Die Gebäu­de­ver­si­che­rung der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft – und der Anspruch des Woh­nungs­ei­gen­tü­mers

Schließt eine Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft für das gesam­te Gebäu­de eine Gebäu­de­ver­si­che­rung ab, han­delt es sich – mit Aus­nah­me von etwai­gem Ver­bands­ei­gen­tum – um eine Ver­si­che­rung auf frem­de Rech­nung.

Die Gebäu­de­ver­si­che­rung der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft – und der Anspruch des Woh­nungs­ei­gen­tü­mers

Erbringt die Gebäu­de­ver­si­che­rung zur Regu­lie­rung eines Scha­dens an dem Son­der­ei­gen­tum eine Ver­si­che­rungs­leis­tung an die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft, ist die­se ver­pflich­tet, die Ver­si­che­rungs­leis­tung an die­je­ni­ge Per­son aus­zu­zah­len, der sie nach den ver­si­che­rungs­ver­trag­li­chen Regeln zusteht.

Bei einer Ver­si­che­rung auf frem­de Rech­nung im Sin­ne des § 43 Abs. 1 VVG hat der Ver­si­cher­te gegen den Ver­si­che­rungs­neh­mer einen Anspruch auf Aus­kehr von dem Ver­si­che­rer erhal­te­ner Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen. Zwi­schen dem Ver­si­che­rungs­neh­mer und dem Ver­si­cher­ten besteht im Innen­ver­hält­nis ein Treu­hand­ver­hält­nis, das in Ver­bin­dung mit dem Berei­che­rungs­ver­bot für den Ver­si­che­rungs­neh­mer die­sen ver­pflich­tet, den ihm nicht zuste­hen­den Ent­schä­di­gungs­be­trag ein­zu­zie­hen und an den Geschä­dig­ten aus­zu­keh­ren 1. Schließt eine Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft für das gesam­te Gebäu­de eine Gebäu­de­ver­si­che­rung ab, han­delt es sich – mit Aus­nah­me von etwai­gem Ver­bands­ei­gen­tum – um eine sol­che Ver­si­che­rung auf frem­de Rech­nung. Ver­si­che­rungs­neh­mer ist der gemäß § 10 Abs. 6 Satz 1 und 2 WEG rechts­fä­hi­ge Ver­band, wäh­rend Ver­si­cher­te die ein­zel­nen Woh­nungs­ei­gen­tü­mer sind, und zwar sowohl für ihren ide­el­len Anteil am Gemein­schafts­ei­gen­tum als auch für ihr Son­der­ei­gen­tum 2.

Die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft ist auf­grund des zwi­schen ihr und den Woh­nungs­ei­gen­tü­mern bestehen­den Treu­hand­ver­hält­nis­ses ver­pflich­tet, die Ver­si­che­rungs­leis­tung an die­je­ni­ge Per­son aus­zu­zah­len, der sie nach den ver­si­che­rungs­ver­trag­li­chen Regeln zusteht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2016 – V ZR 29/​16

  1. BGH, Urteil vom 12.06.1991 – XII ZR 17/​90, NJW 1991, 3031, 3032; Urteil vom 20.07.2011 – IV ZR 238/​10, VersR 2011, 1435 Rn. 12[]
  2. vgl. OLG Hamm, ZWE 2008, 133; Timme/​Elzer, WEG, 2. Aufl., § 21 Rn. 292; Dötsch, ZMR 2014, 169 f.[]