Kein Fac­to­ring für Ver­si­che­rungs­pro­vi­sio­nen

Zu den in § 203 Abs. 1 Nr. 6 StGB der Geheim­hal­tung unter­wor­fe­nen Per­so­nen gehört auch ein selb­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter.

Kein Fac­to­ring für Ver­si­che­rungs­pro­vi­sio­nen

Bei einer pri­va­ten Per­so­nen­ver­si­che­rung sind nicht nur die vom Betrof­fe­nen preis­zu­ge­ben­den gesund­heit­li­chen Daten geschützt. Auch der Umstand, dass ein Betrof­fe­ner zur Absi­che­rung bestehen­der oder künf­ti­ger gesund­heit­li­cher Risi­ken finan­zi­el­le Vor­sor­ge­maß­nah­men getrof­fen hat, unter­fällt der Geheim­hal­tungs-pflicht, da er Aus­kunft über die per­sön­li­che, der Öffent­lich­keit nicht zugäng­li­che wirt­schaft­li­che Lebens­ge­stal­tung des Ver­si­che­rungs­neh­mers gibt.

Die Abtre­tung von Pro­vi­si­ons­an­sprü­chen eines Ver­si­che­rungs­ver­tre­ters, der Per­so­nen­ver­si­che­run­gen ver­mit­telt, ist wegen der mit der Abtre­tung ver­bun­de­nen Pflicht, dem Zes­sio­nar nach § 402 BGB die zur Gel­tend­ma­chung der abge­tre­te­nen For­de­rung nöti­gen, jedoch der Geheim­hal­tung unter­wor­fe­nen (§ 203 Abs. 1 Nr. 6 StGB) Aus­künf­te zu ertei­len, nach § 134 BGB nich­tig [1].

Eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung die­ses Urteils fin­det sich im Vor­sor­ge­Bo­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Febru­ar 2010 – VIII ZR 53/​09

  1. im Anschluss an BGHZ 115, 123, 124 ff. [Zahn­arzt]; 122, 115, 117 ff. [Rechts­an­walt vor Inkraft­tre­ten des § 49b Abs. 4 BRAO]; BGH, Urtei­le vom 05.12.1995 – X ZR 121/​93, NJW 1996, 775 [Zahn­arzt]; vom 17.10.1996 – IX ZR 37/​96, NJW 1997, 188; vom 11.11.2004 – IX ZR 240/​03, NJW 2005, 507 [jeweils zur Abtre­tung von Hono­rar­an­sprü­chen eines Rechts­an­walts vor Inkraft­tre­ten des § 49b Abs. 4 BRAO]; fer­ner BGH, Beschluss vom 17.02.2005 – IX ZB 62/​04, NJW 2005, 1505 [Arzt][]