Schul­ter­sturz

In der pri­va­ten Unfall­ver­si­che­rung ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet, den Nach­weis der Ursäch­lich­keit eines Unfalls für die dadurch beding­te Gesund­heits­schä­di­gung zu füh­ren (§ 1 III AUB 94). Die­ser Nach­weis kann nach sach­ver­stän­di­ger Bera­tung auch dann geführt sein, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer bei einem Spa­zier­gang auf die Schul­ter gestürzt ist und erst bei einer etwa 6 Mona­te spä­ter erfolg­ten Kern­spin­to­mo­gra­phie eine Rota­to­ren­man­schet­ten­rup­tur fest­ge­stellt wird, soweit fest­steht, dass es in der Zwi­schen­zeit nicht zu einem wei­te­ren Trau­ma gekom­men ist.

Schul­ter­sturz

Eine Rota­to­ren­man­schet­ten­rup­tur kann aus­nahms­wei­se auch durch einen Sturz auf die Schul­ter mit­ver­ur­sacht sein, wenn bereits eine dege­ne­ra­tiv ver­lau­fen­de Ver­schleiß­erschei­nung vor­lag.

Eine Kür­zung des Anspruchs nach § 8 AUB 94 kommt bei einem alters­ty­pi­schen nor­ma­len Ver­schleiß­zu­stand nicht in Betracht. Ein im Unfall­zeit­punkt 72jähriger Ver­si­che­rungs­neh­mer kann daher eine unge­kürz­te Zah­lung aus der Unfall­ver­si­che­rung erhal­ten, wenn bei ihm der Anteil der dege­ne­ra­ti­ven Vor­schä­den an den Unfall­fol­gen 80 % beträgt, es sich nach sach­ver­stän­di­ger Ein­schät­zung hier­bei aber um eine alters­ty­pi­sche Abnut­zung han­delt.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 20. August 2009 – 8 U 10/​09