Kei­ne Ver­si­che­rungsteu­er in der Scha­dens­re­gu­lie­rung

Scha­dens­zah­lun­gen und Regu­lie­rungs­kos­ten, die ein Ver­si­che­rungs­neh­mer in der Kraft­fahrt-Haft­pflicht­ver­si­che­rung ent­spre­chend einer mit dem Ver­si­che­rer getrof­fe­nen Ver­ein­ba­rung selbst trägt, sind nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs kein Ent­gelt, das der Ver­si­che­rungs­neh­mer für die Ver­si­che­rungs­de­ckung zu zah­len hat. So stel­len also kein Ver­si­che­rungs­ent­gelt dar und unter­lie­gen damit auch nicht der Ver­si­che­rungsteu­er, und zwar auch dann nicht, wenn der Ver­si­che­rer die­se Scha­dens­zah­lun­gen auf­grund eines Direkt­an­spruchs des Geschä­dig­ten zunächst an den geschä­dig­ten Drit­ten erbringt und der Ver­si­che­rungs­neh­mer ihm die­se sodann erstat­tet.

Kei­ne Ver­si­che­rungsteu­er in der Scha­dens­re­gu­lie­rung

Scha­dens­zah­lun­gen und Regu­lie­rungs­kos­ten, die ein Ver­si­che­rungs­neh­mer in der Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung ent­spre­chend einer mit dem Ver­si­che­rer getrof­fe­nen Ver­ein­ba­rung selbst trägt, sind kein Ver­si­che­rungs­ent­gelt i.S. des § 1 Abs. 1 und § 3 Abs. 1 Vers­StG.

In dem jetzt vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall hat­te der Ver­si­che­rungs­neh­mer, ein Auto­ver­mie­ter, Kraft­fahrt-Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge mit einem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men abge­schlos­sen. Zum Ver­si­che­rungs­um­fang gehör­ten Sach- und sons­ti­ge Ver­mö­gens­schä­den nur, soweit die­se im Ver­si­che­rungs­fal­le 100.000 € über­stie­gen. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer soll­te die­se Schä­den auch in eige­ner Ver­ant­wor­tung regu­lie­ren. Soweit sol­che Schä­den zunächst von dem Ver­si­che­rer regu­liert wur­den, hat­te die­sem der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Auf­wand bis zur Höhe von 100.000 € zu erstat­ten.

Der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schied hier­zu, dass es für die vom Ver­si­che­rungs­neh­mer über­nom­me­nen Scha­dens­zah­lun­gen und Regu­lie­rungs­kos­ten an einem von der Ver­si­che­rung über­nom­me­nen Wag­nis und damit an einem grund­le­gen­den Merk­mal der Ver­si­che­rungsteu­er­pflicht fehlt. Dass der Ver­si­che­rer nach dem Pflicht­ver­si­che­rungs­ge­setz gegen­über Geschä­dig­ten unbe­schränkt haf­tet, ist wegen der den Ver­si­che­rungs­neh­mer tref­fen­den Pflicht zur Erstat­tung der vom Ver­si­che­rer ver­aus­lag­ten Beträ­ge uner­heb­lich. Ob die hier geschlos­se­nen Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge über­haupt wirk­sam sind, hat der BFH aus­drück­lich offen gelas­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Dezem­ber 2009 II R 44/​07