Scha­dens­zah­lung durch den Ver­si­che­rungs­neh­mer

Gemäß § 105 VVG ist – ent­ge­gen frü­he­rer Rechts­la­ge – eine Ver­ein­ba­rung, nach wel­cher der Ver­si­che­rer nicht zur Leis­tung ver­pflich­tet ist, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer ohne sei­ne Ein­wil­li­gung den Drit­ten befrie­digt oder des­sen Anspruch aner­kennt, unwirk­sam. Im Umkehr­schluss kann die­se gesetz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung nicht anders ver­stan­den wer­den, als dass es dem Ver­si­che­rungs­neh­mer frei­steht, (auf eige­nes Risi­ko) den Drit­ten zu befrie­di­gen, ohne hier­durch den Ver­si­che­rungs­schutz zu ver­lie­ren.

Scha­dens­zah­lung durch den Ver­si­che­rungs­neh­mer

Sein Frei­stel­lungs­an­spruch wan­delt sich durch die (berech­tig­te) Befrie­di­gung des Drit­ten in einen Zah­lungs­an­spruch um, sodass der Ver­si­che­rungs­neh­mer Zah­lung direkt an sich ver­lan­gen kann.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 21. April 2010 – 3 U 182/​09