Eich­hörn­chen sind nicht ver­si­chert

Die Teil­kas­ko­ver­si­che­rung tritt auch für Schä­den ein, die durch eine Kol­li­si­on des Autos mit einem Tier ver­ur­sacht wur­de. Dies aller­dings nur bei bestimm­ten Tie­ren. Nicht jedes Zusam­men­tref­fen mit einem Tier ist daher auch ein Wild­un­fall.

Eich­hörn­chen sind nicht ver­si­chert

So hat etwa das Land­ge­richt Coburg die Kla­ge der Kun­din einer Teil­kas­ko­ver­si­che­rung gegen ihren Ver­si­che­rer wegen eines Wild­un­falls abge­wie­sen, da das Eich­hörn­chen, das den Unfall aus­ge­löst hat­te, nicht von der Ver­si­che­rung erfasst wur­de.

Die Klä­ge­rin behaup­te­te im Pro­zess, im Wald wäre urplötz­lich ein Tier in der Grö­ße eines Hasen unter einen Vor­der­rei­fen ihres Pkw gekom­men. Dadurch sei das Kraft­fahr­zeug ins Schleu­dern gera­ten und beim Unfall völ­lig zer­stört wor­den. Die Klä­ge­rin woll­te wegen des wirt­schaft­li­chen Total­scha­dens noch wei­te­re 6.000,00 € aus ihrer Teil­kas­ko­ver­si­che­rung. Der beklag­te Ver­si­che­rer erklär­te, es lie­ge kein ver­si­cher­ter Wild­un­fall vor. Das Fahr­zeug der Klä­ge­rin sei nicht mit Jagd­wild kol­li­diert.

Das Land­ge­richt Coburg folg­te den Argu­men­ten des Ver­si­che­rers. Es ließ die am Unfall­fahr­zeug sicher­ge­stell­ten Tier­haa­re durch einen Sach­ver­stän­di­gen einer DNA-Sequenz­ana­ly­se unter­zie­hen. Dabei wur­de ein­deu­tig fest­ge­stellt, dass die Tier­haa­re von einem Eich­hörn­chen stam­men. Ein Zusam­men­stoß mit Eich­hörn­chen fällt jedoch nicht unter den Schutz der Teil­kas­ko­ver­si­che­rung, da es – anders als ein Hase – kein Jagd­wild ist. Die ver­nom­me­nen Zeu­gen bestä­tig­ten, dass das am Unfall­fahr­zeug gefun­de­ne Fell mit dem von Sach­ver­stän­di­gen unter­such­ten über­ein­stimmt. Daher hat­te das Gericht kei­ner­lei Zwei­fel dar­an, dass der Unfall von einem „nicht ver­si­cher­ten“ Eich­hörn­chen aus­ge­löst wur­de.

Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 29. Juni 2010 – 23 O 256/​09