Pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung – und der Basis­ta­rif für Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger

Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger – also Per­so­nen, die lau­fen­de Leis­tun­gen nach dem Zwölf­ten Buch des Sozi­al­ge­setz­bu­ches bezie­hen – und die ohne den Bezug von Sozi­al­hil­fe der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung unter­lä­gen, haben kei­nen Anspruch auf Auf­nah­me in den Basis­ta­rif der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung. Das gilt auch für Per­so­nen, deren Leis­tungs­be­zug erst­mals ab dem 1. Janu­ar 2009 begon­nen hat.

Pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung – und der Basis­ta­rif für Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall begehr­te die seit etwa 10 Jah­ren in Deutsch­land leben­de Klä­ge­rin für sich und ihre drei min­der­jäh­ri­gen Kin­der die Auf­nah­me in den Basis­ta­rif der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung des beklag­ten Ver­si­che­rers. Bis Ende April 2012 bezog sie Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz und wur­de bezüg­lich der Kran­ken­be­hand­lung von der ört­li­chen AOK betreut. Seit Mai 2012 bezieht sie Sozi­al­hil­fe nach dem SGB XII. Das zustän­di­ge Sozi­al­amt teil­te ihr mit, sie müs­se einen Antrag auf Abschluss einer Ver­si­che­rung zum Basis­ta­rif bei einer pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung stel­len. Die­sen Antrag lehn­te die beklag­te Kran­ken­ver­si­che­rung ab.

Dar­auf klag­te sie gegen die Kran­ken­ver­si­che­rung auf Auf­nah­me in den Basis­ta­rif und hat­te damit zunächst vor dem erst­in­stanz­lich hier­mit befass­ten Land­ge­richt Köln Erfolg 1. Auf die Beru­fung der beklag­ten Kran­ken­ver­si­che­rung wies dage­gen das Ober­lan­des­ge­richt Köln wies die Kla­ge ab 2. Die­se Kla­ge­ab­wei­sung hat nun der Bun­des­ge­richts­hof bestä­tigt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Juli 2014 – – IV ZR 55/​14

  1. LG Köln, Urteil vom 10. Juli 2013 – 23 O 396/​12[]
  2. OLG Köln, Urteil vom 8. Novem­ber 2013 – 20 U 137/​13[]