sei. Mit der Revi­si­on ver­folgt der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen Zah­lungs­an­spruch wei­ter.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat dar­auf­hin dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on zur Vor­ab­ent­schei­dung die Fra­ge vor­ge­legt, ob Art. 15 Abs. 1 Satz 1 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung unter Berück­sich­ti­gung des Art. 31 Abs. 1 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung dahin aus­zu­le­gen ist, dass er einer Rege­lung wie in § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. ent­ge­gen­steht, nach der ein Rück­tritts- oder Wider­spruchs­recht spä­tes­tens ein Jahr nach Zah­lung der ers­ten Ver­si­che­rungs­prä­mie erlischt, selbst wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht über das Recht zum Rück­tritt oder Wider­spruch belehrt wor­den ist3. Der Uni­ons­ge­richts­hof hat die­se Vor­la­ge­fra­ge bejaht4. Nun­mehr hat der Bun­des­ge­richts­hof die sich aus der Ent­schei­dung des Uni­ons­ge­richts­hofs erge­ben­den Schluss­fol­ge­run­gen gezo­gen:

Bezüg­lich der Scha­dens­er­satz­for­de­rung hat der Bun­des­ge­richts­hof die Revi­si­on als unzu­läs­sig ver­wor­fen wor­den, weil sie inso­weit vom Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart nicht zuge­las­sen wor­den ist. Soweit der Ver­si­che­rungs­neh­mer einen Berei­che­rungs­an­spruch gemäß § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB gel­tend macht, hat der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und die Sache an das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart zurück­ver­wie­sen.

Der Ver­si­che­rungs­neh­mer kann dem Grun­de nach aus unge­recht­fer­tig­ter Berei­che­rung Rück­zah­lung der an die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft gezahl­ten Prä­mi­en ver­lan­gen, weil er die­se rechts­grund­los geleis­tet hat.

§ 5a VVG a.F. zustan­de kom­men kön­nen. Die­se Vor­schrift regel­te den Ver­trags­schluss nach dem so genann­ten Poli­cen­mo­dell. Der Antrag des Ver­si­che­rungs­neh­mers stell­te das Ange­bot zum Abschluss des Ver­tra­ges dar. Die­ses nahm der Ver­si­che­rer dadurch an, dass er dem Ver­si­che­rungs­neh­mer mit der Ver­si­che­rungs­po­li­ce die All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und die für den Ver­trags­schluss maß­geb­li­che Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on über­sand­te. Durch die Annah­me kam der Ver­trag aber noch nicht zustan­de; viel­mehr galt er gemäß § 5a Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. erst dann als abge­schlos­sen, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht inner­halb von 14 Tagen nach Über­las­sen der Unter­la­gen wider­sprach. Bis zum Ablauf die­ser Frist war von einem schwe­bend unwirk­sa­men Ver­trag aus­zu­ge­hen5.

Hier kann dahin­ste­hen, ob das Poli­cen­mo­dell als sol­ches mit den genann­ten Richt­li­ni­en unver­ein­bar ist und ob sich ein Ver­si­che­rungs­neh­mer, der ord­nungs­ge­mäß über sein Wider­spruchs­recht belehrt wor­den ist und die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen sowie eine Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on erhal­ten hat, dar­auf nach Durch­füh­rung des Ver­tra­ges beru­fen könn­te. Jeden­falls wur­de die 14tägige Wider­spruchs­frist gegen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht in Lauf gesetzt. Nach den für das Revi­si­ons­ver­fah­ren bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts belehr­te die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft den Ver­si­che­rungs­neh­mer auch im Zuge der Annah­me des Antrags und Über­sen­dung des Ver­si­che­rungs­scheins nicht in druck­tech­nisch deut­li­cher Form i.S. von § 5a Abs. 2 Satz 1 VVG a.F. über sein Wider­spruchs­recht.

Für einen sol­chen Fall bestimm­te § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F., dass das Wider­spruchs­recht ein Jahr nach Zah­lung der ers­ten Prä­mie erlischt. Nach­dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer die ers­te von ihm geschul­de­te Prä­mie im Dezem­ber 1998 gezahlt hat­te, wäre nach die­ser Bestim­mung sein Recht zum Wider­spruch längst erlo­schen gewe­sen, als er die­sen im März 2008 erklär­te. Indes bestand sein Wider­spruchs­recht nach Ablauf der Jah­res­frist und noch im Zeit­punkt der Wider­spruchs­er­klä­rung fort.

Das ergibt sich aus einer richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. auf der Grund­la­ge der Vor­ab­ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on vom 19.12 20136.

Die­ser hat ent­schie­den, dass Art. 15 Abs. 1 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung unter Berück­sich­ti­gung des Art. 31 der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung dahin aus­zu­le­gen ist, dass er einer natio­na­len Rege­lung wie § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. ent­ge­gen­steht, nach der ein Rück­tritts­recht spä­tes­tens ein Jahr nach Zah­lung der ers­ten Ver­si­che­rungs­prä­mie erlischt, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht über das Recht zum Rück­tritt belehrt wor­den ist7.

An die­ses Aus­le­gungs­er­geb­nis sind die natio­na­len Gerich­te gebun­den. Sie sind nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on auf­grund des in Art. 288 Abs. 3 des Ver­tra­ges über die Arbeits­wei­se der Euro­päi­schen Uni­on (AEUV) ver­an­ker­ten Umset­zungs­ge­bots und des aus Art. 4 Abs. 3 des Ver­tra­ges über die Euro­päi­sche Uni­on (EUV) fol­gen­den Grund­sat­zes der Uni­ons­treue zudem ver­pflich­tet, die Aus­le­gung des natio­na­len Rechts unter vol­ler Aus­schöp­fung des ihnen dadurch ein­ge­räum­ten Beur­tei­lungs­spiel­raums soweit wie mög­lich am Wort­laut und Zweck der Richt­li­nie aus­zu­rich­ten, um das mit ihr ver­folg­te Ziel zu errei­chen8. Der Grund­satz der richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung ver­langt von den natio­na­len Gerich­ten mehr als blo­ße Aus­le­gung im enge­ren Sin­ne ent­spre­chend dem Ver­ständ­nis in der natio­na­len Metho­den­leh­re. Er erfor­dert auch, das natio­na­le Recht, wo dies nötig und nach der natio­na­len Metho­den­leh­re mög­lich ist, richt­li­ni­en­kon­form fort­zu­bil­den9. Ter­mi­no­lo­gisch unter­schei­det der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nicht zwi­schen Aus­le­gung und Rechts­fort­bil­dung10. Aller­dings fin­det die Pflicht zur Ver­wirk­li­chung des Richt­li­ni­en­ziels im Aus­le­gungs­we­ge zugleich ihre Gren­zen an dem nach inner­staat­li­cher Rechts­tra­di­ti­on metho­disch Erlaub­ten11.

Einer Aus­le­gung im enge­ren Sin­ne ist § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. nicht zugäng­lich. Dem steht der ein­deu­ti­ge Wort­laut der Vor­schrift ent­ge­gen. Sie bestimm­te ein Erlö­schen des Wider­spruchs­rechts unab­hän­gig davon, ob der Ver­si­che­rungs­neh­mer über die­ses Recht belehrt war. Die Rege­lung ist aber richt­li­ni­en­kon­form teleo­lo­gisch der­ge­stalt zu redu­zie­ren, dass sie im Anwen­dungs­be­reich der Zwei­ten und der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung kei­ne Anwen­dung fin­det und für davon erfass­te Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­run­gen sowie Zusatz­ver­si­che­run­gen zur Lebens­ver­si­che­rung (Art. 1 Zif­fer 1 A bis C der Ers­ten Richt­li­nie 79/​267/​EWG des Rates vom 05.03.1979 zur Koor­di­nie­rung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten über die Auf­nah­me und Aus­übung der Direkt­ver­si­che­rung (Lebens­ver­si­che­rung) i.V.m. Art. 2 Abs. 1 der Richt­li­nie 92/​96/​EWG des Rates vom 10.11.1992) grund­sätz­lich ein Wider­spruchs­recht fort­be­steht, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht ord­nungs­ge­mäß über sein Recht zum Wider­spruch belehrt wor­den ist und/​oder die Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on oder die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen nicht erhal­ten hat. Hin­ge­gen ist § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. inner­halb sei­ner zeit­li­chen Gel­tungs­dau­er für alle Ver­si­che­rungs­ar­ten außer­halb des Bereichs der Richt­li­ni­en unver­än­dert anwend­bar.

Die Vor­schrift weist die für eine teleo­lo­gi­sche Reduk­ti­on erfor­der­li­che ver­deck­te Rege­lungs­lü­cke im Sin­ne einer plan­wid­ri­gen Unvoll­stän­dig­keit des Geset­zes auf12.

Eine sol­che liegt vor, wenn das aus­drück­lich ange­streb­te Ziel einer richt­li­ni­en­kon­for­men Umset­zung durch die Rege­lung nicht erreicht wor­den ist und aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass der Gesetz­ge­ber die Rege­lung in glei­cher Wei­se erlas­sen hät­te, wenn ihm bekannt gewe­sen wäre, dass sie nicht richt­li­ni­en­kon­form ist13. Eine plan­wid­ri­ge Rege­lungs­lü­cke ist nicht nur dann gege­ben, wenn Wer­tungs­wi­der­sprü­che zwi­schen zwei inner­staat­li­chen Nor­men bestehen14. Dies lässt sich der genann­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht ent­neh­men und ent­spricht auch nicht etwa einem zwin­gen­den Ver­ständ­nis der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on. Die­ser hat sich im Sin­ne einer Ver­mu­tungs­re­gel geäu­ßert, dass ein Mit­glied­staat, der von einem mit einer Richt­li­nie ein­ge­räum­ten Gestal­tungs­spiel­raum Gebrauch gemacht hat, die Ver­pflich­tun­gen aus der Richt­li­nie auch in vol­lem Umfang umset­zen woll­te15. Der Norm­zweck ist daher außer im Fal­le einer aus­drück­li­chen Umset­zungs­ver­wei­ge­rung unter Berück­sich­ti­gung des gesetz­ge­be­ri­schen Wil­lens zu bestim­men, eine Richt­li­nie kor­rekt umzu­set­zen. Dem Gesetz­ge­ber kann nicht unter­stellt wer­den, dass er sehen­den Auges einen Richt­li­ni­en­ver­stoß in Kauf neh­men woll­te (vgl. zu § 5 Abs. 2 HWiG a.F. BGH, Urteil vom 09.04.2002 – XI ZR 91/​99, BGHZ 150, 248, 257). Die Richt­li­nie dient dabei gleich­zei­tig als Maß­stab der Lücken­fest­stel­lung sowie der Lücken­schlie­ßung16.

§ 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. steht in Wider­spruch zu dem mit dem Gesetz ver­folg­ten Grund­an­lie­gen, die Drit­te Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung ord­nungs­ge­mäß umzu­set­zen. Bei § 5a VVG a.F. han­delt es sich ins­ge­samt um eine Umset­zungs­norm. Aus der Begrün­dung des Regie­rungs­ent­wurfs des Drit­ten Durchführungsgesetzes/​EWG zum VAG ergibt sich, dass der in die­sem Gesetz ent­hal­te­ne neue § 10a u.a. Art. 31 i.V.m. Anhang II. A. der Drit­ten Lebens­ver­si­che­rungs­richt­li­nie über die Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on vor Abschluss und wäh­rend der Lauf­zeit des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges in deut­sches Recht umsetzt17. Die Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on soll­te ein­ge­führt wer­den, weil bei den unter die Drit­te Richt­li­nie fal­len­den Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men die Bedin­gun­gen und Berech­nungs­grund­la­gen nicht mehr Teil des vor­ab zu geneh­mi­gen­den Geschäfts­pla­nes waren18. Der auf­grund der Beschluss­emp­feh­lung des Finanz­aus­schus­ses hin­zu­ge­kom­me­ne neue § 5a VVG stellt eine Ein­schrän­kung des § 10a VAG dar. Er beruht aus­weis­lich der Begrün­dung die­ser spä­ter umge­setz­ten Anre­gung dar­auf, dass die im Regie­rungs­ent­wurf des § 10a VAG geplan­ten, vor Abschluss des Ver­tra­ges zu erfül­len­den Infor­ma­ti­ons­ver­pflich­tun­gen "in der Pra­xis auf z.T. unüber­wind­ba­re Schwie­rig­kei­ten stie­ßen"19. Vor die­sem Hin­ter­grund stel­len § 10a VAG und § 5a VVG einen ein­heit­lich zu betrach­ten­den Kom­plex dar, mit dem die Drit­te Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung in deut­sches Recht umge­setzt wur­de20. Dies ist auch der Begrün­dung der Aus­schus­s­emp­feh­lung zu ent­neh­men, die aus­drück­lich von einer Ver­knüp­fung der Vor­schrif­ten des § 10a VAG und § 5a VVG spricht. Die Rege­lung in zwei ver­schie­de­nen Geset­zen beru­he ledig­lich dar­auf, dass die Kon­kre­ti­sie­rung der Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on im VAG ver­blei­ben müs­se, weil es sich um eine gewer­be­recht­li­che Fra­ge han­de­le und die Ansied­lung im VAG Vor­aus­set­zung für eine Kon­trol­le durch das Bun­des­auf­sichts­amt für das Ver­si­che­rungs­we­sen sei21.

Der natio­na­le Gesetz­ge­ber bezweck­te danach mit § 5a VVG a.F. nicht pri­mär eine Har­mo­ni­sie­rung des Auf­sichts­rechts. Die­se in der Instanz­recht­spre­chung immer wie­der ver­tre­te­ne The­se lässt sich aus dem für die Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on maß­geb­li­chen 23. Erwä­gungs­grund zur Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung, die der natio­na­le Gesetz­ge­ber umset­zen woll­te, nicht ent­neh­men. Dort wird das Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis des Ver­si­che­rungs­neh­mers so umschrie­ben: "Im Rah­men eines ein­heit­li­chen Ver­si­che­rungs­markts wird dem Ver­brau­cher eine grö­ße­re und wei­ter gefä­cher­te Aus­wahl von Ver­trä­gen zur Ver­fü­gung ste­hen. Um die­se Viel­falt und den ver­stärk­ten Wett­be­werb voll zu nut­zen, muss er im Besitz der not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen sein, um den sei­nen Bedürf­nis­sen am ehes­ten ent­spre­chen­den Ver­trag aus­zu­wäh­len." Ein Bezug zum Auf­sichts­recht ist dar­aus nicht zu ent­neh­men.

Die zu der Aus­nah­me­re­ge­lung des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. gege­be­ne Begrün­dung, die Aus­schluss­frist sei im Inter­es­se des Rechts­frie­dens erfor­der­lich22, ändert nichts am Zweck des gesam­ten Rege­lungs­kom­ple­xes, die Richt­li­nie umzu­set­zen. Strebt der Gesetz­ge­ber eine richt­li­ni­en­kon­for­me Umset­zung an, ist die­sem wenn auch mög­li­cher­wei­se unvoll­kom­men ver­wirk­lich­ten Zweck Vor­rang vor der mit der Ein­zel­norm ver­folg­ten Ziel­rich­tung zu geben23.

Die Rege­lungs­lü­cke des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. ist richt­li­ni­en­kon­form der­ge­stalt zu schlie­ßen, dass die Vor­schrift im Bereich der Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­rung und der Zusatz­ver­si­che­run­gen zur Lebens­ver­si­che­rung nicht anwend­bar ist, aber auf die von der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung nicht erfass­ten Ver­si­che­rungs­ar­ten unein­ge­schränkt Anwen­dung fin­det24.

Die Aus­fül­lung einer Rege­lungs­lü­cke durch die Gerich­te muss den all­ge­mei­nen Gerech­tig­keits­vor­stel­lun­gen ent­spre­chen und in mög­lichst enger Anleh­nung an das gel­ten­de Recht vor­ge­nom­men wer­den25. Vor­ga­ben des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on sind im Rah­men einer inter­pre­ta­to­ri­schen Gesamt­ab­wä­gung26 hin­rei­chend umzu­set­zen. Dabei dür­fen die Gren­zen des den Gerich­ten im Rah­men der rich­ter­li­chen Rechts­fort­bil­dung zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raums nicht über­schrit­ten wer­den27. Weder das Gemein­schafts­recht noch das natio­na­le Recht for­dern eine ein­heit­li­che Aus­le­gung des euro­päi­schen und des natio­nal­au­to­no­men Rechts28. Das Gebot richt­li­ni­en­kon­for­mer Aus­le­gung des natio­na­len Rechts reicht nur so weit wie der in Art. 288 Abs. 3 AEUV ver­an­ker­te Umset­zungs­be­fehl der ent­spre­chen­den Richt­li­nie29. Zuläs­sig ist dem­nach eine gespal­te­ne Aus­le­gung der­ge­stalt, dass eine natio­na­le Norm durch richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung nur inso­weit kor­ri­giert wird, als sie mit den Anfor­de­run­gen der Richt­li­nie nicht über­ein­stimmt, und im über­schie­ßen­den nicht euro­pa­recht­lich deter­mi­nier­ten Teil unver­än­dert bleibt30.

Der gegen­über der all­ge­mei­nen, für alle Ver­si­che­run­gen gel­ten­den Rege­lung des § 5a VVG a.F. enge­re Anwen­dungs­be­reich der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung nur für Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­run­gen sowie Zusatz­ver­si­che­run­gen zur Lebens­ver­si­che­rung recht­fer­tigt eine gespal­te­ne Aus­le­gung des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. Auf die­se Wei­se wird zum einen dem Wil­len des Gesetz­ge­bers zur Umset­zung der Richt­li­nie Rech­nung getra­gen und zum ande­ren für die übri­gen, nicht davon erfass­ten Ver­si­che­rungs­ar­ten die Aus­schluss­frist im Inter­es­se der ange­streb­ten Rechts­si­cher­heit bei­be­hal­ten. Der Gesetz­ge­ber woll­te im all­ge­mei­nen Teil des VVG eine ein­heit­li­che Bestim­mung für alle Ver­si­che­rungs­ar­ten tref­fen. Dies ergibt sich dar­aus, dass er auf eine Defi­ni­ti­on des genau­en Zeit­punk­tes der Infor­ma­ti­ons­er­tei­lung ver­zich­tet hat, um bei der Fra­ge, wann eine Infor­ma­ti­on noch vor Abschluss des Ver­tra­ges erfolgt, den Beson­der­hei­ten der ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­ar­ten und Ver­triebs­for­men Rech­nung tra­gen zu kön­nen und Raum für ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen zu las­sen31. Der Gesetz­ge­ber hat zwei Ent­schei­dun­gen getrof­fen: eine Struk­tur­ent­schei­dung, das Wider­spruchs­recht und sein Erlö­schen ein­heit­lich für alle Ver­si­che­run­gen zu regeln, und eine Sach­ent­schei­dung mit dem Inhalt des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F.32. Die Richt­li­ni­en­wid­rig­keit der Sach­ent­schei­dung im Bereich der von der Richt­li­nie erfass­ten Ver­si­che­rungs­ar­ten war ihm nicht bekannt. Dass er an der Struk­tur­ent­schei­dung fest­ge­hal­ten hät­te, wenn er eine abwei­chen­de Sach­ent­schei­dung für Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­run­gen hät­te tref­fen müs­sen, ist nicht anzu­neh­men33. Eine Ver­mu­tung, der Gesetz­ge­ber hät­te für den gesam­ten Anwen­dungs­be­reich der Vor­schrift eine richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung gewollt, lässt sich aus der Gleich­be­hand­lung im Wort­laut der Norm nicht her­lei­ten34. In einem Groß­teil der Anwen­dungs­fäl­le der Norm kann der gesetz­ge­be­ri­sche Wil­le Gel­tung erlan­gen, ohne den Anwen­dungs­be­reich der Richt­li­nie zu berüh­ren35. Im über­schie­ßend gere­gel­ten Bereich der Nicht-Lebens­ver­si­che­rung sind abwei­chen­de Aus­le­gungs­ge­sichts­punk­te zu beach­ten36. Inso­weit bestehen kei­ne ent­spre­chen­den Richt­li­ni­en­vor­ga­ben.

Die mit dem Drit­ten Durchführungsgesetz/​EWG zum VAG eben­falls umge­setz­te Drit­te Richt­li­nie Scha­den­ver­si­che­rung37 sowie zur Ände­rung der Richt­li­ni­en 73/​239/​EWG und 88/​357/​EWG; ABl. L 228 S. 1)) for­dert zwar auch Ver­brau­cher­infor­ma­tio­nen, sieht jedoch anders als die Drit­te Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung nicht vor, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer vor Abschluss des Ver­tra­ges "min­des­tens" die "Moda­li­tä­ten der Aus­übung des Wider­rufs und Rück­tritts­rechts" mit­zu­tei­len. Zudem hält das natio­na­le Recht den Ver­si­che­rungs­neh­mer außer­halb der Lebens­ver­si­che­rung im Hin­blick auf die zu ertei­len­den Infor­ma­tio­nen für weni­ger schüt­zens­wert. Dar­auf deu­tet das in der Emp­feh­lung des Finanz­aus­schus­ses zu § 5a VVG a.F. genann­te Bei­spiel des Rück­kaufs­wer­tes in der Lebens­ver­si­che­rung hin38. Den Pro­duk­ten der Lebens­ver­si­che­rung wird gro­ße Kom­ple­xi­tät bei­gemes­sen, was die Bedeu­tung des Ver­brau­cher­schut­zes erhöht. Hin­zu kommt, dass sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer einer Lebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rung, anders als bei Ver­si­che­run­gen mit jähr­li­cher Wech­sel­mög­lich­keit, regel­mä­ßig über einen lan­gen Zeit­raum an das Pro­dukt und den Ver­si­che­rer bin­det. Die Ent­schei­dung für einen Ver­trag hat hier wei­ter rei­chen­de Fol­gen und grö­ße­re wirt­schaft­li­che Bedeu­tung als bei den meis­ten ande­ren Ver­si­che­rungs­ar­ten. Dies fin­det Aus­druck in § 5a Abs. 1 Satz 2 VVG in der Fas­sung vom 02.12 2004, der die Wider­spruchs­frist für Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ent­spre­chend der Vor­ga­be des Art. 17 der Fern­ab­satz­richt­li­nie – II39 auf 30 Tage ver­län­gert und damit mehr als ver­dop­pelt hat. Mit Blick auf die beson­de­re Bedeu­tung der Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­run­gen gebie­tet Art. 3 Abs. 1 GG kei­ne Gleich­be­hand­lung von Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­run­gen mit ande­ren Ver­si­che­run­gen.

Das gegen eine gespal­te­ne Aus­le­gung ange­führ­te Argu­ment der Abgren­zungs­schwie­rig­kei­ten40 greift bei § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. nicht. Eine Unter­schei­dung zwi­schen den ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­ar­ten ist ohne wei­te­res mög­lich und hängt anders als die Unter­schei­dung zwi­schen ver­schie­de­nen Haus­tür­si­tua­tio­nen nicht von Zufäl­len des Gesche­hens­ab­lau­fes ab.

Die gespal­te­ne Aus­le­gung ver­stößt auch nicht gegen das in Art.20 Abs. 3 GG ver­an­ker­te Prin­zip der Rechts­si­cher­heit, das Ver­trau­ens­schutz für den Bür­ger gewähr­leis­tet. Durf­te die betrof­fe­ne Par­tei mit der Fort­gel­tung der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge rech­nen und ver­dient die­ses Inter­es­se bei einer Abwä­gung mit den Belan­gen des Ver­trags­part­ners und den Anlie­gen der All­ge­mein­heit den Vor­zug, liegt ein Ein­griff in recht­lich geschütz­te Posi­tio­nen vor41. Die unein­ge­schränk­te Anwen­dung des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. konn­te nicht als gesi­chert ange­se­hen wer­den, weil ihre Richt­li­ni­en­kon­for­mi­tät im Schrift­tum von Anfang an bezwei­felt wur­de42.

Die richt­li­ni­en­kon­for­me Reduk­ti­on des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. bedeu­tet kei­ne geset­zes­wid­ri­ge (con­tra legem) Rechts­schöp­fung43. Wie aus­ge­führt, kann § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. zwar nicht im enge­ren Sin­ne aus­ge­legt, jedoch im Wege der nach natio­na­lem Recht zuläs­si­gen und erfor­der­li­chen teleo­lo­gi­schen Reduk­ti­on richt­li­ni­en­kon­form fort­ge­bil­det wer­den, so dass ein aus­rei­chen­der Anwen­dungs­be­reich der gesetz­ge­be­ri­schen Sach­ent­schei­dung ver­bleibt.

Schließ­lich lässt sich der richt­li­ni­en­kon­for­men Rechts­fort­bil­dung nicht ent­ge­gen­hal­ten, sie lau­fe auf eine in stän­di­ger Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on abge­lehn­te44 hori­zon­ta­le Dritt­wir­kung der Richt­li­nie hin­aus45. Zur Anwen­dung kommt viel­mehr im Rah­men des natio­nal metho­do­lo­gisch Zuläs­si­gen fort­ge­bil­de­tes natio­na­les Recht.

Das Wider­spruchs­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers ist nicht aus ande­ren Grün­den ent­fal­len.

Die vom Ver­si­che­rungs­neh­mer aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges steht dem spä­te­ren Wider­spruch nicht ent­ge­gen. Da der Ver­si­che­rungs­neh­mer über sein Wider­spruchs­recht nicht aus­rei­chend belehrt wur­de, konn­te er sein Wahl­recht zwi­schen Kün­di­gung und Wider­spruch nicht sach­ge­recht aus­üben46.

Ein Erlö­schen des Wider­spruchs­rechts nach bei­der­seits voll­stän­di­ger Leis­tungs­er­brin­gung kommt anders als in der Sache – IV ZR 52/​12 schon des­halb nicht in Betracht, weil eine ent­spre­chen­de Anwen­dung der Rege­lun­gen in den §§ 7 Abs. 2 Ver­brKrG, 2 Abs. 1 Satz 4 HWiG nach Außer­kraft­tre­ten die­ser Geset­ze nicht mehr mög­lich ist47.

Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­stößt mit sei­ner Rechts­aus­übung nicht gegen Treu und Glau­ben.

Ent­ge­gen der Ansicht der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft hat er sein Recht zum Wider­spruch nicht ver­wirkt. Ein Recht ist ver­wirkt, wenn seit der Mög­lich­keit der Gel­tend­ma­chung län­ge­re Zeit ver­stri­chen ist (Zeit­mo­ment) und beson­de­re Umstän­de hin­zu­tre­ten, die die ver­spä­te­te Gel­tend­ma­chung als Ver­stoß gegen Treu und Glau­ben erschei­nen las­sen (Umstands­mo­ment). Letz­te­res ist der Fall, wenn der Ver­pflich­te­te bei objek­ti­ver Betrach­tung aus dem Ver­hal­ten des Berech­tig­ten ent­neh­men durf­te, dass die­ser sein Recht nicht mehr gel­tend machen wer­de. Fer­ner muss sich der Ver­pflich­te­te im Ver­trau­en auf das Ver­hal­ten des Berech­tig­ten in sei­nen Maß­nah­men so ein­ge­rich­tet haben, dass ihm durch die ver­spä­te­te Durch­set­zung des Rechts ein unzu­mut­ba­rer Nach­teil ent­stün­de48. Es fehlt hier jeden­falls am Umstands­mo­ment. Ein schutz­wür­di­ges Ver­trau­en kann die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft schon des­halb nicht in Anspruch neh­men, weil sie die Situa­ti­on selbst her­bei­ge­führt hat, indem sie dem Ver­si­che­rungs­neh­mer kei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Wider­spruchs­be­leh­rung erteil­te49.

Aus dem­sel­ben Grund liegt in der Gel­tend­ma­chung des berei­che­rungs­recht­li­chen Anspruchs kei­ne wider­sprüch­li­che und damit unzu­läs­si­ge Rechts­aus­übung50. Wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten ist nach der Rechts­ord­nung grund­sätz­lich zuläs­sig und nur dann rechts­miss­bräuch­lich, wenn für den ande­ren Teil ein Ver­trau­ens­tat­be­stand geschaf­fen wor­den ist oder wenn ande­re beson­de­re Umstän­de die Rechts­aus­übung als treu­wid­rig erschei­nen las­sen. Eine Rechts­aus­übung kann unzu­läs­sig sein, wenn sich objek­tiv das Gesamt­bild eines wider­sprüch­li­chen Ver­hal­tens ergibt, weil das frü­he­re Ver­hal­ten mit dem spä­te­ren sach­lich unver­ein­bar ist und die Inter­es­sen der Gegen­par­tei im Hin­blick hier­auf vor­ran­gig schutz­wür­dig erschei­nen51. Die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft kann kei­ne vor­ran­gi­ge Schutz­wür­dig­keit für sich bean­spru­chen, nach­dem sie es ver­säumt hat, den Ver­si­che­rungs­neh­mer über sein Wider­spruchs­recht zu beleh­ren.

Die berei­che­rungs­recht­li­chen Rechts­fol­gen der Euro­pa­rechts­wid­rig­keit des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. sind ent­ge­gen der Ansicht der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft nicht etwa in Anleh­nung an die Rechts­fi­gur des fak­ti­schen Ver­trags­ver­hält­nis­ses auf eine Wir­kung ab Zugang des Wider­spruchs (ex nunc) zu beschrän­ken.

Allein eine Rück­wir­kung ent­spricht dem Effek­ti­vi­täts­ge­bot (effet uti­le). Stün­de dem Ver­si­che­rungs­neh­mer bei unter­blie­be­ner oder unzu­rei­chen­der Wider­spruchs­be­leh­rung nur ein Lösungs­recht mit Wir­kung ex nunc zu, blie­be der Ver­stoß gegen die Beleh­rungs­pflicht sank­ti­ons­los. Dies wür­de dem Gebot des Art. 4 Abs. 3 EUV nicht gerecht, der ver­langt, dass sich die Uni­on und die Mit­glied­staa­ten gegen­sei­tig bei der Erfül­lung der Auf­ga­ben, die sich aus den Ver­trä­gen erge­ben, ach­ten und unter­stüt­zen. Daher darf die Anwen­dung des natio­na­len Rechts die Trag­wei­te und die Wirk­sam­keit des Uni­ons­rechts nicht beein­träch­ti­gen. Dies bedeu­tet auch, die Vor­ga­ben der Richt­li­ni­en und des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on im natio­na­len Recht mög­lichst voll­stän­dig durch­zu­set­zen52. Wie der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on aus­ge­führt hat, regel­ten die Zwei­te und Drit­te Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung nicht den Fall, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht über sein Rück­tritts­recht belehrt wur­de, und damit auch nicht die Fol­gen, die das Unter­blei­ben der Beleh­rung für die­ses Recht haben konn­te. Art. 15 Abs. 1 Unter­abs. 3 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung sah vor, dass "die [für den Rück­tritt erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen … gemäß dem auf den Ver­si­che­rungs­ver­trag … anwend­ba­ren [natio­na­len] Recht gere­gelt [wur­den]"53. Die Mit­glied­staa­ten muss­ten jedoch dafür sor­gen, dass die prak­ti­sche Wirk­sam­keit der Zwei­ten und Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung unter Berück­sich­ti­gung des mit die­sen ver­folg­ten Zwecks gewähr­leis­tet ist54. Aus der Struk­tur und aus dem Wort­laut der ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung hat der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on ein­deu­tig geschlos­sen, mit ihr habe sicher­ge­stellt wer­den sol­len, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer ins­be­son­de­re über sein Rück­tritts­recht genau belehrt wird55.

Eine natio­na­le Bestim­mung wie § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F., wonach das Recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers, von dem Ver­trag zurück­zu­tre­ten, zu einem Zeit­punkt erlischt, zu dem er über die­ses Recht nicht belehrt war, läuft daher nach Ansicht des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on der Ver­wirk­li­chung eines grund­le­gen­den Ziels der Zwei­ten und der Drit­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung und damit deren prak­ti­scher Wirk­sam­keit zuwi­der56. Die­se kann nur gewähr­leis­tet wer­den, wenn der nicht ord­nungs­ge­mäß belehr­te Ver­si­che­rungs­neh­mer im Fal­le eines Wider­spruchs die von ihm gezahl­ten Prä­mi­en grund­sätz­lich zurück­er­hält. Das gilt umso mehr, als es bei dem in § 5a VVG a.F. vor­ge­se­he­nen Wider­spruch nicht um den Rück­tritt von einem bereits zustan­de gekom­me­nen Ver­trag geht, son­dern dar­um, das Zustan­de­kom­men des Ver­tra­ges zu ver­hin­dern. Nichts ande­res ergibt sich aus Art. 15 Abs. 1 Unter­abs. 2 der Zwei­ten Richt­li­nie Lebens­ver­si­che­rung. Danach soll der Ver­si­che­rungs­neh­mer für die Zukunft von allen aus die­sem Ver­trag resul­tie­ren­den Ver­pflich­tun­gen befreit wer­den. Dies betrifft aber nur den Fall, dass er ord­nungs­ge­mäß belehrt wur­de. Der nicht oder nicht aus­rei­chend belehr­te Ver­si­che­rungs­neh­mer muss hin­ge­gen so gestellt wer­den, als ob er ord­nungs­ge­mäß belehrt wor­den wäre. Dann hät­te er sein Wider­spruchs­recht aus­üben kön­nen und man­gels wirk­sa­men Ver­tra­ges kei­ne Prä­mi­en gezahlt.

Eine Ein­schrän­kung der berei­che­rungs­recht­li­chen Abwick­lung ist nicht etwa gebo­ten, um Wider­sprü­che zu den §§ 9 Abs. 1 und 152 Abs. 2 VVG n.F. zu ver­mei­den. Danach erhält der Ver­si­che­rungs­neh­mer einer Lebens­ver­si­che­rung den auf die Zeit nach Zugang des Wider­rufs ent­fal­len­den Teil der Prä­mi­en, wenn er auf sein Wider­rufs­recht, die Rechts­fol­gen des Wider­rufs und den zu zah­len­den Betrag hin­ge­wie­sen wor­den ist und zuge­stimmt hat, dass der Ver­si­che­rungs­schutz vor Ende der Wider­rufs­frist beginnt, und bei Unter­blei­ben des Hin­wei­ses zusätz­lich den Rück­kaufs­wert ein­schließ­lich der Über­schuss­an­tei­le oder falls dies güns­ti­ger ist die für das ers­te Jahr des Ver­si­che­rungs­schut­zes gezahl­ten Prä­mi­en zurück. Einer rück­wir­ken­den ana­lo­gen Anwen­dung der genann­ten Vor­schrif­ten steht Art. 1 Abs. 1 EGVVG ent­ge­gen, nach dem auf Alt­ver­trä­ge grund­sätz­lich bis zum 31.12 2008 das Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz in der bis zum 31.12 2007 gel­ten­den Fas­sung anzu­wen­den ist. Unab­hän­gig davon, ob man im Ver­trags­schluss bereits einen abge­schlos­se­nen Sach­ver­halt sieht, in den wegen des Ver­bo­tes der ech­ten Rück­wir­kung nicht ein­ge­grif­fen wer­den darf57, kön­nen auf Alt­ver­trä­ge Vor­schrif­ten des neu­en VVG, die vor oder bei Abschluss des Ver­tra­ges zu beach­ten sind, auch nach dem 31.12 2008 kei­ne Anwen­dung fin­den58. Das gilt auch für das Wider­rufs­recht des § 8 Abs. 1 VVG n.F., das den Ver­trags­par­tei­en bei Ver­trags­schlüs­sen vor 2008 nicht bekannt sein konn­te, sowie für die Rechts­fol­gen des Wider­rufs gemäß den §§ 9 Abs. 1, 152 Abs. 2 VVG n.F., die an die vor­ver­trag­li­che Beleh­rungs­pflicht nach § 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 VVG n.F. anknüp­fen.

Der Höhe nach umfasst der Rück­ge­währ­an­spruch des Ver­si­che­rungs­neh­mers nach § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB nicht unein­ge­schränkt alle Prä­mi­en, die er an die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft gezahlt hat, ohne hier­zu durch einen wirk­sa­men Ver­si­che­rungs­ver­trag ver­pflich­tet zu sein. Im Rah­men einer gemein­schafts­recht­lich gefor­der­ten rechts­fort­bil­den­den Aus­le­gung einer natio­na­len Norm darf bei der Rege­lung der Rechts­fol­gen des Wider­spruchs nach natio­na­lem Recht ein ver­nünf­ti­ger Aus­gleich und eine gerech­te Risi­ko­ver­tei­lung zwi­schen den Betei­lig­ten her­ge­stellt wer­den59. Eine ein­schrän­kungs­lo­se Aus­ge­stal­tung des Wider­spruchs­rechts auch auf der Rechts­fol­gen­sei­te wäre nicht sach­ge­recht. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer hat wäh­rend der Prä­mi­en­zah­lung Ver­si­che­rungs­schutz genos­sen. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass er die­sen im Ver­si­che­rungs­fall in Anspruch genom­men und sich selbst bei zwi­schen­zeit­lich erlang­ter Kennt­nis von sei­nem Wider­spruchs­recht gegen eine Rück­ab­wick­lung ent­schie­den hät­te. Mit Blick dar­auf führ­te eine Ver­pflich­tung des Ver­si­che­rers zur Rück­ge­währ sämt­li­cher Prä­mi­en zu einem Ungleich­ge­wicht inner­halb der Gemein­schaft der Ver­si­cher­ten60. Daher muss sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Rah­men der berei­che­rungs­recht­li­chen Rück­ab­wick­lung den Ver­si­che­rungs­schutz anrech­nen las­sen, den er jeden­falls bis zur Kün­di­gung des Ver­tra­ges genos­sen hat. Erlang­ter Ver­si­che­rungs­schutz ist ein Ver­mö­gens­vor­teil, des­sen Wert nach den §§ 812 Abs. 1 Satz 1, 818 Abs. 2 BGB zu erset­zen sein kann61. Der Wert des Ver­si­che­rungs­schut­zes kann unter Berück­sich­ti­gung der Prä­mi­en­kal­ku­la­ti­on bemes­sen wer­den; bei Lebens­ver­si­che­run­gen kann etwa dem Risi­ko­an­teil Bedeu­tung zukom­men.

Da es hier­zu an Fest­stel­lun­gen fehlt, ist der Rechts­streit zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Beru­fungs­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen. Es wird den Par­tei­en Gele­gen­heit zu ergän­zen­dem Vor­trag zu geben haben. Das gilt auch für die vom Ver­si­che­rungs­neh­mer gel­tend gemach­ten und von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft in Abre­de gestell­ten Nut­zungs­zin­sen, mit denen sich das Beru­fungs­ge­richt von sei­nem Stand­punkt aus fol­ge­rich­tig bis­lang nicht befasst hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Mai 2014 – IV ZR 76/​11

  1. EuGH, Urteil vom 19.12 2013 – C‑209/​12, VersR 2014, 225 []
  2. LG Stutt­gart, Urteil vom 13.07.2010 – 22 O 587/​09; OLG Stutt­gart, Urteil vom 31.03.2011 – 7 U 147/​10 []
  3. BGH, Beschluss vom 28.03.2012- IV ZR 76/​11, VersR 2012, 608 []
  4. EuGH, Urteil vom 19.12 2013 – C‑209/​12, VersR 2014, 225 []
  5. vgl. dazu nur Vor­la­ge­be­schluss vom 28.03.2012 – IV ZR 76/​11, VersR 2012, 608 Rn. 10; BGH, Urteil vom 24.11.2010 – IV ZR 252/​08, VersR 2011, 337 Rn. 22; jeweils m.w.N. []
  6. VersR 2014, 225 []
  7. EuGH, aaO Rn. 32 []
  8. vgl. EuGH, Slg. 2004, I8835 Rn. 113 – Pfeif­fer u.a.; Slg. 1984, 1891 Rn. 26, 28 – von Col­son u.a., jeweils m.w.N. []
  9. BGH, Beschluss vom 08.01.2014 – V ZB 137/​12 10; Urtei­le vom 21.12 2011 – VIII ZR 70/​08, BGHZ 192, 148 Rn. 30; vom 26.11.2008 – VIII ZR 200/​05, BGHZ 179, 27 Rn. 21 m.w.N.; Riesenhuber/​Roth, Euro­päi­sche Metho­den­leh­re 2. Aufl.2010 § 14 Rn. 17 m.w.N. []
  10. Riesenhuber/​Neuner aaO § 13 Rn. 2; Riesenhuber/​Roth aaO § 14 Rn. 17; Höpf­ner, RdA 2013, 16, 22 m.w.N.; Mörs­dorf, ZIP 2008, 1409, 1415 m.w.N. []
  11. BVerfG, NJW 2012, 669 Rn. 47 m.w.N. []
  12. vgl. BGH, Urtei­le vom 21.12 2011 – VIII ZR 70/​08, BGHZ 192, 148 Rn. 31; vom 26.11.2008 – VIII ZR 200/​05, BGHZ 179, 27 Rn. 22 m.w.N. []
  13. BGH, Urtei­le vom 21.12 2011 – VIII ZR 70/​08, BGHZ 192, 148 Rn. 34; vom 26.11.2008 – VIII ZR 200/​05, BGHZ 179, 27 Rn. 25 m.w.N.; vgl. auch BGH, Beschluss vom 08.01.2014 – V ZB 137/​12 11 []
  14. so aber: OLG Mün­chen VersR 2013, 1025, 1029 m.w.N.; Höpf­ner, RdA 2013, 16, 22 unter Beru­fung auf BGH, Urteil vom 26.11.2008 aaO []
  15. EuGH, Slg. 2004, I8835 Rn. 112 – Pfeif­fer u.a. []
  16. Mörs­dorf, ZIP 2008, 1409, 1415 m.w.N. []
  17. BT-Drs. 12/​6959 S. 55 []
  18. Begr. Aus­schus­s­emp­feh­lung BT-Drs. 12/​7595 S. 102 []
  19. BT-Drs. 12/​7595 aaO []
  20. eben­so Brand, VersR 2014, 269, 274 []
  21. BT-Drs. 12/​7595 aaO []
  22. BT-Drs. 12/​7595 S. 111 []
  23. vgl. Riesenhuber/​Roth, Euro­päi­sche Metho­den­leh­re, 2. Aufl.2010 § 14 Rn. 59; so im Ergeb­nis auch BGH; Beschluss vom 08.01.2014 – V ZB 137/​12, juris; Urtei­le vom 21.12 2011 – VIII ZR 70/​08, BGHZ 192, 148; vom 26.11.2008 – VIII ZR 200/​05, BGHZ 179, 27; vom 09.04.2002 – XI ZR 91/​99, BGHZ 150, 248; a.A. Brand, VersR 2014, 269, 274 []
  24. so auch OLG Cel­le, Urteil vom 27.02.2014 8 U 192/​13 42 ff. []
  25. BVerfGE 37, 67, 81 []
  26. vgl. Riesenhuber/​Habersack/​Mayer, Euro­päi­sche Metho­den­leh­re, 2. Aufl.2010 § 15 Rn. 37 []
  27. vgl. hier­zu Palandt/​Sprau, BGB 73. Aufl. Einl. Rn. 56 []
  28. Riesenhuber/​Habersack/​Mayer aaO § 15 Rn. 24 ff., 36; Mörs­dorf, ZIP 2008, 1409, 1416 m.w.N. auch zur Gegen­auf­fas­sung []
  29. Mörs­dorf aaO []
  30. vgl. Riesenhuber/​Habersack/​Mayer aaO § 15 Rn. 36 f. []
  31. Begr. RegE BT-Drs. 12/​6959 S. 55 []
  32. vgl. zu die­ser Dif­fe­ren­zie­rung grund­sätz­lich Riesenhuber/​Habersack/​Mayer, Euro­päi­sche Metho­den­leh­re, 2. Aufl.2010 aaO § 15 Rn. 38 []
  33. vgl. Riesenhuber/​Habersack/​Mayer aaO § 15 Rn. 38 m.w.N.; Mayer/​Schürnbrand, JZ 2004, 545, 551 []
  34. vgl. Her­de­gen, WM 2005, 1921, 1930 zu § 5 Abs. 2 HWiG a.F. []
  35. vgl. Her­de­gen aaO []
  36. vgl. Riesenhuber/​Habersack/​Mayer aaO § 15 Rn. 43 []
  37. Richt­li­nie 92/​49/​EWG des Rates vom 18.06.1992 zur Koor­di­nie­rung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten für die Direkt­ver­si­che­rung ((mit Aus­nah­me der Lebens­ver­si­che­rung []
  38. Begr. Aus­schus­s­emp­feh­lung, BT-Drs. 12/​7595 S. 102 []
  39. Richt­li­nie 2002/​65/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 23.09.2002 über den Fern­ab­satz von Finanz­dienst­leis­tun­gen an Ver­brau­cher und zur Ände­rung der Richt­li­nie 90/​619/​EWG des Rates und der Richt­li­ni­en 97/​7/​EG und 98/​27/​EG, ABl. L 271 S. 16 []
  40. vgl. BGH, Urteil vom 09.04.2002 – XI ZR 91/​99, BGHZ 150, 248, 261 f. []
  41. BGH, Urteil vom 26.11.2008 – VIII ZR 200/​05, BGHZ 179, 27 Rn. 33 m.w.N. []
  42. Berg, VuR 1999, 335, 341 f.; Lorenz, VersR 1997, 773, 782; vgl. Vor­la­ge­be­schluss vom 28.03.2012 – IV ZR 76/​11, VersR 2012, 608 Rn. 16 m.w.N. []
  43. so aber OLG Mün­chen, Urteil vom 10.10.2013 14 U 1804/​13 52 ff.; VersR 2013, 1025, 1028 []
  44. EuGH, NJW 1994, 2473 Rn.20 – Dori/​Recreb; NJW 1986, 2178 Rn. 48 – Mar­shall []
  45. vgl. BGH, Urteil vom 09.04.2002 – XI ZR 91/​99, BGHZ 150, 248, 259 f. []
  46. vgl. BGH, Urteil vom 16.10.2013 – IV ZR 52/​12, VersR 2013, 1513 Rn. 24 []
  47. vgl. BGH, Urteil vom 24.11.2009 – XI ZR 260/​08, WM 2010, 34 Rn. 16 []
  48. st. Rspr., BGH, Urteil vom 23.01.2014 – VII ZR 177/​13, NJW 2014, 1230 Rn. 13 m.w.N. []
  49. vgl. dazu unter dem Gesichts­punkt der Rechts­si­cher­heit EuGH, VersR 2014, 225 Rn. 30 []
  50. vgl. dazu Brand, VersR 2014, 269, 276 []
  51. BGH, Urteil vom 15.11.2012 – IX ZR 103/​11, NJW-RR 2013, 757 Rn. 12 m.w.N. []
  52. EuGH, NZA 2013, 891 Rn. 71 – Aso­cia­tia ACCEPT []
  53. EuGH, Urteil vom 19.12 2013 – C‑209/​12, VersR 2014, 225 Rn. 22 []
  54. EuGH aaO Rn. 23 []
  55. EuGH aaO Rn. 25 []
  56. EuGH aaO Rn. 26 []
  57. so Looschelders/​Pohlmann/​Brand, VVG 2. Aufl. Art. 1 EGVVG Rn. 14 []
  58. Begr. RegE BT-Drs. 16/​3945 S. 118 zu Art. 1 Abs. 1 EGVVG []
  59. vgl. EuGH, NJW 2010, 1511 Rn. 48; BGH, Beschluss vom 12.07.2010 – II ZR 250/​09, juris unter 1 []
  60. so auch OLG Mün­chen, VersR 2013, 1025 Rn. 28 []
  61. BGH, Urtei­le vom 30.06.1983 – III ZR 114/​82, NJW 1983, 2692 unter – III 3; vom 02.12 1982 – III ZR 90/​81, NJW 1983, 1420 unter – IV 1 b []