Risi­ko­aus­schluss­klau­seln in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen

Der Grund­satz der engen Aus­le­gung von Risi­ko­aus­schluss­klau­seln in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen gilt auch, wenn es um die Fra­ge geht, ob eine Bestim­mung über­haupt einen Risi­ko­aus­schluss ent­hält oder einen im Bedin­gungs­werk an ande­rer Stel­le ent­hal­te­nen oder einen gesetz­li­chen Risi­ko­aus­schluss (wie § 61 VVG a.F.) zum Nach­teil des Ver­si­che­rungs­neh­mers erwei­tert.

Risi­ko­aus­schluss­klau­seln in All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen

Eine Klau­sel, nach der der Ver­si­che­rungs­neh­mer bei allen Hand­lun­gen die Sorg­falt eines ordent­li­chen Kauf­manns sei­nes Geschäfts­zwei­ges wahr­zu­neh­men hat, ist als sol­che nicht als Erwei­te­rung der Leis­tungs­frei­heit nach § 61 VVG a.F. schon bei leicht fahr­läs­si­ger Her­bei­füh­rung des Ver­si­che­rungs­fal­les zu ver­ste­hen. Mit die­ser Ent­schei­dung hat der Bun­des­ge­richts­hof sei­ne bis­he­ri­ge, ent­ge­gen­ge­setz­te Recht­spre­chung (BGH, Urteil vom 24. Novem­ber 1971 – IV ZR 135/​69VersR 1972, 85) aus­drück­lich auf­ge­ge­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Dezem­ber 2008 – IV ZR 9/​08