Der Wett­be­werb der Kran­ken­ver­si­che­run­gen

Mit dem "Gesetz zur Wei­ter­ent­wick­lung der Finanz­struk­tur und der Qua­li­tät in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung" 1 ste­hen auf die­sem Gebiet wie­der eini­ge Neue­run­gen an. Nach­dem die Rege­lun­gen zum Qua­li­täts­in­sti­tut oder zum Schät­zer­kreis bereits die­sen Som­mer in Kraft getre­ten sind, wird ab dem Jah­res­wech­sel 2014 /​2015 die Sen­kung des all­ge­mei­nen Bei­trags­sat­zes zur gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung von 15,5 Pro­zent auf 14,6 Pro­zent die gra­vie­rens­te Ände­rung sein.

Der Wett­be­werb der Kran­ken­ver­si­che­run­gen

Die Kos­ten wer­den dabei mit 7,3 % jeweils hälf­tig zwi­schen dem Arbeit­neh­mer und dem Arbeit­ge­ber geteilt. Der Arbeit­ge­ber­an­teil ist auf die­se 7,3 % fest­ge­schrie­ben. Für den Ver­si­cher­ten ent­fällt zwar der bis­her von den Kas­sen zu erhe­ben­de Son­der­bei­trag von 0,9 %, den er allein zah­len muss­te, aber ab dem 1. Janu­ar 2015 kann jede Kran­ken­ver­si­che­rung einen indi­vi­du­el­len ein­kom­mens­ab­hän­gi­gen Zusatz­bei­trag erhe­ben, wie das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um mit­ge­teilt hat. Damit soll der Wett­be­werb im Kampf um den Ver­si­cher­ten ver­bes­sert wer­den. Kommt es bei einer Kran­ken­kas­se zur Erhe­bung eines Zusatz­bei­tra­ges, hat der Ver­si­cher­te ein Son­der­kün­di­gungs­recht und kann sich für eine ande­re Kran­ken­ver­si­che­rung ent­schei­den.

Die Wahl einer Kran­ken­ver­si­che­rung ist schon seit Jah­ren kei­ne lebens­lan­ge Ent­schei­dung mehr. Immer wie­der kön­nen sich durch gesetz­li­che Neu­re­ge­lun­gen oder pri­va­te Ver­än­de­run­gen Situa­tio­nen erge­ben, in denen sich eine Wahl­mög­lich­keit bezüg­lich der Kran­ken­ver­si­che­rung ergibt. So kann z. B. einem Exis­tenz­grün­der bei der Kran­ken­kas­sen­wahl beson­ders die Ent­schei­dung zwi­schen einer pri­va­ten und gesetz­li­chen Absi­che­rung schwer­fal­len. Zu Beginn sei­ner Tätig­keit hat sich der Exis­tenz­grün­der zu ent­schei­den: Die selb­stän­di­ge Tätig­keit befreit von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung – es besteht aber die Mög­lich­keit, sich frei­wil­lig gesetz­lich zu ver­si­chern. Alter­na­tiv ist auch die Mit­glied­schaft in einer pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung eine Opti­on.

Die Wahl der gesetz­li­chen oder pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung ist immer eine ganz per­sön­li­che Ent­schei­dung, denn jeder Per­son sind unter­schied­li­che Aus­wahl­kri­te­ri­en wich­tig. Grund­sätz­lich kommt es aber nicht nur auf die beruf­li­che Situa­ti­on an, son­dern z.B. auch auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Gege­ben­hei­ten: Wäh­rend in einer gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung die Fami­lie mit­ver­si­chert wer­den kann – ohne zusätz­li­che Bei­trä­ge, wird in einer pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung jedes Mit­glied der Fami­lie ein­zeln ver­si­chert.

In jedem Fall lohnt sich ein Ver­gleich der Bei­trä­ge und der damit ver­bun­de­nen Leis­tun­gen. In der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ist der Bei­trag von der Ein­kom­mens­hö­he abhän­gig. Aller­dings gibt es einen Min­dest­bei­trag, der auch für frei­wil­lig gesetz­lich Ver­si­cher­te maß­ge­bend ist. Die Bei­trags­be­mes­sungs­grund­la­ge für den Min­dest­bei­trag liegt aktu­ell bei einem Ein­kom­men von 2.073,75 Euro . Je höher das Ein­kom­men, des­to höher die Bei­trä­ge in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Die Bei­trä­ge der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung stie­gen dage­gen nicht mit dem Ein­kom­men. Doch die Wahl der Ver­si­che­rung soll­te man eben­falls von dem jewei­li­gen Ver­si­che­rungs­um­fang abhän­gig machen und sich vor einer Ent­schei­dung aus­führ­lich über die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten infor­mie­ren.

  1. GKV-Finanz­struk­tur- und Qua­li­täts-Wei­ter­ent­wick­lungs­ge­setz, GKV-FQWG, vom 21.07.2014, BGBl. 2014 I , S. 1133[]