Die For­ma­lia der Widerspruchsbelehrung

Ob eine Wider­spruchs­be­leh­rung inhalt­lich und for­mal den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen des § 5a Abs. 2 Satz 1 VVG a.F. genügt, hat der Tatrich­ter im jewei­li­gen Ein­zel­fall zu ent­schei­den1.

Die For­ma­lia der Widerspruchsbelehrung

Im hier ent­schie­de­nen Fall lässt die tatrich­ter­li­che Wür­di­gung des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he2 der Wider­spruchs­be­leh­rung für den Bun­des­ge­richts­hof kei­ne revi­si­ons­recht­lich beacht­li­chen Feh­ler erkennen:

Das Ober­lan­des­ge­richt hat die maß­geb­li­chen Umstän­de, aus denen sich nach sei­ner Ansicht die ord­nungs­ge­mä­ße druck­tech­nisch deut­li­che Gestal­tung der Wider­spruchs­be­leh­rung ergibt – die Kenn­zeich­nung durch Stern­chen rechts und links des Beleh­rungs­tex­tes, die Ein­rü­ckung der Beleh­rung, ihre Tren­nung vom Fließ­text durch Ver­wen­dung eines eige­nen Absat­zes, das Feh­len ande­rer durch Stern­chen her­vor­ge­ho­be­ner Text­ab­schnit­te und den über­schau­ba­ren Umfang des Begleit­schrei­bens, im Ein­zel­nen dargelegt.

Dabei hat es auch berück­sich­tigt, dass sich die hier zu beur­tei­len­de Beleh­rung von der Gestal­tung der Beleh­rung unter­schei­det, die dem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom vom 27.04.2016 3 zugrun­de liegt. Der Hin­weis der Revi­si­on auf die­se BGH-Ent­schei­dung belegt kei­nen revi­si­blen Rechts­feh­ler, son­dern macht nur deut­lich, dass bei anders gela­ger­ten Ein­zel­fäl­len auch eine abwei­chen­de tatrich­ter­li­che Beur­tei­lung mög­lich ist.

Dass auch der Hin­weis auf eine Abwei­chung vom Ver­si­che­rungs­an­trag mit Stern­chen an bei­den Sei­ten her­vor­ge­ho­ben ist, hat das Ober­lan­des­ge­richt rechts­feh­ler­frei für uner­heb­lich gehal­ten, weil die Klä­ge­rin nach der Gestal­tung des Anschrei­bens die bei­den Wider­spruchs­rech­te habe unter­schei­den können.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Novem­ber 2020 – IV ZR 318/​18

  1. BGH, Beschluss vom 21.03.2018 – IV ZR 201/​16, r+s 2018, 363 Rn. 9[]
  2. OLG Karls­ru­he, Urteil vom 23.11.2018 – 9 U 138/​16[]
  3. BGH, Urteil vom 27.04.2016 – IV ZR 486/​14 11[]